In Bayern haben sie für Menschen eines bestimmten, ""Deutschen Charakters" einen treffenden Ausdruck der Häme: "Radlfahrer" treten nach unten und buckeln nach oben, während sie beim Lenken Schwierigkeiten haben, ihren Kurs zu halten.
![]() |
| Quelle: FreeImages |
Nun bin ich weit davon entfernt, unseren Bundeskanzler Friedrich Merz einen "Radlfahrer" zu nennen. aber merkwürdig finde ich es schon, dass der Multimillionär und aufrechte Kapitalist das von ihm zu lenkende Volk mitten in der schwersten Weltkrise wieder einmal abgekanzelt hat: Wie weit hat sich der "Abkanzler" bei seiner globalen Omnipräsenz denn von den einfachen Leuten entfernt, wenn er bei den anhaltenden Zustimmungswerten der AfD auch noch deren Vokabular in Richtung Migranten übernimmt?
Dass er seit Regierungsantritt de facto eigentlich nichts erreicht hat, kann er nicht allein auf Donald Trump schieben, dem gegenüber er ja auch viel zu wenig Selbstbewusstsein zeigt. Die Führungsrolle wird ihm ja von den europäischen Duckmäusern nur angedichtet, damit die sich selbst im Windschatten des in jeder Beziehung zu dünnen Mannes vor trumpschen Pöbelstürmen schützen können.
Wann war Merz zum letzten Mal für seinen Grundbedarf einkaufen, und hat er je Probleme gehabt, Miete zu bezahlen? Wen meint er, wenn er von Faulheit oder kryptisch von zu wenig Arbeitsleistung spricht? Bei Massen-Entlassungen oder drohenden Betriebsschließungen wird in vielen Bereichen so hart gearbeitet, dass es immer häufiger zwangsweise zu Burn Outs oder Erschöpfung kommt. Und merkt der Mann nicht, dass die Angst, wo das alles hinführen könnte, dann eventuell noch verfügbare Reserven aufbraucht?
An der Situation meiner Kinder, die zur Zeit noch solide Jobs im mittleren Einkommensbereich haben, kann ich erkennen, dass es die derzeitigen Lebenshaltungskosten auf keinen Fall mehr erlauben, vom Netto etwas für Wohn-Eigentum abzuzweigen. Sie - wie ihre Altersgenoss*innen - werden seit einem Jahr ausschließlich mit schlechten Nachrichten bombardiert und Ängste um Rente bei gleichzeitigen Erhöhung der Beiträge für ihre Gesundheit und womöglich eines drohenden Pflegekosten-Defizits im Alter machen die Aussichten nicht wirklich rosiger.
So gerade noch wirkt der kleine Koalitionspartner als Hemmschuh für den totalen Abbau des Sozialstaates. Aber wenn die Ausgaben für die Rüstung weiter eskalieren und die Wirtschaft noch mehr subventioniert werden muss, wird fürs Volk nicht mehr viel übrig bleiben. Wo bliebe dann der Anreiz für das Individuum, doch mehr zu leisten, als bezahlt wird?
![]() |
| Quelle: Berliner Morgenpost |
Für 2025 liegen bereits erste Daten vor, die zeigen, dass rund 4,4 Millionen Beschäftigte Überstunden leisten, wobei die Mehrarbeit oft in Arbeitszeitkonten fließt, während 19 % unbezahlte Mehrarbeit leisten, besonders in Branchen wie Finanzwesen und Energieversorgung.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen