Als agnostischer Urbi-at-Orbi-Fan habe ich mir an Ostern auch heuer wieder das Spektakel auf dem Petersplatz im Live-Stream gegeben. Dass ich verspätet darüber schreibe, hängt mit meiner möglichen Fehleinschätzung zusammen, ein "amerikanische Papst" könne sich aus der von den USA dominierten Weltpolitik dezent heraus halten.
Jetzt auf der ersten Afrika-Reise eines Pontifex seit langem wird offenbar, was Leo XIV schon in seiner Osteransprache erkennen ließ: Er will deutlich ein politischer Papst sein - ob mit konservativem Tenor oder nicht.
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| Quelle: tagesschau |
Zwei Landsleute, die Kritik nun auf den Tod nicht ertragen können, nämlich Trump und Vance, haben entsprechend wütend auf Leos Einlassungen zu Krieg und Frieden reagiert. Aus ihrem Bootlicker-Umfeld, das Historie nicht gerade vorbildlich konsumiert, um daraus etwas zu lernen, kam sogar die drohende Anspielung, es hätte ja schon mal einen (?) "Gegenpapst"* gegeben. Aua!
Da fiel mir von selbst diese von mir umgedichtete Anleihe an Schillers Ballade "Die Glocke" ein:
"Gefährlich ist's, den Leo zu wecken, verderblich ist der Kirche Bann, jedoch der schrecklichste aller Schrecken ist der Trump in seinem Wahn!"
Wer sich bei den folgenden Sätzen Leos herausgefordert fühlt, der entblößt die Allmacht-Allüren dieses sich im Wahlkampf doch so bigott gegeben habenden Machtapparates:
"Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder. Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden. Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog. Nicht mit dem Willen, den anderen zu beherrschen, sondern ihm zu begegnen." Leo XIV am 5. April 2026 von der Segens Loggia des Vatikans
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| Quelle: Stern Trumps Gebets-Show im Oval Office damit sich die eigens geprägte Gedenkmünze der Evangelikalen mit seinem Porträt drauf besser Verkauft. POTUS' einziger Gott ist in Wahrheit allein der Mammon |
Meiner Meinung nach hat Trump nicht die geringste Ahnung, wie mächtig die weltweite Vernetzung der Katholischen Kirche noch immer ist. Wie sehr er gerade bei seiner sehr gläubig republikanischen MAGA-Wählerschaft Kredit verspielt. Denn deren Inbrunst für Gott im sogenannten "Bible Belt" übertrifft seine gespielt wirkende Gläubigkeit bei weitem. Wenn er auch noch den Streit mit dem Heiligen Stuhl eskalieren lässt, werden ihm bei den Midterms wohl die Leviten gelesen.
Der Welt im derzeitigen Zustand kann es nur recht sein, wenn der neue Pontifex Maximus auch ein politischer Oberster Brückenbauer ist.
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| Quelle: Vatican News In Afrika bewusst zu einer politischen Reise angetreten |
*Prominente Beispiele sind Clemens III. (im Investiturstreit gegen Gregor VII. ab 1080) und Clemens VII. (im Abendland-Schisma ab 1378). Gründe waren Machtkämpfe zwischen Kaisertum und Papsttum oder Spaltungen innerhalb des Kardinalskollegiums. Wie auch immer - der Heilige Stuhl hat jede Anfechtung zwei Jahrtausende überstanden.






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