Mittwoch, 4. Februar 2026

Wenn Bier nicht mehr selig macht

Was ist nur mit den Deutschen los? Nicht nur, dass Ideen wie der "Dry-January", in denen die Follower einen Monat keinen Alkohol trinken wollen, viral gehen. Jetzt wird auch zunehmend auf den Treibstoff verzichtet, der in Bayern seit jeher als "Volksnahrungsmittel " schon den unruhigen Babys als "Dimpfe"* zur Beruhigung anstatt Schnuller in den Mund gesteckt wurde: das Bier.

2025 ist der Bier-Konsum in Deutschland um sechs Prozent gesunken. Das ist Grund genug, dass die Bier-Brauer Alarm schlagen, und zwar auf breiter Front, weil auch Bier-Mix-Getränke sowie sogenannte Kraft-Biere einen rückläufigen Konsum zeitigen. Hingegen ist den Alkoholfreien um zehn Prozent mehr zugesprochen worden.

Das Statistische Bundesamt vermeldet, dass "nur" noch 7,8 Milliarden Liter pro Jahr durch durstige Deutsche Kehlen rinnen, und dieser rückläufige Trend seit bald einem Jahrzehnt anhält.
Quelle: OVB Heimatzeitungen
Bier ist auch Brauchtum. An den Maßkrug-Stemmerinnen
liegt es gewiss nicht, dass weniger vom Hopfen-Gold
durch Deutsche Kehlen rinnt

Was bedeutet das in erster Linie für die Politik in Bayern? Gibt es bald kein "Derblecken" beim Starkbier mehr oder gehört auch der politische Aschermittwoch in kürze der Vergangenheit an. Wie soll man denn nur all die deftigen Wirtshaus-Parolen ohne zwei, drei schäumende Maß ertragen können?

Kein Bier-See so groß wie der Schliersee* wird mehr besungen, und nach Hawaii, wo es dem Lied von Paulchen Kuhn nach angeblich kein Bier* gab, muss man nun allein wegen Trump nicht mehr. Und was wär mit den Bier-Schwemmen*? Trocknen die dann aus?

Quelle: Wikipedia
Bei einem Volumen von 53,13 Millionen Kubikmetern
wäre im Schliersee  für den  Deutschen Bier-Durst
 immerhin
 "noch Luft nach oben"

Spannend scheint sich aus meiner Sicht aber eine klare Analyse der Ursachen-Forschung zu gestalten. Um nur ein Beispiel zu nennen: Auf dem Oktoberfest 2025 wurden rund 6,5 Millionen Liter Bier zu einem Preis von 14,50 bis 15,80 Euro ausgeschenkt und dennoch wurde deren Konsum nicht als rückläufig bezeichnet. In meiner früheren Stammkneipe am Englischen Garten war die "Keller-Halbe" vor kurzem fast bei fünf Euro angelangt. Aber im privaten Konsum nach dem Kauf im Supermarkt stelle ich hier (0,5l) wie in Italien (0,66l) fest, dass durch den Preiskampf um den Platz im Regal durchaus auch für Markenbiere noch ein Literpreis unter drei Euro erzielt werden könnte. Das wäre ja nur unwesentlich teurer als das andere Tanken...

Es läge meiner Beobachtung zur Folge aber nicht am Preis und auch nicht allein am Erfolg der in jüngster Zeit immer breiter angelegten Kampagne gegen zweifelsfreie gesundheitlichen Schädigungen durch zu viel Alkohol, weshalb weniger Bier getrunken wird. Es ist womöglich die Demographie.

Deutschland ist krass überaltert. Generell nehmen Ältere von Jahr zu Jahr weniger Flüssigkeit zu sich. Immer mehr Medikamente vertragen sich zudem sofort spürbar nicht mit Alkohol, und beim Einkauf sind die Flaschen meist am schwersten zu schleppen.

Quelle; Swissinfo
Ein Fläschchen in Ehren
sollte keiner verwehren?
Wäre ich selbst von statistischer Relevanz, läge mein heutiger Bier-Konsum bei maximal einem Liter pro Woche - und ich liebe Bier! Bei absoluter Wein-Abstinenz wegen der Preise meiner einst gerade noch erschwinglichen Kreszenzen und als alter Freund eines Absacker-Whiskys komme ich vielleicht noch auf acht bis zehn cl. pro Woche. Aber ehrlich! Ich wünschte, es wäre wieder so wie früher - die kontrollierte Dosis täglich.




*Eine Bierschwemme (auch Schwemme oder Schankwirtschaft) ist ein traditionelles, oft rustikales bayerisches oder österreichisches Bierlokal oder der zentral gelegene Schankbereich, in dem große Mengen Bier ausgeschenkt werden. Historisch war dies der Bereich für Gäste, die nicht in die Gaststube durften, während er heute für zünftige Geselligkeit steht. 

*https://genius.com/Paul-kuhn-es-gibt-kein-bier-auf-hawaii-lyrics

*https://lyricstranslate.com/de/franzl-lang-ich-m%C3%B6cht-gern-biersee-lyrics.html

*https://www.dwds.de/wb/Bierdimpfl

Montag, 2. Februar 2026

Zaungäste des Horrors

Meine Ehefrau, meinen Langzeit-Lesern als die Zweitbeste oder die Fürsorglichste bekannt, ist nur drei Monate älter als ich. Aber seit unserer ersten Begegnung vor bald 60 Jahren hilft sie mir durch ihren Pragmatismus, mit meinen Seelen-Blähungen zurecht zu kommen. Ihre charakterlich ähnlich gestrickte Mutter und sie sind wohl die beiden besten Mütter, denen ich in meinem Leben begegnen durfte. Wieso ich das erwähne, erkläre ich weiter unten.

Quelle: ZDF-presseportal
Meine Frau also, hat schon immer erkannt, dass sie nichts ändern kann, obwohl sie das anfänglich als SPD-Mitglied wohl erst schmerzlich lernen musste. Dieser Tage auf der Zielgeraden unserer Lebensläufe sinniert sie, ob es den Leuten früher, als Weltnachrichten noch Jahre, Monate oder zumindest noch Wochen unterwegs waren, nicht besser gegangen sei. Schon länger benützt sie mich beim Frühstück als eine Art Nachrichten-Filter, weil sie weiß, dass ich jeden Morgen eine ausführliche Presseschau hinter mich bringe. Aber ich vergesse ja auch schon manches oder mildere es ab. Um so größer ist ihr Entsetzen, wenn sie dann abends in den TV-Nachrichten die volle Breitseite des weltweiten Horrors abbekommt.

Noch immer ist unser Leben vielleicht das beste, was beider Familien-Stränge Generation um Generation nie widerfahren ist. 77 Jahre ohne Krieg, ohne Katastrophen im lässlichen Wohlstand bei fast vollkommener Meinungs- und Reisefreiheit. Wir haben unseren beiden Kindern einen guten Start ins Leben ermöglichen können, aber jetzt müssen wir uns hilflos Sorgen um unseren einzigen Enkel machen. Wie wird er später auf diese Zeit, die sich in den vergangenen vier Jahren so dramatisch verändert hat - wenn überhaupt - zurück blicken können?

Quelle: Vatican News

Quelle: Kindernothilfe
Es ist ja nicht nur Trump. Da sind die Bilder von Ukrainern und Palästinensern, die bei Kälte, Schnee und Regen zwischen den Ruinen ihrer Heimat unter andauernden Bombardement in Zelten und Not-Unterkünften ausharren müssen. Da sind die unheimlichen Menschen-Schlächtereien in Somalia, im Iran und Syrien. Von den weltweit immer vernichtender werdenden Bränden und Erdbeben ganz zu schweigen. Wie bewältigen all die Mütter diese Unbill mit ihren Kindern? Wie werden kommende Generationen durch deren Traumata geprägt?

Als der Indonesische Vulkan Krakatau im August 1883 regelrecht explodierte, hatte sich der Himmel im Westen schon verdunkelt, ehe die Nachricht von der Eruption dort ankam und einige Jahre Klima-Veränderung samt Ernte-Ausfällen zeitigte. Jetzt treffen uns die Katastrophen im Stundentakt und werden in sogenannten "Brennpunkten" auch noch breit ausgewalzt.

Quelle: Spiegel

Mich beschäftigt seit dem Tod meiner Eltern die Frage, wieviel Horror Menschen überleben können, um dennoch wohl gestimmt in den Lebensabend zu schauen? Beide weissagten mir, dass wir es wesentliche schlechter haben würden, als sie, die ja Kriege und Elend überwinden mussten. Aber dürfen wir angesichts des weltweiten Elends überhaupt jammern? Wir sind, der Fügung sei Dank,  immer noch via TV und Internet nur Zaungäste deszunehmenden Entsetzens. Aber was, wenn wir jetzt alle einem Fatalismus verfallen, der es  Erzeugern schlechter Nachrichten nur noch leichter macht, unseren Planeten zu zerstören?

Quelle: Deutschlandfunk
Meine Leser fragen sich vielleicht, wieso ich wohl oben  nicht auch meine eigene Mutter erwähnt habe, obwohl sie mich gegenüber meinen Schwestern sogar bevorzugt hat. Im Rückblick sehe ich sie wie in der Rolle "Mutter Courage und ihre Kinder", die Bertold Brechts zweite Ehefrau, Helene Weigel, so einmalig als Darstellerin auf die "Schaubühne" brachte.

1949 der Autor
auf dem Schoß
seiner Mutter
Meine Mutter war furchtlos aber bei aller körperlich wuchtigen Präsenz auch nahe am Wasser gebaut. Sie war Krisen-Managerin und Geldbeschafferin und es konnte passieren, dass sie einen mit ihrem Universal-Wissen gepaart mir Urängsten seelisch einfach unterpflügte.

Und wieso beschäftigt mich all das heute?
Heute vor 200 Jahren erblickte die spätere Franziska Nietzsche, die Mutter meines textlichen Leitsterns, Friedrich Nietzsche das Licht der Welt. Was an ihrer Erziehung mag wohl unseren Allzeit-Philosophen auf die literarische Umlaufbahn geschoben haben? Sie, zerstritten mit ihm, pflegte ihn dann daheim, als ihn die Paralyse ereilte. Mütter, Menschen und Mächte: Ich hätte gerne mehr über sie gewusst. https://de.wikipedia.org/wiki/Franziska_Nietzsche

Freitag, 30. Januar 2026

Ach der Mahner sind so viele, doch hören tun zu wenige

 
Quelle: wikipedia
"Der Mahner", Skulptur von
Wadim Abramowitsch  Sidur
im Hofgarten von Düsseldorf

Was wage ich - Glückskind der späten Geburt,
zum heutigen Datum  die Stimme zu erheben!
War doch jenen, die nach 1933 nicht gespurt,
gewiss kein so leichtes Leben wie meines gegeben.
Der Mahner sind ja auch heute am 30.Januar so viele.
Doch auf sie hören, tun immer noch zu wenige.
AfD marsschiert unaufhörlich die Macht zum Ziele.
Mit Worten zu stoppen, bin allein ich nicht derjenige

Quelle: Verlagshaus24.com

Haltet ein ihr Menschen in Sachsen und Anhalt!
Besinnt Euch auf Frieden, Freiheit und steht auf!
Seid gegen braune Soße und klar für mehr Vielfalt!
Lasst dem Verhängnis nicht nochmal seinen Lauf.
Ihr fühlt Euch abgehängt, aber ihr seid es nicht.
Habt ihr die 40 Jahre in der Zwangsjacke vergessen?
Seht ihr Euer herrliches Land nicht in neuem Licht!
Stolz auf Geschichte und Kultur wäre nicht vermessen

Quelle: Entdecke Deutschland


Quelle: pixabay


Quelle: Merian oben und unten




Mittwoch, 28. Januar 2026

Under Pressure

Quelle: wallpaper.com

Pressure pushin down on me
Pressin' down on you, no man ask for
Under pressure that brings a building down
Splits a family in two, puts people on street
That's the terror of knowing what this world is about
Watchin' some good friends screamin', "Let me out"
Pray tomorrow gets me higher
Pressure on people, people on streets
It's the terror of knowing what this world is about
Watching some good friends screaming, "Let me out
Pray tomorrow gets me higher, higher, high
Pressure on people, people on streets
Can't we give ourselves one more chance?
Why can't we give love that one more chance?
Why can't we give love, give love, give love, give love
Give love, give love, give love, give love?

Quelle: worldpress.com

Das sind Auszüge aus dem Text des Welthits, den Queen mit David Bowie schon 1981  gesungen haben. Unter Druck setzten. Unter Druck stehen. Unter Druck geraten. Die ganze Welt steht seit über einem Jahr derart unter Druck, dass sie droht, zu explodieren oder in sich zusammen  zu fallen, zu implodieren.

Allein von gestern auf heute habe ich in Schlagzeilen oder  den ausführlicheren Nachrichten mehr als zwei Dutzend Mal gelesen oder gehört, wer oder was unter Druck steht. Liegt das an der Nachrichtensprache oder tatsächlich am existenzbedrohlichen Zustand unserer Welt? Ich tendiere dazu, dass es in erster Linie die Einfältigkeit KI-generierter Texte und in zweiter Linie der Personal-Mangel bei den diversen Medien ist. Dass aber zuallererst und unverantwortlich auf breiter Linie die Verursacher von Nachrichten und Spekulationen die Hauptschuld tragen. Oft machen sie unnötig Druck indem sie unausgegorenes Zeug weiter geben oder bewusst uns, das Wahl-Volk, so unter Druck setzen wollen, dass wir uns zum Kuschen platt machen lassen, weil nämlich diese vielen "Impoderabilien" unsere "Resilienz" schwächen.

Quelle: linkedin.com

Queen hat 1981 schon geahnt, dass der Druck immer größer wird. Da kann letztlich die Liebe noch so groß sein. Sie wird uns vom Platzen oder Implodieren nicht bewahren.

Hier nur einige, wenige Beispiele aus den aktuellen "Druck-Erzeugnissen":

Kann der Freihandel zwischen der EU und Indien die Chinesischen Wirtschaft unter Druck setzen?

Trump gerät wegen Minneapolis unter Druck

EU macht bei Windenergie Druck

EU setzt Tschechien wegen "Hacienda"-Affäre unter Druck

Farage und Musk wollen das libertäre London unter Druck setzen

Ver.di macht Druck vor den Tarif-Runden

Trump setzt Südkorea mit höheren Zöllen unter Druck

Dollar gerät durch Trump unter Druck

"Digital Service Act": EU setzt Social-Media-Plattformen unter Druck etc. etc. etc.

Quelle: YouTube


Montag, 26. Januar 2026

ICE wird immer mehr zu Trumps SA

Quelle: YouTube
Wie sich die Grundmuster doch wieder ähneln. Das einzige, was Trump noch fürchtet ist der Macht-Verlust. Deshalb muss er innenpolitisch noch etwas vor den "Midterms" zum Brodeln bringen, was er als inneramerikanischen Terror inszenieren könnte. So hätte er eine Vorwand den nationalen Notstand für die demokratische geführten Bundesstaaten auszurufen, um die Nationalgarde oder gar Militär unter Anwendung des "Insurrection Acts" hinzuschicken.
Das Anwenden von Notstandsgesetzen ist ja nicht neu und wäre keine Erfindung des "Don". 
Beispielsweise wurden die meisten Straftaten von Hitlers SA im Vorfeld seiner Machtergreifung nicht termingerecht juristisch geklärt. Sieht man den von Trump im Nachhinein sanktionierten Sturm aufs Capitol und die aktuellen Tötungen von anscheinend  unschuldigen US-Bürgern in Minneapolis durch die ICE im Zusammenhang, ergibt sich ein ähnliches Bild.
Quelle: t-online

Quelle: Tagesspiegel

Aber schaut mal nach, was die US-kontrollierte KI dazu hergibt:

Die Sturmabteilung (SA) war die paramilitärische Kampforganisation der NSDAP, die als „Braunhemden“ maßgeblich zum Aufstieg der Nazis beitrug. Ab 1921 schützte sie Versammlungen, terrorisierte politische Gegner (Kommunisten, Sozialdemokraten, Juden) und betrieb Straßenkampf. Nach der „Machtergreifung“ 1933 verlor sie wegen des Röhm-Putschs 1934 an Macht, blieb aber bis 1945 aktiv. 
Kernaspekte der SA:
Rolle: Sie fungierte als Ordnungstruppe und Terrorinstrument der NSDAP während der Weimarer Republik.
Aktionen: Intensive Gewaltanwendung bei Propagandamärschen und Überfällen.
Einsatz: 1933 vorübergehend als „Hilfspolizei“ eingesetzt.

Amnesty International analysierte öffentlich zugängliche Dokumente des US-Heimatschutzministeriums DHS und fand Hinweise darauf, dass die KI-Tools «Babel X» von Babel Street und «Immigration OS» von Palantir für Massenüberwachung und automatisierte Risikobewertungen eingesetzt werden. Diese Programme ermöglichen es den Behörden, Bewegungen und Online-Aktivitäten von Personen zu verfolgen und deren Aufenthaltsstatus zu bewerten – insbesondere im Rahmen der repressiven «Catch and Revoke»-Initiative zur Abschiebung unerwünschter ausländischer Staatsbürger*innen.

Das macht die Auswüchse der Tramp-Administration im historischen Vergleich noch verbrecherischer. Denn solche Tools hatten weder Hitler noch andere Despoten. Und niemand konnte ja nach dem Zweiten Weltkrieg ahnen, dass der Neo-Faschismus aus gerechnet aus dem Westen über den Atlantik käme...

Quelle; Bundesarchiv
Schon am 6. März 1933
vollzog Hitlers "Sturmabteilung"
offizielle Verhaftungen an Kommunisten 


Freitag, 23. Januar 2026

Da wo's Kapital vor kapitalen Lügen kapituliert

Quelle: facebook
Eine Botschaft im Schnee von Davos
Der größte und verlogenste Selbstdarsteller der "westlichen Hemisphäre" hat es wieder einmal geschafft. Das Davoser Wirtschafts-Forum, das ja per se schon länger unter der Kosten-Nutzen-Abwägung stehen sollte, hat der POTUS durch seine Erpressungs-Politik in Sachen Grönland kurzer Hand zu seiner Gala-Schau umgewandelt. Seine einstündige Selbstbeweihräucherungs-Rede hat er zudem, wieder einmal genutzt, um seine Sicht der einzig gültigen, nämlich seiner Wahrheit, weltweit zu verbreiten.: 
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/faktencheck-trump-rede-davos-100.html.


Dass er erwägt einen Teil seiner angedrohten Strafmaßnahmen zurück zu nehmen, mag zwar bei den betroffenen Staaten erleichtert aufgenommen worden sein, aber wie Vize-Kanzler Lars Klingbeil kurze Zeit später feststellte, ist all dem nur dann zu trauen, wenn es schwarz auf weiß in Vereinbarungen stünde.

Quelle: daimotion
Egal, was Clown Pennywise anstellt
für ihn regnet es immer Dollars

Trump, dem die UN schon länger ein Dorn im Auge sind, wäre aber nicht "der Don" wenn er nicht gleich neue Pläne dabei gehabt hätte. Sein Friedensrat, "Board of Peace", verlangt von den "eingeladenen" Teilnehmern nicht nur eine Milliarde Dollar Beitrittsgebühr, sondern auch absolute Unterwerfung unter seine Interpretation der jeweiligen politischen Lage. Gut, dass Frankreich und Deutschland erstmal nein gesagt haben. Generell sollte geprüft werden, wer von den angeblich 60 Staaten, die beitreten wollen, von uns Entwicklungshilfe bezieht.
Die Ergebnisse des gestrigen EU-Sondergipfels werden zeigen, wie sehr Europas durchaus vorhandenes Kapital der gefährlichen Allmacht dieses US-Präsidenten auf lange Sicht widerstehen wird. Widerstand oder Kapitulation? Trump hat Macron für seine Weigerung dem "Board of Peace" beizutreten, gleich mal wieder 200prozentige Zölle angedroht...

Zumindest wäre das Davoser Wirtschafts-Forum eine gute Gelegenheit gewesen, die EU als gleichwertigen  Global Player darzustellen. Mit dem Mercosur-Abkommen und dem avisierten Freihandels-Abkommen mit Indien wäre das ein Pfund gewesen, mit dem man gegen die Teppichhändler-Mentalität Trumps hätte wuchern können. Aber was macht das Europäische Parlament? Es verweist den partiell bereits unterschriebenen Mercosur auf möglicherweise lange Bank an den EUGH. Diese erneut demonstrierte Uneinigkeit ist das denkbar nachhaltigste Zeichen von Schwäche für einen Kannibalen wie den US-Präsidenten. Ist Europa noch zu retten? Oder sollte es nicht gleich heißen: Rettet die Vereinten Nationen!!!


Quelle WarnerBros
Der Clown Pennywise
aus Stephen Kings Roman "Es"
https://de.wikipedia.org/wiki/Es_(2017)#Produktion

Mittwoch, 21. Januar 2026

Zu krank, zu faul, zu prekäre Städte-Bilder?

 In Bayern haben sie für Menschen eines bestimmten, ""Deutschen Charakters" einen treffenden Ausdruck der Häme: "Radlfahrer" treten nach unten und buckeln nach oben, während sie beim Lenken Schwierigkeiten haben, ihren Kurs zu halten.

Quelle: FreeImages

Nun bin ich weit davon entfernt, unseren Bundeskanzler Friedrich Merz einen "Radlfahrer" zu nennen. aber merkwürdig finde ich es schon, dass der Multimillionär und aufrechte Kapitalist das von ihm zu lenkende Volk mitten in der schwersten Weltkrise wieder einmal abgekanzelt hat: Wie weit hat sich der "Abkanzler" bei seiner globalen Omnipräsenz denn von den einfachen Leuten entfernt, wenn er bei den anhaltenden Zustimmungswerten der AfD auch noch deren Vokabular in Richtung Migranten übernimmt?

Dass er seit Regierungsantritt de facto eigentlich nichts erreicht hat, kann er nicht allein auf Donald Trump schieben, dem gegenüber er ja auch viel zu wenig Selbstbewusstsein zeigt. Die Führungsrolle wird ihm ja von den europäischen Duckmäusern nur angedichtet, damit die sich selbst im Windschatten des in jeder Beziehung zu dünnen Mannes vor trumpschen Pöbelstürmen schützen können.

Wann war Merz zum letzten Mal für seinen Grundbedarf einkaufen, und hat er je Probleme gehabt, Miete zu bezahlen? Wen meint er, wenn er von Faulheit oder kryptisch von zu wenig Arbeitsleistung spricht? Bei Massen-Entlassungen oder drohenden Betriebsschließungen wird in vielen Bereichen so hart gearbeitet, dass es immer häufiger zwangsweise zu Burn Outs oder Erschöpfung kommt. Und merkt der Mann nicht, dass die Angst, wo das alles hinführen könnte, dann eventuell noch verfügbare Reserven aufbraucht?
An der Situation meiner Kinder, die zur Zeit noch solide Jobs im mittleren Einkommensbereich haben, kann ich erkennen, dass es die derzeitigen Lebenshaltungskosten auf keinen Fall mehr erlauben, vom Netto etwas für Wohn-Eigentum abzuzweigen. Sie - wie ihre Altersgenoss*innen - werden seit einem Jahr ausschließlich mit schlechten Nachrichten bombardiert und Ängste um Rente bei gleichzeitigen Erhöhung der Beiträge für ihre Gesundheit und womöglich eines drohenden Pflegekosten-Defizits im Alter machen die Aussichten nicht wirklich rosiger.

So gerade noch wirkt der kleine Koalitionspartner als Hemmschuh für den totalen Abbau des Sozialstaates. Aber wenn die Ausgaben für die Rüstung weiter eskalieren und die Wirtschaft noch mehr subventioniert werden muss, wird fürs Volk nicht mehr viel übrig bleiben. Wo bliebe dann der Anreiz für das Individuum, doch mehr zu leisten, als bezahlt wird?

Quelle: Berliner Morgenpost
Wenn Friedrich Merz laut  seinen vollmundigen Ankündigungen ein besserer Kanzler werden will als sein Vorgänger, den er den "schlechtesten Kanzler aller Zeiten" nannte, dann bleibt ihm für echte Realpolitik nicht mehr viel Zeit. Die AfD wartet in diesem Super-Wahljahr ja schon darauf, ebenfalls Versprechungen zu machen, die nicht gehalten werden können.

Für 2025 liegen bereits erste Daten vor, die zeigen, dass rund 4,4 Millionen Beschäftigte Überstunden leisten, wobei die Mehrarbeit oft in Arbeitszeitkonten fließt, während 19 % unbezahlte Mehrarbeit leisten, besonders in Branchen wie Finanzwesen und Energieversorgung.