Freitag, 6. November 2026

Wie in nur zwei Jahren die Weltordnung eine andere wurde

 Am Morgen des 6. November 2024 stand fest, dass der Milliardär Donald Trump, ein Vorbestrafter Sexualtäter, es erneut geschafft hatte, das Amt des vermeintlich mächtigsten Mannes auf diesem Planten zu erringen. Noch nie zuvor in der modernen Zeit wurde so lange vorher auf eine derart drohende weltweite Katastrophe hingewiesen. Und dennoch wählte ihn ein Land, berauscht von seinen Spruchblasen, mit knapper Mehrheit.

Quelle: ORF
In wenigen Tagen könnte die Zerknirschung seiner Wut und Rachsucht weichen.
Da ist einfach in seiner DNS. Eine "Lame Duck", die durchaus weiter Furcht einflößt

Was hat dieser Mann in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit nur alles angerichtet! Was hat er nicht alles versprochen! Von dem vielen, was er prahlerisch schneller losplapperte, als sein Verstand es ihm eigentlich geboten hätte, bleiben mir bis heute vorrangig diese Sätze vom 28. Juli 2024 - bedächtig sich selbst lauschend - in schrecklicher Erinnerung:

"I don't care how, but you have to get out and vote. And again, Christians, get out and vote, just this time. You won't have to do it anymore!"

Quelle: Wikipedia
There was't much healing Mr. President!

"Es ist mir egal wie, aber ihr müsst raus zum Wählen gehen! Und nochmal, Christen und wählt nur dieses Mal. Ihr müsst es dann niemehr tun!"

Gottseidank ist auch diese seiner vielen Prophezeihungen nicht eingetroffen. Das Amerikansiche Volk hat ihn mit seinem überraschend hohen Midterms-Votum für die Demokraten einen Denkzettel verpasst, der in der ehemals "Western World" vor allem aber in der EU für erleichtertes Aufatmen gesorgt hat.

Mehr sollte sie aber nicht länger zulassen, denn Trump hat ab dem heutigen Datum noch zwei Jahre Amtzeit als POTUS vor sich. Und wenn die Menschheit sich Zeit nimmt, zu rekapitulieren, was er in den vergangenen 24 Monaten rasend schnell an Vertrauen verwüsttet hat, sollte sie auf der Hut bleiben. Denn nichts ist gefährlicher als ein abgestrafter Narzisst und Prahlhans, dem man den Spiegel seines Fehlaverhaltens nun womöglich täglich vorhält.

Tief aus seinem Inneren kann es nicht bei seinen ersten, lässigen und dennoch uneinsichtigen Reaktionen bleiben. Das entspricht einfach nicht seinem Wesen,. Der Wolf hat Kreide gefressen, die ihm über die ersten Tage hinweghelfen wird. Aber dann wird er wieder mit Blut gurgeln. Trump hat viel zu viele Minen gelegt, die er noch zur Explosion bringen möchte. Und wenn es geht, sollen die noch ordentlich Dollars oder Cryptos in die Säckel seines Clans pusten.

Quelle: depositphotos
Ich bin vermutlich nicht der Einzige, der Angst davor hat, was er im Rest seiner Amtszeit noch versucht. Nur mir fehlen die Mittel, dieser Furcht zu begegnen. Die sich um die USA herum emanzipierenden Völker der "Freien Welt" jedoch, haben vereint die Power dieser möglichen Zeit eines noch verstärkten Horros zu begegnen. Allerdings dürfen sie sich im Hier und Jetzt nicht von seinen "neroschen Harfenklängen" einlullen lassen. Da läuft mancheiner Gefahr, bei lebendigem Leib verbrannt zu werden...

Mittwoch, 4. November 2026

Das Genre "Ragefiction"

Quelle: KinoCheck
Tyler Rake "Extraction 3": Einer allein gegen das Böse:
Möglich, dass sich Trump genau so sieht.
Bei Netlix
 Nachdem gestern die Wahlen zu den soganannten "Midterms" stattfanden, und die Demokraten wohl in beiden Häusern die Mehrheit errungen haben, beschäftigt mich diese Frage:
Ist es Donald Trump, der sich ja hartnäckig nicht für den Verlierer hält, dennoch gelungen, seine "Saat des Bösen"* so tief ins ,Land einzubringen, dass sie sich nachhaltig noch über die Folgejahre spalterisch auswirkt. Wenn er überhaupt einen Regierungswechsel zulässt, und nicht die Verfassung mit Dekreten kujoniert, um dem Beispiel seines Buddys Putin zu folgen: Als Präsident auf Lebenszeit an der Macht zu bleiben. Es ist möglicherweise noch nicht ausgestanden. Denn der Störenfried der Weltordnung hat ja noch zwei Jahre.
Quelle: Instagram
Ein von bösen Pharma-Gangstern
verursachtes Hirnkarzinom hindert
Navy Seal James Reece nicht daran,
wechselseitig mal gut, mal böse,
seine Abschussliste zu erfüllen.
Bei Amazon

Als exessiver Filme- und Serien-Konsument auf Streaming-Diensten stelle ich in jüngster Zeit nicht nur bei US-Produktionen eine Zunahme von Handlungen fest, die Blutrache ins Zentrum des Themas stellen. Das geht mit einem fiktiven gesellschaftlichen Verfall einher, indem beim Exzess der Gewalt, Ordnungskräfte entweder gar nicht vorkommen oder als obsolet betrachet werden müssen, weil sie korrupt sind, wenn sie sich nicht sogar aktiv am Verbrechen beteiligen. Und da solche Trump nahen Giganten wie Netflix, Amazon und Warner ja international produzieren, infizieren sie vielleicht auf Dauer auch unsere Produktionen.

Quelle: Instagram
"Polizeiruf 110" vom 1. November 2026:
Sie haben Namen
Der "Polzeiruf 110" aus Schwerin vom Sonntag und der "Stralsund-Krimi" - die letzte Rolle vom fabelhaften Alexander Held - haben bei mir düstere Ahnungen von einem noch düstereren Deutschland, dass nach Law&Order lechts hinterlassen.  Auch spanische, koreanische und französische Kriminalfilme - wie Montagnacht der im ZDF ausgestrahlte "Seelenfänger" besschreiben Zustände einer Welt, die zunehmend unwirtlicher wird. Allerdings meist noch mit einer Botschaft der Erleichterung durch Lösung der Fälle.

Quelle: hitchecker
Zwei Krimis, die den Deutschen Osten
so grau darsttellen, dass die
AfD sie einfaach bejubeln muss.
Beide in den jeweiligen 
Mediatheken
Bei den US-Serien wie "Tyler Rake" oder der gerade mit Staffel 2 fortgesetzten "Terminal List" wird Rache nicht nur als Handlungsstrang benützt, sondern auch der Staat stets als Verschwörer-Gemeinschaft oder Kriminelle Vereinigung dargestellt. Dadurch wird Rache zu einem veritablen Antrieb und zu einem vermeintlich angestammten Recht auf Rechtlosigkeit. Gerade so, wie uns die Verhältnisse immer wieder vom Wilden Westen je nach Einfluss der Regirenden in unterschiedlichen Perspektiven beschrieben wurden. Edel sei der Mensch hilfreich und amerikanisch witzelten in Anlehrnung an Goethes Hymnus "Der Göttliche" einst ein Kritiker, als die Amerikanisierung unseres Landes überhand nahm. Jetzt wäre eine günstige Zeit zur nachhaltigen Neuorientierung!
Sollte freie Forschung in den USA einmal wieder möglich sein, wäre das gewiss ein Thema: Krimis und Western im Laufe der Zeit im Hinblick auf die jeweilige Ausrichtung der Regierung zu untersuchen.

Da man jetzt schon mit Fug und Recht Donald Trump als einen der rachsüchtigsten Staatsmänner aller Zeiten bezeichnen kann, könnten spätere Denker den Mann, der den Sturm auf das Capitol animierte, unbberechtigte Gebietsansprüche anmeldete und fadenscheinigste Argumente für kriegerische Handungen anführte, als Katalysator für eine besondere Kunstform - nämlich dem Genre "Ragefiction" - entlarven... 

*Zweimal unter dem selben Titel verfilmt haben der Streifen von 1985 nach dem Roman von Jeffery und das Umwelt-Drama von 2011 nichts miteinander zu tun.

Montag, 2. November 2026

Vom Leben aus dem Sparstrumpf

Quelle: Stern
Ich kann meine Empathie für die demonstrierenden, jungen Menschen in ganz Europa nicht oft genug zum Ausdruck bringen. Muss ihnen aber im Gedenken an die friedlichen Montagsdemos, die die DDR zu Fall brachten und auch aus der Erfahrung meines Lebens sagen, dass angewandte Gewalt deshalb nichts bringt, weil die Ordnungskräfte und diejenigen, die sie zum Einsatz bringen, darauf nur umso härter reagieren. Um nicht zu sagen, danach lechzen, sie mit ganzer Härte anzuwenden. Ob ein Herrman ind Bayern oder ein Dobrindt im Bund - CSU-Minister haben das Law&Order-Prinzip gewissermaßen in ihrer Macht-DNA. Da wundert es nicht, dass wie gestern in Frankfurt. bei der Schuldzuweisung gleich wieder die alten Feidbilder linke Extremisten und "migrantische" Deutsche Staatbürger angeprangert werden. Und damit stehen sie dann der AfD oft näher als den Liberalen in der aktuellen Koalition.
Quelle: T-online
Der Deutsche Meister im Auftreten vor der Kamera
mit der neu gegründeten Spezialeinheit der Bundespolizei

Ich teile als Euro-Geschädigter die Wut der jungen Leute. Besonders  die der Studierenden und SchülerInnen. Sie haben Stand heute durch die aktuellen Lebenshaltungskosten nicht nur zu knapsen, sondern auch in Zukunft keine wahre Perspektive auf Wohlstand, sofern sie nicht entsprechend erben. Letzteres jedoch könnte die Schere zwischen arm und reich sogar noch weiter öffnen. Das prognostizieren beinahe alle europäischen, volkswirtschaftlichen Studien.

Zwischen meinen in der Mitte der Vierziger angekommenen Kindern, meiner Frau und mir entbrennt beinnahe bei jedem Familien-Essen eine Diskussion ums richtige Erben unserer Immobilien, denn obwohl sie überdurchschnittlich gut bverdienen, haben sie keinerlei Aussicht, sich selbst einmal Wohneigentum zu ermöglichen. Oft wird mir dann vorgeworfen, ich hätte durch unseren früheren Lebensstil - von dem sie ja auch profitiert haben, ein Vermögen verschleudert.
Sie waren allerdings noch zu jung, um mitbekommen zu haben, wie der Euro die einstige Kaufkraft der DM quasi innerhalb eines Jahres halbiert hat.  Zum Einführungsdatum der Banknoten, dem ersten Januar 2002; wurde der Euro mit 1,95583 D-Mark umgerechnet. Dann haben sich aber die ehemaligen Mark-Preise innerhalb von weniger als einem Jahr eins zu eins in Europreise verwandelt.

Ich bringe dann in solchen Fällen immer mein Pizza-Margherita-Theorem aus den Folgejahren der Einheitswährung, die wir im Italienischen Exil verbrachten:  Vom Lire umgerechnet hat die einfache Pizza davor schon stolze 9 Mark gekostet. Nach dem  ersten Euro-Jahr kostete sie bereits 9 bis 10 Euro. Das musste schon 2008 einfach schnurstracks in eine Krise führen, in der wiederum der Steuerzahler die Crashs diverser Banken abwenden musste, owohl sich im gleichen Zeitraum Löhne, Gehälter und Renten ja nicht verdoppelt hatten. Diese allein als Wohltat von ihren Schöpfern beschriebene Mega-Inflation wurde dann auch von den Geld-Politikern durch die Scheinvorzüge des grenzenlosen Zahlungsverkehrs nachhaltig schön geredet,

Neben meinem Pizza-Margherita-Theorem
gilt es auch den Capuccino-Komplott zu beachten -
"aufgedeckt" von pixabay 
Bei unseren Verlustanlagen sprang aber im gegenzug keiner ein, als wir innerhalb eines Jahres 40 Prozent unserer Rücklagen verloren. Die Kaufkraft des Euro-Betrags unserer als Freiberufler und Kleinunternehmer geringen staatlichen Rente halbierte sich bis zum Eintrittsalter. Heute entspricht sie allenfalls noch einem Viertel.
Haben wir munter aus dem Vollen weiter gelebt? Ja, nach den Infarkten in unseren 60ern hätten wir nie gedacht, dass wir zu den Alten gehören würden, die jetzt auf den Straßen beschimpft werden, alles verdengelt zu haben. Aber angesicht des heutigen Zustands auf der Welt muss ich denen ganz egoistisch entgegenhalten: Wir hatten's uns verdient und schön war's!

Bei GIFFITS auf Lager
Das Leben aus dem Sparstrumpf ist so risikoreich, weil es eben hilflos gegenüber äußeren Bedingungen macht. Schon in meinem aktiven Leben standen die Zeiten ja oft genug auf: alles oder nichts! Nur waren da noch Kraft und Geistesfrische in ausreichendem Maße für entsprechende Gegenraktionen vorhanden. 
Der Senioren-Generation nun vorzuhalten, sie hätten auf Kosten der Jugend und ihrer Zukunft gelebt, ist daher nur teilweise richtig.
Aber ist es denn schlimm, dass wir Mittelmaß-Menschen nun erst auf der Zielgeraden des Lebens lernen mussten, zu sparen? Ganz und gar nicht! Das bringt uns nämlich der protestierenden "Gen Z  regelt" nur näher und entfernt uns auch immer weiter von den Versprechungen der Poltiker. Als Gefangene in dieser absolut verfahrenen, gesellschaftlichen Situation, in der seit jeher die Reichen immer reicher werden, und der Rest schauen muss, wie er mit den Gegebenheiten zurecht kommt, gerät langsam die Hilflosigkeit der Alten zum Gleichstand mit der der jungen Protestierer.

Natürlich haben wir den Vorzug der eingenen vier Wände, auch wenn das Wohngeld hier im Glashaus schon fast das Niveau einer früheren Miete erreicht. Aber die Kosten des täglichen Bedarfs lassen sich vor allem dadurch reduzieren, dass wir der Inflation durch den Konsum von Eigenmarken und Sondeerangeboten ein Schnippchen schlagen, und Frischeware bedingt nach Jahreszeiten einkaufen. Da wir besser kochen als das, was wir in Restaurants meist zu überzogenen Preisen vorgestzt bekommen, verspüren wir auch da keinen "Mangel an Luxus" mehr. Wir nehmen das Auto nur, wenn wir die Distanz zufuß nicht mehr schaffen und vermeiden tunlichst den ÖPNV dessen Preise in München für eine von den Grünen dominierten Metropole derart absurd sind, dass man billiger mit dem Auto in die City fährt.

Und denke ich an die Ukraine und Gaza in den bevorstehenden Wintermonaten - hier wie dort - leben wir mit "Bordmitteln" vergleichsweise doch immer noch ein erfülltes Leben zuende. - So lange  es eben noch geht.


P.S. Gerade entdecke ich, dass dieser, sehr persönliche Post auf dem Prüfstand einer KI als "Parabel" eingestuft wurde.  Als wenn ich das beabsichtigt hätte:

Eine Parabel zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

Zwei Ebenen: Es gibt eine konkrete Bildebene (die vordergründige Geschichte) und eine übertragene Sachebene (die eigentliche Bedeutung oder Lehre).
Der „Tertium Comparationis“: Das ist der gemeinsame Nenner oder Schnittpunkt, an dem die Bildebene und die Sachebene übereinstimmen und der das Verstehen der Botschaft ermöglicht.
Rätselhaftigkeit: Die Absicht oder Lehre wird dem Leser fast nie direkt verraten; er muss den Text selbst entschlüsseln (interpretieren)
Alltägliche Situationen: Die Handlung greift oft alltägliche, leicht verständliche oder modellhafte Konflikte auf, um komplexe menschliche Verhaltensweisen zu veranschaulichen.
Bekannte Beispiele: Berühmt sind die biblischen Gleichnisse (z. B. Der verlorene Sohn) oder moderne Parabeln von Autoren wie Franz Kafka (Vor dem Gesetz) und Bertolt Brecht (Geschichten vom Herrn Keuner).

Den jeweiligen Regierungen unter dem Euro-Zeichen hätte es aber gut angestanden, für Bürgerinnen und Bürgern mal beim Haushalten mit dem Euro eine mathematische Parabel anzuwenden:
Quelle: mathepanik.de


Freitag, 30. Oktober 2026

Vom Fluch einer Fifty-Fifty Welt

Quelle: Instagram
Wer die letzten Wahlen rund um den Globus verfolgt hat, dem wird aufgefallen sein, dass es immer schwieriger wird, auf Basis der ersten Auszählungen Wahlsieger zu bestimmen. In manchen Nationen müssen dann Stichwahlen entscheiden, die womöglich auch noch mit knappen Unterschieden die Regierenden bestimmen. Das nährt zugleich die Narrative von gestohlenen oder gefälschten Wahlen. Sähe beispielsweise die Amerikanische Verfassung für das Präsidenten-Amt eine Stichwahl vor, dann hätte sich das Quasi-Patt auch anders auswirken können, und der Welt wäre einiges erspart geblieben. Aber um genau zu sein: Was häufig nun für funktionierende Demokratie gehalten wird, verdeutlicht weltweit die Schwächung dieser Regierungsform.

Hinter dem Gleichstand - ob durch Koalitionen oder infolge eines Zweiparteien-Systems - kann sich auch der Niedergang einer demokratisch regierten Nation verbergen. Jüngstes Beispiel sind Brasilien und Israel.

Quelle: www.sueddeutsche-zeitung.de
Wo kommt nur das Geld für eine so
aufwendige Flucht vom gescheiterten
Präsidentschafts-Kandiaten Flávio Bolsonaro her?
Von der Bolsonaro-Clique sitzen zwei Brüder
im Senat während der Papa sein Strafe
wegen Korruption im Hausarrest absitzt
Bei den Brsilianern hat sich die erwiesenermaßen faschistische Ausrichtung nicht noch einmal durchsetzen können. Die Bolsonaro-Clique nützte aber die Nähe zum amerikanischen Präsidenten, der auch ihren Wahlkampf (finanziell?) unterstützt hat, um noch aus dem Exil oder Hausarrest eine revolutionäre Stimmung zu erzeugen. 
Bei den Israelis gibt es keine Stichwahl, was bedeutet, dass wenn Oppositionsführer Gadi Eisenkot mit den arabischen Abgeordneten keine Mehrheit bilden kann, Benjamin Netanjahu zumindest bis zu Neuwahlen als geschäftsführender Ministerpräsident in dem bereits eingeschlagenen Tempo weitermachen könnte. Er will ja unbedingt noch in Gaza und im Westjordanland Gebietserweiterungen unter Mißachtung jeglichen Völkerrechts unumkehrbar manifestieren. Wo das hin führt, und was ein nach den Midterms womöglich angeschlagener Waffenbruder Trump ihm dabei an Schützenhilfe leisten könnte, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Ein neuerlich gemeinsam entfachter Krieg gegen den Iran wäre ja für beide ein vermeintliches Signal der Stärke an ihre jeweiligen Wähler oder Symapathisanten ihrer martialisch geprägten Politik...

Quelle: Lantag Sachsen-Anhalt
Verhilft einem quasi 
nicht mehr existenten
BSW-Konzeptr zu
überproportinaler
Macht: Claudia Wittig
Quelle: Fraktion Die Linke
Gefährlich wird die Bildung
von Koalitionen immer dann, 
wenn es strittiges Personal
gibt, an denen sie scheitern
könnten. Beispiel: Vanessa Emde
Aber lassen wir Europäer uns nicht von Zuständen anderer Länder ablenken! Ob in den Niederlanden, Italien, Frankreich, Spanien oder gar in Skandinavien stehen sich gleichstarke Lager bei Wahlen nur mit Quäntchen auf der politischen Waagschale gegenüber. Vor allem aber konfrontieren sich die politischen Kräfte bei der "Leitnation wider Willen", Deutschland. Das liberale Mittelfeld wird zunehmend aufgerieben, und die potenziellen Koalitionen mit Parteien, die programmatisch ausgerichtet sind, werden durch Brandmauern abgetrennt. Dadurch ergäben sich für Splitter-Parteien - egal welcher Tendenz sie folgen - die Rolle als Zünglein an der Waage: Siehe Sachsen-Anhalt oder Berlin. Kommen keine Koalitionen ohne und gegen sie zustande, wäre das in dieser Fifty-Fifty-Situation jeweils eine Stärkung der AfD.


Mittwoch, 28. Oktober 2026

Die Weissagungen der Weismacher

Quelle: Laudator  temporis acti
Wo bleibt Janus wenn man ihn braucht?
Der zweigesichtige Gott der Tür, des Gestern
und des Morgen, der Seher von
Vergangenheit und Zukunft,
aber auch der Zwietracht
und Verweigerer der Gegenwart:
Leser, die meine Posts schon
länger lesen, kennen meine
Überlegungen zu seiner Mythologie
Mitten in der Sintflut weissagender Worte blieb in den vergangenen Tagen ein Satz mit Widerhaken in meinem gebrauchten Gehirn hängen:

Deine Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern, deine Zukunft schon!

Wegen seiner Zeitünder-Wirkung habe ich leider verpasst, welcher Weise oder Weismacher den Spruch abgelasssen hat. Aber wozu versorgt mich denn mein Provider mit KI? Dabei kam zunächst einmal das als Antwort raus:

Das Zitat „Deine Vergangenheit kannst du nicht mehr ändern, deine Zukunft schon!“ ist ein klassischer Leitgedanke für Selbstverwirklichung und mentale Stärke. Es besagt, dass wir uns nicht von früheren Fehlern oder Erlebnissen fesseln lassen sollten, sondern unsere Energie auf das Hier und Jetzt richten können, um neue Wege zu gestalten.
Die Kernbotschaft:
In Gedankensammlungen und Lebensweisheiten  wird diese Überlegung oft als Antrieb genutzt, um alte Lasten loszulassen und den Blick nach vorne zu richten...

Ja, wenn das so einfach ist, dann hätte ja unsere drastisch überalterte Gesellschaft wohl nichts zu befürchten. Die Jungen brauchen eben nur mehr Selbstvertrauen und zielgerichtetes Denken, dann wird's schon werden.
Pustekuchen!

Weshalb gehen die jungen Leute denn gerade europaweit protestierend und randalierend auf die Sraßen? Sie bräuchten doch nur mehr Antrieb. Einfach die maroden Schulen, die verranzten Unis und die sich doch nur vorübergehend ergebende Chancenlosigkeit ihrer jungen Jahre ausblenden!

Für die Weissagungen der Zukunft habt ihr ja eure Politiker, die für blühende Landschaften, Chancen-Gleicheit und gesicherten Wohlstand sorgen. Und wenn alles nicht klappt, könnt ihr ja auch noch euren Wirtschaftsbossen ins goldene Exil folgen. Zum Beispiel nach Georgia, wo Audi und sein Boss, Gernot Döllner, bald ohne die blöde Klima-Flennerei der Europäer Verbrenner-SUVs vom Feinsten bauen will. Aber was, wenn er mit Trump und seinen republikanischen Faschisten aufs falsche Pferd gesetzt hätte, wenn er als Wahlkampfhelfer kurz vo den Midterms in den falschen Arsch gekrochen wäre?

Quelle: Spiegel
Wieder einmal ein Deal
mit einem, der seiner
Mächtigkeit als
"Bootlicker" auf dem Leim geht.
So grinst ein Kater,
der gleich eine Maus verspeist

Was für eine Perspektive: Wenn Stellenabbau hier mit Arbeitsplatz-Prahlereien dort konterkarriert wird!

Montag, 26. Oktober 2026

Vom Horror in horrösen Zeiten

Quelle: Eli der Elefant
Nicht nur, dass die Weihnachtszeit schon kurz nach Allerheiligen beginnt. Jetzt greift die Amerikanisierung unserer Gesellschaft durch Halloween schon seit Mitte Oktober in unseren Alltag ein.
Es fängt an mit den Kürbissen, die allenthalben auf den Straßen und seit Sonntag auch hier im Glashaus vor dem Wohnzimmer-Fenster Fratzen schneidend herumkullern. Die Zusicherung meiner Frau, die Hokkaidos ergäben nächste Woche eine wunderbare Suppe, erinnerte mich an mein sommerrliches Kürbis-Desaster auf der Burg, wo ich eine neue Kreation mit dem "Langweiler" dadurch versaut habe, dass ich die kurze Garzeit samt Schale falsch eingescchätzt hatte.
Was wurde aus dem Kürbis-Matsch? Natürlich wieder eine Suppe - bei fast vierzig Grad im Schatten!

Quelle: FAZ
Medusa Klum als Maschine fürs Eigenmarketing
Gut, also das mit den Kürbissen und der anschließenden Verwertung lasse ich mir gerade noch eingehen. Aber was verleitet eigentlich schöne Menschen wie Heidi Klum und Taylor Swift dazu, sich auf ihren als Weltereignis vorab angekündigten Kult-Partys in hässliche Monster zu verwandeln? Wobei die Kaulitz-Zwillinge ja ohnehin das ganze Jahr irgendwie als Halloween-Gruselmonster herumlaufen...
Quelle: t-online

Der Horror-Hype muss befeuert werden, damit der geplagte Einzelhandel seine Untensilien des schönen Schreckens in den als Geisterbahnen dekorierten Schaufenstern als Marktbelebung an die Monster-Süchtigen loswerden kann.
In meiner Kindheit mit den amerikanischen Nachbarn, war das Herumgeistern in blutigen Bettlaken mit Sehschlitzen und Trick'r-Treet-Schreien nur einen Abend lang allein den Kids vorbehalten. Schon meinen älteren Schwestern war das peinlich. Heute scheint Halloween überwiegend ein Indoor-Erwachsenen-Ding zu sein, weil man die Kinder in den Wohnschluchten ja bei realem Schrecken längst nicht mehr allein vor die Tür schicken kann.

Klingt der Post jetzt nach Spaßbremse? Ich gönne jedem den Horro-Spaß in horrösen Zeiten. Gibt ja sonst kaum noch etawas zur Entspannung. Aber dass mein Hearts-Computer-Cardgame schon seit Samstag mich und meine fiktiven Mitspieler wieder verkleidet hat und obendrein nach meinem sommerlichen Scheitern mit Kürbis geschmückte Karten spielen lässt, nehme ich Greenfelt echt übel.






Freitag, 23. Oktober 2026

Redlich reden!

Wer heurzutage liest, hört oder sieht, dass sich jemand redlich bemüht, stellt sich meist vor,  dass jener es wohl nicht schaffen wird. Politiker fordern gleichzetig mehr Redlichkeit und übersehen dabei gerne, dass die Veranlagung zu dieser Charakterstärke in der DNA festgelegt ist, und daher nicht allen gleichermaßen zur Verfügung steht. Der Redlichkeit steht Vorhaben häufig als schlechtes Gewissen im Weg und muss überwunden werden, wenn man voran kommen möchte. In der Politik ist es üblich, dass es so oft überwunden wird, dass von der Redlichkeit am Ende immer weniger übrig ist. Das zeichnet Machtmenschen aus, je länger sie leben. Bei den Greisen der Macht, die derzeit unseren Planeten im Griff haben ist das dauernde Überwinden dann zur Skrupelosigkeit gediehen.

Quelle: www.fr.de
Seit Trump das Amt als Führer der westlichen Welt (The Leader Of The Western World) zum zweiten Mal so selbstherrlich übernommen hat, ist die feine Kunst der Diplomatie durch einen aggressiven, pöbeligen Redestil entweiht worden. Der besteht aus schamlosen Lügen, unhaltbaren Anschuldigungen und atomaren Drohgebärden. Das Schlimme ist, dass der zunehmend abfärbt. Ich habe den Eindruck, dass ihm auch schon in unseren Parlamenten nachgeeifert wird, seit die AfD zur Bedrohung unserer Demokratie geworden ist. Der Mangel an Redlichkeit fällt vor allem bei denen auf, die ihre Felle davon schwimmen sehen - wie jüngst beim Bayrischen Ministerpräsidenten auf dem Parteitag der Jungen Union.
Quelle: Tagesschau
Mit der Geste und dem Brustton des Propheten
auf dem Parteitag der JU

Da hat Markus Söder - nachdem eigene christliche Parlamentarier in Sachsen-Anhalt durch ihr Abstimmungsverhalten eine Bresche in die Brandmauer nach rechts gerissen haben - nun schnell zur Ablenkung eine weitere Mauer gegen die Linksradikalität gefordert. Man könne der Welt die Deutsche Hauptstadt unter einer von der Linken geführten, demokratischen Regierung mit den Koalitionären Grüne und SPD nicht zumuten. Söder übersieht dabei, dass es zwischen zwei Mauern noch schwerer wird, Demokratie aus die Mitte heraus zu sichern.

Das war die erste Unredlichkeit, die Berlin auf eine Stufe mit Magedburg stellte, wo der Parlamentspräsident ja nur mit CDU-Stimmen gewählt werden konnte.

Einen Tag später verlangte seine Bayrische Tollität im Nachschlag, aus dem Länderfinanzausgleich zwischen den Bundesländern dürften keine Mittel an Länder mit extremistischer Regierung fließen.

Das war Unredlichkeit zwei: Eine Forderung, die nicht nur gegen die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland verstieße, sondern auch demokratisch gewählte Landesregierungen diffamiert, die sich obendrein noch gar nicht richtig konstituiert haben. Was sich anhört wie ein Schutz der Demokratie, wäre defacto bereits eine Beschädigung. Immerhin konnten ja nach beiden Seiten noch nicht einmal Verbotsverfahren auf den Weg gebracht werden.

Gut, dass der Franke vorerst keine Chance auf die Wahl zum Bundeskanzler hätte. Das wäre ja nach dem "schlechtesten Kazler aller Zeiten" (den Titel hat Merz ja schon jetzt von Scholz geerbt) der "Damfplauder-Kanzler Zweipunktnull".

Üb immer Treu und Redlichkeit

Quelle:  Klassik Stiftung Weimar

Bis an dein kühles Grab,
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab.

Dann wirst du wie auf grünen Au'n
Durch's Pilgerleben geh'n,
Dann kannst du sonder Furcht und Grau'n
Dem Tod ins Auge seh'n.

Auszug aus dem Gedicht von Ludwig Christoph Heinrich Hölty, erschienen 1775. Dieses Lied habe ich in der Volksschule noch singen müssen.