Mittwoch, 14. Oktober 2026

Gemeine Genealogie der Geschlechter

Wie kann der Mensch seiner täglichen Empörungen Herr werden, die Mächtige mit ihren  den Atem raubenden Handlungen auslösen? Vor langer Zeit - während meiner literarischen Anwandlungen, und bevor das Gendern losging - habe ich damit begonnen, zumindest Männer und Frauen in meine "gemeine Genealogie" einzuordnen. Diese ähnelt zwar der Methode, die Psychologen schüchternen Vortragenden empfehlen: Nämlich sich das Auditorium in Unterwäsche oder gar ganz nackt vorzustellen. Meine Kategorisierung hat jedoch zumindest auf  den ersten Blick nichts mit Gender-Bashing zu tun, sondern macht die vor einem Stehenden leichter verträglich.

Bevor ich also regulär beginne, meine Wut wieder mit der Steinschleuder im Glashaus auszutoben, möchte ich diese Einordnung meinen Leserinnen und Lesern - und wie Bömermann das ergänzt "allen dazwischen und darüber" - näher bringen. Ich will nämlich öfter - um mir Ausführungen über Charaktere in Zukunft zu ersparen - auf die Begriffe meiner Genealogie zurückgreifen. Damit die Texte wenn ich sie anwende, dann noch verständlich bleiben, möchte ich meine bislang geheimen Zuordnungen hier in aktueller Fassung weiter geben.
Lesebeispiel: Jens Spahn, der Ballett-Tänzer, mit Rolle rückwärts auf die Hinterbank...

Männer ordne ich also demnächst womöglich mal so ein:

1. Der Friseur
Das sind Typen, die dir um den Bart gehen, dich einseifen und pomadisiert Gerüchte wortgewandt weiter geben, beziehungsweise wenn du unachtsam etwas preisgibst, dies insgeheim an den nächsten Kunden wie einen vorgegebenen Geheimnisverrat "durchstecken". Ich ordne den Fraktionsführer der Christdemkraten, Thorsten Frei, dieser Kategorie zu.
Quelle: Facebook


Quelle: Webside Lindner
2. Der Ballett-Tänzer
Das sind echte Leisetreter. Immer auf Zehenspitzen von einem zum anderen herum eilend, treten sie selten auf ganzer Sohle fest für etwas ein. Für leicht befundene Frauen wirbeln sie, mitunter bekennend schwul, im Pas-de-deux gerne herum oder heben sie scheinbar mühelos empor. Zum Stillsitzen taugen sie wenig, wehalb sie seltener im Parlament aber umso häufiger in der Lobby zu finden sind. Der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Tobias Lindner von den Grünen, passte in diese Kategorie.

Quelle: Wikipedia

3. Der Teppichhändler
Welcher meiner Moves legt meine Konkurrenz aufs Kreuz? Welches Dekret bringt mir den höchsten persönlichen Gewinn? Wem verkaufe ich - selbst meinen meinen besten Freunden - was zu meinem größtmöglichen Vorteil. Und wem jubel ich alte Muster als gerade von mir gefunden und erfunden unter? Was schert mich das Gesetz der anderen! Ich bin immer der Erste, der Größte, der Beste. Vor allem aber dann, wenn ich meine "fliegenden Teppiche" in aller Welt vertreiben kann! Der mächtigste Vertreter in dieser Kategorie - wen wundert es - ist natürlich POTUS Donald Trump.

Quelle: Dreamstime

4. Echte Männer
Doch! Sie weinen, schämen sich aber ihrer Tränen nicht. Sie stellen die Sache stets vor ihr Ego. Sie stehen wieder auf, wenn Unrecht sie zu Boden drückt, aber sie opfern ihr Leben nicht! Sie sind lieber stille als gefeierte Helden. Denn ihre Beharrlichkeit ist das Elixier fürs Überdauern. Nach Marcel Reich-Rancki, dem Literaten und Kritiker, ist jedoch ein echter Mann erst dann erwachsen, wenn er begriffen hat, dass er nicht mit jeder Frau schlafen kann, die bei ihm Begierde erweckt. Unter all den beeindruckenden Männern, die ich erleben oder gar treffen durfte, fallen mir spontan vor allem Nelson Mandela und Richard von Weizsäcker ein.

Quelle: FOCUSonline













Das Gendern verlangte wohl von mir, dass ich äquivalent die Männer-Kategorie auf die Frauen ummünzte. Aber dann müsste ich meine damaligen Ideen komplett verwerfen. Auch weil die "Friseuse" mittlerweile zu so einem Klischee-Begriff geworden ist. Kaum noch jemand wird auch mit der historischen "Spionin" Mata Hari (https://de.wikipedia.org/wiki/Mata_Hari) und nur wenige mit Indira Gandhi etwas anfangen können. Beide betitelten vor Jahrzehnten meine Kategorien.  Alice Schwarzer hätte in diesem Zusammenhang eine eigene Sparte haben können, wäre sie nicht immer so verbiestert.

Deshalb ordne ich Frauen neuerdings so ein:


1. Die Influencerin
Sie erhebt Dinge, die die Welt gerade jetzt bestimmt nicht braucht, mit ihrer alleinigen Kompetenz zu einer allwissenden Wichtigkeit. Dabei geht es ihr noch nicht einmal darum, Fachlichkeit zu vermitteln, sondern eher, ihrem Narzissmus zu frönen. Sie plappert so dahin. Aber wehe, sie begegnet dem dereinst im Netz wieder! Das WWW at least forget!. Dann ist es zu spät. Es gibt von denen zu viele Überflüssige im kurzzeitigen Überfluss, dass es eigentlich unfair ist, Shirin David allein als typisches Besipiel abzubilden. Aber sie rappt wenigstens ganz nett. 

Quelle: Stern
Ich halte übrigens die öffentlichrechtlichen Influencerinnen von Caren Miosga bis hin zu Maybrit Illner für weitaus gefährlicher. Vielleicht gibt es ja zum männlichen Pendant für diese bald ja auch eine extra Kategorie und so einen aktuellen Hit wie den von Teddy Swims? Ambivalenter Titel: Missis Know It All!


Quelle: Bundestag
2. Die Schmetterlings-Frau 
Sie startet als Puppe und steigt mit schönem Flügelschlag zu immensen Höhen auf. In denen wird sie oft von männlichen Kollegen damit verunglimpft, ihre Höhenflüge allein der Besetzungscouch oder ihrem Aussehen zu verdanken. Gut, dass da die These, ein Schmetterlings-Flügelschlag hier, könne andernorts einen Orkan auslösen, eine Fehlinterpretation ist. Wenn Schönheit, Eloquenz und Fortune zusammen kommen, könnte das alleredings auch politisch bald mal zu einem "Wind of Change" führen. Schade, dass Annalena Baerbocks Amtszeit bei der UNO auf ein Jahr beschränkt war.


3. Die Primaballerina
Quelle: Spiegel
Bei ihr ergeben sich durchaus im Verhalten Parallelen zu meiner Kategorie 2 der Männer-Genealogie. Aber ihr kommt nicht selten im Alter die Quote zugute. Die Posen und die kunstvollen Pausen zum Atemholen bleiben ihr aber auch dann erhalten, wenn sie trotz akademischer Weihen womöglich weiter zu den Grenzen ihrer Kompetenz pirourettiert. Die öffentliche Hörigkeit hat eben mehr Einfluss als eine "Lesung" im größten Hörsaal der Uni. Und Erben leben  als Wähler eben länger als ihre Erblasser.  Sie könnte einem als echtes Beispiel für eine Primaballerina schon leid tun, die arme Katherina Reiche. Tänzerinnen sind selten auch rhetorisch begabt.

Quelle: Cantara.de
Mutter Courage in Gaza

4. Die Marketenderin
Nicht durch Zufall war "Mutter Courage und ihre Kinder" nach der "Dreigroschenoper" das erfolgreichste Schauspiel von Berthold Brecht und machte Therese Giehse und Helene Weigel über den deutschsprachigen Raum hinaus zu Bühnen-Stars. Darin wird die Marketenderin, die im 30jährigen Krieg mit ihrem Wagen hinter der marodierenden Landsknechten herzieht, zum Sinnbild der Ur-Mutter, die sich resolut allen Herausforderungen stellt, um den Ihren das Übeleben zu ermöglichen. Emanzipation hin oder Gendern her: Heimlich wünscht sich wohl jeder Mann tiefenpsychologisch nicht nur in den Schoß der Mutter zurück, sondern träumt sein Leben lang auch von der von ihr  einst bereiteten, schützenden Geborgenheit.  Doch diesen Typus der Marketenderin kann und dürfte es in der heutigen Zeit eigentlich nicht mehr geben. Einer Zeit, in der es mächtigen Männern gefällt, Soldat*innen in Kriege zu schicken, die allein dazu dienen, ihren irrwirtzigen Herrschaftsansprüchen zu frönen. 
Mir fällt keine "echtere Frau" ein, als die eine von Millionen, der es gerade gelingt, zwischen all den Trümmern kaltherziger Verwüstung ihrer geschundenen Familie das Über
leben zu sichern.
Quelle: FAZ
Mütter mit Courage zwischen den Linien
der Kriegsparteien im Sudan













Quelle: planetwissen
Am Ende des Zweiten Weltkriegs
waren die couragierten Mütter
auf der Flucht, meist ohne ihre Männe
auf sich gestellt, dem Schicksal gefeit..
Ist es in Europa  auch bald wieder so weit?




Freitag, 25. September 2026

In Memoriam Michael Pfeffer

 

Quelle: www.merkur.de
In den Anfängen als Schreiberling wurde ich oft mit Nachrufen betraut. Angeblich, weil ich sie so einfühlsam schrieb. In Wahrheit drückten sich die Kollegen meist um die geziemenden letzten Worte. Bei  allen, die ich schrieb, fällt mir der heutige besonders schwer, denn er betrifft den ZDF-Sporteporter Michael Pfeffer.
Bis zu seiner Pensionierung nach den Olypischen Spielen von 2024 in Paris, war er Jahrzehnte  lang einem Millionenpublikum als die kompetente Kommentatoren-Stimme für die Tour de France und spektakulären Skirennen bekaannt. Kaum bekannt ist, dass er seine journalistische Laufbahn bei mir begonnen hat, weshalb mich diese Pflicht besonders schmerzt. Wer schreibt schon gerne über einen Schützling, der vor einem stirbt.

Michael Pfeffer war prädestiniert für beide Zeitschriften, die ich in den 1980ern verantwortete. Seine Vielsprachigkeit und seine Neugier auf Menschen verhalfen ihm bald schon zu Reportagen für TRAVELLER's World, und seine ehemalige Zugehörigkeit zur alpinen Deutschen Studenten-Skinationalmannschaft machten ihn zum idealen Kandidaten für unser Testmannschaft bei der Zeitschrift "Ski".
Ich habe ihn heimlich "Sergant Pepper" nach dem Beatles-Album genannt, weil er da schon eine strikte Erscheinung mit klaren Zielen war. Als er auf Anhieb für den ZDF-Reporter-Nachwuchs ausgewählt wurde, war klar, dass ich ihn nicht halten konnte. Was ich auch gar nicht erst versuchte. Er ist einer der wenigen jungen Menschen, die ich ausbilden durfte, bei denen die Verweildauer leider nicht zum Duzen gereicht hat.

Etwas hat er jedoch von uns mitgenommen: Seine Liebe zu Brasilien, die in ihm nach einer Reportage entbrannte. Er heiratete entsprechend eine Brasilianerin und kaufte sich eine Wohnung in Rio.
Dem Vernehmen nach verstarb er vergangene Woche vor einem der berühmten Strände, beim Schwimmen. Er wurde 67 Jahre alt.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Ein Halt der nachhallt

Wir sind heil angekommen. Das zählt! Früher - seit wir nicht mehr an einem Stück durchbrausen - haben wir die erste Etappe länger gewählt, damit wir nach der zweiten schon am Meer zu Mittag essen konnten.

Auf unserer Route über den Bernardino ist die Schweiz leider immer das teure Muss. Umso mehr hat es uns immer überrascht, wie unterschiedlich die Schweizer Gastfreundschaft ausfällt. Ausgerechnet in Luxus-Hotels wurden wir wegen des Buchungsservice, den wir benutzen, oft als Gäste zweiter Klasse behandelt und auch gern ums Frühstück betrogen. In Appartements sparte man auch am persönlichen Service durch das komplizierte Schlüsselbox-System.

Für diese Anreise suchte ich wegen des späten Termins zunächst wie immer zwischen Bellinzona und Chiasso, sah aber bei Altbewährtem - wohl wegen des Ferienbeginns - Preise, die ich mir bei bereits gemachten Erfahrungen einfach nicht mehr leisten wollte. Außerdem - wegen unserer Auto-Situation wollte ich meiner Frau keine allzu lange Fahrt zumuten. Was gibt's denn genau auf der Hälfte der Distanz zwischen München und Ligurien?

Da traute ich meinen Augen nicht: Im italienischen Winkel von Graubünden, am Ufer des Ticino stieß ich im Netz auf ein Hotel unter Indischem Management, zu dem ein Indisches Restaurant namens Jaipur gehört.

Mir schoss sofort das kürzlich abschlägig beschiedene Referendum um die Deckelung der helvetischen Einwohnerzahl durch den Kopf. Die ultrarechten Eidgenossen wollten ja derart gegen die ihrer Meinung nach zu hohe Migration vorgehen. Ist es in so einem angeheizten Klima sinnvoll,  Indien in der Schweiz aufzusuchen?

Aber es gab ja in meiner Erinnerung andererseits noch die Reise mit Heinrich Harrer nach Ladakh, auf der ich den damals zweithöchsten Rinpoche nach dem Dalai Lama bei seiner Erhöhung fotografieren durfte. Der hatte uns bei einer Audienz erzählt, wie fabelhaft die Schweiz 1961 den Vertriebenen des Chinesischen Überfalls auf Tibet geholfen hatte. Und noch heute birgt sie weltweit eine der größten tibetischen Exilgemeinden und mit Sicherheit deren größte Diaspora in Europa. Noch immer leben bis zu 8000 Tibeter in der Schweiz, die im Laufe der Zeit nicht dem Dalai Lama ins Exil nach Dharamsala in Nordindien gefolgt sind. Wenn sich ein Inder in dem kleinen, mittelalterlichen Dorf Grono so wohlfühlt, dass er dort ein Hotel betreibt, muss dieses schon etwas besonderes sein.

Wohl einige dutzend Male sind wir schon auf der anderen Seite an Grono vorbei gerast, ohne überhaupt von seiner Existenz zu wissen. Weil die Fürsorglichste aller meiner Ehefrauen mit ihrem neuen, noch nicht so vertrauten, fahrbaren Untersatz viel schneller unterwegs war, als erwartet, standen wir am frühen Nachmittag vor verschlossenen Türen. Unter dem indischen Zierrat an der Hausfront fand sich keine Klingel. Unser Klopfen bei Gluthitze hallte in Totenstille wider. Wir wussten ja noch nicht - wie Stammgäste - dass die dreistündige Mittagspause für Wirt und Personal eine Art heiliges Ritual ist.

Dass unser ungeduldiges Klopfen auf geheimen Wegen an das ruhend Ohr des Wirts gelangt ist, tat dessen Freundlichkeit aber keinen Abbruch. Er schleppte unser Übernachtungs-Gepäck in den ersten Stock, zeigte uns alles und führte uns dann in den Privatgarten, wo er uns an einem Tisch im Schatten einen eiskalten Weißwein und Grano Padano hinstellte, um auf dem Absatz kehrt in die Pause zu machen.

Vom mitteilsamen indischen Koch, der mit seiner traditionell anmutenden Frau in einem anderen Winkel des Gartens Siesta und Video-Chats in Urdu mit der Heimat machen wollte, erfuhren wir alles, was es zu unserer Bleibe zu wissen gab in fließendem Deutsch. Er hatte zuvor 16 Jahre in Berlin gekocht. Und weil wir ja in seinem Garten tranken, schaute auch der Eigentümer von Haus und Grund in Badekleidung mal bei dem komischen deutschen Paar vorbei. Der korpulent gemütliche Graubündener in unserem Alter begann gleich damit Sprachliches und Historisches zu ergänzen. Demzufolge verdankte das Hotel seinen unindischen, ladinischen Namen dem Fall des Baches Calanca in den Berg-Schrofen hoch über uns: "Calancasca" eben.

Khanna@albergocalancasca.ch

Die totale Ruhe von Grono ließ uns den frühzeitigen Weingenuss entspannt wegschlafen. Gerade noch rechtzeitig mit großem Hunger erlebten wir dann in den Abendstunden, wie das Dorf sich in eine lebhafte Nachbarschaft verwandelte, in der anscheinend jeder jeden kennt, grüßt und auch gleich auch ein paar Worte wechselt. Auch mit den deutlich als solchen zu erkennenden deutschen Touristen. Grüezi, Ciao, Buona Sera!

Das viergängige indische Menü mit dem Hauptgang Chicken Tandoori war absolut authentisch und schmeckte auch meiner Frau, die vorher ehr skeptisch war, überragend.

Alle Fotos: Claus Deutelmoser
Amuse Gueuile

Baked Onions
Diese Kombination aus Familiärem mit dem Kulinarischem tröstet insgesamt darüber hinweg, dass die preiswerten, sauberen, geräumigen Zimmer (mit Dusche aber ohne Toilette) nicht high end Luxus sind. Für uns war die Übernachtung in Grono jedenfalls ein Halt, der noch lange nachhallt. 
Chicken Tandoori

Naan mit Knoblauch und Koriander



Und zum Nachtisch ein kurzer
Verdauungsspaziergang durchs
malerische Grono









Ab heute geht es auf meinem Blog
"Briefe von der Burg" weiter.

Montag, 29. Juni 2026

Weshalb sich die "Briefe" verspäten

 Ich hätte ja nicht gedacht, dass meine "Briefe von der Burg" wegen der Verspätung so eine Sehnsucht nach den "Italienischen Momenten" auslösen. Obwohl ich seit dem letzten Oktober keine Zeile mehr aus Ligurien gepostet habe, sinken die monatlichen Zugriffszahlen seit April nicht mehr unter die 7000er-Marke. Ich verspreche, das Warten hat bald ein Ende.
Die fürsorglichste aller meiner Ehefrauen hat einen neuen fahrbaren Untersatz, und mein schlauer Sohn hat mir gestern einen stylischen Laptop vorbeigebracht: besseres Betriebssystem, schneller (als ob ich das in meinem Alter noch bräuchte), aber noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig von der Tastatur, dafür kann ich alle Programm per Fingerabdruck aktivieren. Was habe ich mit dem alten in einem Jahrzehnt nur alles an Entwicklung bei den Computern und ihrer Software verpasst!

Jetzt beginnt wieder die Abnabelung vom Glashaus, in dem wir im zurück liegenden Dreivierteljahr von extremer Kälte bis zur Rekord-Hitze der letzten Woche alles besser überstanden haben als unser guter, alter Planet Erde, der von menschlichem Wahn und seismischen Extremen sowie kriegerischen Unmenschlichkeiten derart erschüttert wurde.
Fast könnte uns das schlechte Gewissen packen, dass wir immer noch derart unbeschadet zwischen unseren zwei privaten Welten hin und her reisen können. Aber Anflüge sind im Moment überwunden, in dem wir nach dem Lärm hier wegen aller offener Fenster, die Ruhe der Berg-Einsamkeit und den weiten Blick über die Täler wieder genießen. Alles richtig gemacht! Und für die Hitze, die in den Valle d'Olio die gesamte Zeit nicht annähernd so groß war wie hier, sind wir ja jetzt gewappnet.


Bei 38 Grad unter vollen Segeln auf Kurs Süd

Aber weil der Aufenthalt der übrigen Familie nun doch ohne unsere Ablösung vonstatten ging, müssen wir unser Haus wohl wieder komplett hochfahren wie meinen neuen Computer.

Wenn die Vorsehung uns gnädig gestimmt ist, wird es nach der üblichen Übergangswoche die "Briefe von der Burg" erst wieder ab dem 8. Juli geben. Bleibt mir also bis dahin weiter  gewogen.

Im Schatten der Piazza mit ihren Windkreuzen
ist eigentlich jede Temperatur auszuhalten

Freitag, 26. Juni 2026

Vom Durchstecken















Schon die glücklose Ampel hatte damit so sehr zu kämpfen wie keine Regierung zuvor. Nun ist es auch für die Merz-Administration quasi Standard: Alles, was noch an Reform in Gremien oder Klausuren diskutiert wird, dringt halbgar in die Nachrichten-Kanäle. Da werden dann öffentlich selbst Bruchstücke noch von politischen Besserwissern oder Experten in Talkrunden weiter verhackstückt.

Den Vorgang, der eigentlich zu nichts nutze ist, nennt die Nachrichten-Sprache Durchstecken. Die einen sagen, das sei ein  begrüßenswerter demokatischer Prozess. Andere verweisen auf die dadurch verlangsamten Reformen, oder längst fällige Schwächen in der Legislative zu beheben. Jüngstes Beispiel die Renten-Reform.

Die Verfassung sieht ja eigentlich vor, dass Gesetzentwürfe ins Plenum eingebracht und dort so lange erörtert werden, bis sie in dritter Lesung zur Abstimmung kommen.

Jetzt könnte man meinen, das Volk brauche das Durchstecken, damit es vor Küngeleien bewahrt wird; gewissermaßen als ein außerparlamentarisches Instrument. Tatsächlich aber dient Durchstecken allein den Seilschaften der Wichtigtuer: 






Da bekommt ein Hinterbänkler auf einmal von etwas Kenntnis, was ihm ein gewisses Gefühl von Wichtigkeit gibt. Das teilt er dann gerne mit einem Journalisten, der das generelle Verbreiten von Durchgestecktem nicht nur als die Karriere fördernd sieht, sondern ummäntelt die Veröffentlichung  auch noch als basispolitischen Akt zur Rettung der Demokratie.

Das wiederum befeuert Brennpunkte, obwohl Inhalte oft nicht mal einen Hauch brenzlich sind. Was wiederum solche Leuchtfeuer der Aufklärung wie Miosga, Maischberger, Illner oder Lanz sofort veranlasst, gewichtige Talk-Partner*innen ins Studio zu rufen, damit die Fackel der Aufklärung hinaus getragen werde zu ihrem Publikum, das gar nicht mehr weiß, wie es das alles verarbeiten soll.








"Nix G'wis woaß na net", fasst dieser alte bayrische Spruch wohl die meisten dieser Schlussfolgerungen treffend zusammen!

Mittwoch, 24. Juni 2026

Hundstage einen Monat zu früh?

Foto: Magdalena Panta



 Chewy der Familien-Hund

zum Thema der Woche:
 

Hundstsge sind eine hässlich schöne Plage!

Doch seit jeher stellt sich doch die Frage,

Wie ist die Hitze auf den Hund gekommen?

Habt Ihr je einen Leidenslaut vernommen?

Wir hecheln zwar mehr bei diesem Klima,

Aber ruhen doch mehr und findens prima,

Stöckchen holend in den Teich zu springen.

Wo Herrch*innen bald nach Atem ringen.

Weil Ihr so unter Hitze leidet, denkt ihr,

Da schickt man keinen Hund vor die Tür!

Und glaubt, die Hitze heißt wegen uns so.

Ein Irrtum aus römischem Sprachgebrauch

Dem folgten die dummen Germanen auch:

Im Sternbild "Großer Hund", der Sirius, 

- Und das ist kein astronomischer Stuss -

Geht im Juli/August mit der Sonne auf.

So nahm der "Hundsstern" seinen Lauf.

Jedoch ist da kein Klima im Firmament.

Den Wandel auf Erden habt Ihr verpennt!





Montag, 22. Juni 2026

Von Eliten und elitärem Denken

 Zweifelsfrei wird die künstliche Intelligemz auch Einfluss auf die gerade so durcheinander geratene Weltordnung ausüben. Kommt ja nicht von ungefähr,  dass Trump aus Angst, ihm könnte noch  größerer Kontrollverlust bei seinen digitalen Eliten drohen, jetzt schon deren Errungenschaften mit Exportverboten belegt.

Das zeigt aber auch, dass er nicht der hellste Stern im "Starsprangled Banner" ist,", wenn er glaubt, Datentransfer überhaupt noch reglementieren zu können.

Zum Beispiel haben sich "Palantier Technologies" iher rechtslastigen Gründer Peter Thiel


und Dr. Alexander Karp seit ihrer Gründung 2003 derart mit Krakearmen im Sicherheitsbedürfnis vieler Staaten festgesaugt, dass sich Apple und Microsoft sowie der in der KI allgegenwärtige Elon Musk schon sorgen müssten, bald zu den Abgehängten zu zählen. 

Nahezu alle Größen im Social-Media-Business leiten ihre rund um den Globus eingesammelten Daten auf Rechner in den Vereinigten Staaten. Man muss davon ausgehen, dass auch die Eliten der meisten übrigen Länder sich für die Kommunikation der gängigen Dienste bedienen, weil sich ja nicht jeder die "eigene Wahrheit" schön schreiben kann, wie der POTUS mit seinem "Truth Social".

Um ihre Texte oder Programme effektiver und schlagkräftiger zu machen, bedienen sich nicht nur Politiker, sondern zunehmend auch die Wissenschaften der Künstlichen Intelligenz. Andererseits aber erkennen forschende Analytker*innen dabei alarmierend etwas, was sie als KI-Halluzinationen bezeichnen.


Was könnte die Multliplikatinon von nur haarscharf daneben liegenden Interpretationen für Auswirkungen haben? Nur mal angenommen, auch solche Halluzinationen geraten unerkannt in den grundsätzlich von KI korrelierten Datenbestand für die Downloads argloser User: Bedeutete das dann, dass diese kulminiert unf rasend schnell zu einer sukzessiven Verblödung oder zumindest entgeistgten KI führten? Ich erinnere da an das simple Schachbrett-Theorem aus den Mathebüchern der Schulzeit: Am Anfang scheint der Deal dem Sultan günstig, das Weizenkorn auf dem ersten Feld dann auf dem jeweils nächsten nur zu verdoppeln. Für die so entstehende Menge, die auf dem 64sten fällig wäre, reichten dann aber alle Weizemernten der Welt nicht mehr.

Umgesetzt auf die Vetdopplumg desaströser, digitaler Daten bei jeder weiteren gutgläubigen Nutzung käme es wohl zum Erlöschen jeglicher  elitärer Einflüsse - sowohl im Denken als auch im Lenken. Geistes-Wissenschaften müssten ohne kühne Geister auskommen. Natur-Wissenschaften kämen zu dem Ergebnis, dass die Natur sowieso nicht mehr zu retten ist.

So wäen die am Ende übrig bleibenden KI-Eliten isoliert ihrem elitären Dasein überlassen. Elite erwächst eben nur aus dem Großen und Ganzen. Bloßes, elitäres Denken aber hat ohne unabhängig Mitwirkende noch nie zu wahrhaft wehrhaften Eliten geführt.