Mittwoch, 27. Mai 2026

Eine "Entzücklika", die auch einen Agnostiker mitnimmt

Um Erlösung zu bringen, 
müsste 
der Glaube
zunächst hinter
seinen Gittern 
hervorkommen


 Der vierzehnte Leo scheint allemal  mit seiner politischen Präsenz für Überraschungen gut zu sein. Nicht nur, dass er nach langer päpstlicher Sendepause eine sehr radikale Enzyklika ausgerechnet an Pfingsten vorstellte. Er trug ihre Kernthesen auch persönlich vor. Und zwar nicht im üblichen, heiligmäßigen Singsang, sondern kernig und bewusst staatsmännisch.

Ich werde die Enzyklika vermutlich nie ganz lesen, bin aber als Agnostiker überzeugt, dass da in dieser dunklen Zeit ein echter Pontifex Maximus auf dem Heiligen Stuhl sitzt. Einer,der es vermag, Brücken zu bauen während sein scheinheiliger Landsmann im Weißen Haus sie gerade weltweit einreißt.

Dass Leo derart vor zuviel KI warnt und  gleichzeitig die Tech-Milliardäre anprangert, die sie um noch mehr Geld zu scheffeln forcieren, wird ihm vermutlich keine Gläubigen zurück bringen, Aber zu stabiler Substanz-Sicherung taugt seine Enzyklika bestimmt.

Tatsächlich sind KI-generiert durchaus verführerische "Ersatz-Religionen" denkbar, die mit neuem Seelenheil das Blaue vom Himmel versprechen könnten. Je nach Ausrichtung der Emotionsfallen statt Buße zu verlangen, im Gegensatz eben fanatische Opferbereitschaft auslösen.

Vor diesen Alpträumen kann die, die "im guten Glauben sind" nur Konfession mit Konzept befreien. Im Stil seiner Enzyklika - wenn er ihr denu  kirchenpolitisch treu bleiben kann - könnte Leo XIV sogar über die Katholische Kirche hinaus zu einer Art Messias werden...


Montag, 25. Mai 2026

Lohnt sich das denn noch?

Schwarz an sich 
Ist ja schon triste,
aber schwarz bleibende
Displays sind einfach
nur deprimierend!


 Manchmal kommt alles auf einmal. Eigentlich sollten wir schon längst den Wechsel nach Italien vorbereitet haben. Nach Pfingsten wollten wir die Familie auf der Burg treffen. Nun haben sich gleichzeitg das Auto und mein Laptop verabschiedet. 

26 Jahre hat das Auto meiner Frau  uns weitgehend ohne Mucken zwischen unseren Wohnsitzen hin und her transportiert.  Noch ein neues Getriebe hätte sich nicht mehr gelohnt. 

Die Fürsorglichste all meiner Ehefrauen hat auch in den Beziehungen zu ihren fahrbaren Untersätzen immer eine vermenschlichende Innigkeit und Zuwedung walten lassen. Vielleicht war ja das ausschlaggebend, wieso ihr Auto zehn Jahre länger gelebt hat als meines von der gleichen Marke...

Leider bin ich kein Heger und Pfleger. Meinem vom Sohnemann eingerichteten Laptop habe ich keinerlei Schonung und Zuneigung zukommen lassen. Deshalb hat er mich mitten in der Vorbereitung zu Kanes Hattrick per Elfmeter im Pokalfinale ohne vorherige Ankündigung mit Knall und eingefrorenen Bildschirm auf immer verlassen.

Jetzt tippe ich in mein Szeinzeit-Smartphone, um meine Gedanken zur Vergänglichkeit der Dinge zu sammeln. Und schon kommt die Erinnerung an meine vor zwanzig Jahren verstorbene Mutter hoch. Sie hat meinen um zehn Jahre älteren Vater um 16 Jahre überlebt, machte aber schon  ein paar Jahren nach seinem Tod keine Anstalten mehr, Verschlissenes durch Neues zu ersetzen. Dabei wurde sie 86! Ihr Spruch: Das lohnt sich ja nicht mehr!

 Er kam jedes Mal, wenn wir ihr etwas Neues besorgt hatten.

Wir waren in diesen Tagen auch nahe dran, ihn anzuwenden. Zumal ja ein Vierteljahrhundert vergangen war, in dem uns der technische Fortschritt in punkto Ab- und Abmeldung von Autos und neu Einrichten vom Computern digital erbarmungslos abgehängt hat.

Mag sich unsere Abreise auch deshalb verzögern  und meine Leserinnen und Leser das Textgestopsel meiner Posts vom Smarty ein paar mal noch auf die Nerven gehen. Wir halten durch und arrangieren uns mit den Herausforderungen des Alters, denn das lohnt sich eben doch allemal !

Freitag, 22. Mai 2026

Die globale Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit

Was wird aus unserer Welt werden, wenn bei allem Fortschritt die Rechtsstaatlichkeit immer mehr ausgehöhlt wird? Wenn immens Reiche sich ihr Recht durch Spitzen-Anwälte regelkonform erkaufen können und Klagen mit erpresserisch hohen Gegenklagen im Keim erstickt werden. Wie verformt das Rechtsanspruch und Rechtsbewusstsein bei den jüngeren Generationen weltweit?

Quelle: The Economist
Diese Übersicht zeigt leider
die Vereinigten Staaten
vor Trumps zweiter Amtszeit.
Das Update bei Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Demokratieindex_(The_Economist)

Gerade hat der präsidiale Clan von Donald Trump samt Verwandtschaft eine lebenslange Generalamnestie auf  Prüfung früherer Steuer-Erklärungen durch einen Vergleich erwirkt. Seine Milliardenklage wegen Durchsteckens seiner rechtlich geschützten Unterlagen, wäre dem zuständigen Ministerium "zu riskant" gewesen. Die Summe, die für den Clan fällig wird, fließt in einen Font, der möglicherweise Gesinnungsgenossen zugute kommt, die nach der Erstürmung des Capitols verknackt wurden.

In der Türkei steht nicht nur der gewählte Bürgermeister von Istanbul und erfolgversprechendste Herausforderer des Erdogan-Regimes in einem aussichtslosen Schauprozess vor Gericht, sondern es wurde gestern auch der Vorsitzende dessen Partei gestern von der Staatsmacht abgesetzt. Angeblich weil dessen Whal nicht konform war. Auch ein Korrespondent der "Deutschen Welle", muss vor Gericht, weil er aus Sicht der übrigen Welt, die autokratischen Zustände in der Türkei so dargestellt hat, wie sie eben tatsächlich sind. Er ist zwar wieder auf freiem Fuß, aber auch dieser fadenscheinige Prozess soll im September fortgesetzt werden, So ist es, wenn Legislative zum starken Arm allein herrschender Exekutive wird.

Das Mullah-Regime des Iran lässt nach kurzem Prozess im vermeintlichen Siegesrausch mehr oppositionelle Menschen hinrichten als jemals zu vor.

Quelle: DiePresse.com
Wie in Urzeiten: Die brutalste Form der Einschüchterung
ist die öffentliche Hinrichtung von Menschen, deren einzige Schuld
der Ruf nach Freiheit ist

Die Chinesen veröffentlichen zwar keine Zahlen über vollstreckte Todesstrafen, aber es ist immer wieder überraschend, wie in der ehemaligen Volksrepublik Köpfe, die sich zu weit vorgestreckt haben, aus dem Rampenlicht verswinden, weil sie um dieselben gekürzt wurden. Wer gegen den Alleinherrscher auf Lebenszeit aufmuckt hat schnell sein Leben verwirkt.

Auch Putins nun im fünften Jahr widerrechtlich durchgezogene "Spezial-Operation" gegen die Ukraine kommt für die Jugend seines Volkes längst schon einer vom Recht sanktionierten Massenhinrichtung gleich.

Israel begeht  als Demokratie Massen-Tötungen und -Vertreibungen an den Palästinensern unter dem Siegel des Selbstschutzes. Da das bislang nicht justiziabel ist, könnte eine Verhältnismäßigkeit der Mittel so lange nicht unabhängig untersucht werden, wie dessen bereits als Kriegsverbrecher gebrandmarkte Premier den Schutz der USA genießt.

Quelle: Amnesty International
Weltweit sind immer die am meisten
 von fehlender Rechtsstaatlichkeit betroffen,
die im Prinzip nie Verursacher sind:
Die ärmsten der Armen

Es gäbe noch viele weitere Beispiele, aber das lenkte davon ab, dass auch die Alte Welt oder die EU juristisch durch Mangel an Personal und übermäßiger Bürokratie überstrapaziert an die "Grenzen von Recht haben und Recht bekommen" stößt. In keinem der noch zweifelsfrei rechtsstaatlichen Räume sind so viele Rechtshändel oder gar Strafverfahren derart lang anhängig.

Die Dauer juristischer Verfahren variiert in der EU extrem. Im europäischen Durchschnitt werden streitige Zivil- und Wirtschaftssachen in erster Instanz jedoch meist in unter einem Jahr (ca. 200 bis 300 Tage) entschieden. Über alle Instanzen hinweg liegt der EU-Schnitt für diese Verfahren typischerweise zwischen einem und zweieinhalb Jahren.

Die folgende mittels KI erstellte Übersicht, basiert auf dem EU Justice Scoreboard der Europäischen Kommission und zeigt die beachtlichen Unterschiede:

Regionale Unterschiede (Zivil- und Handelssachen 1. Instanz)
Spitzenreiter (schnellste Länder): In Ländern wie Dänemark, Schweden, Estland, Tschechien und Österreich werden viele Verfahren sehr zügig abgewickelt und dauern oft deutlich weniger als 200 Tage. Mittelfeld: Deutschland liegt mit durchschnittlich rund 200 bis 240 Tagen im soliden europäischen Mittelfeld. 
Für Zivilprozesse vor dem Landgericht in erster Instanz muss in Deutschland im Schnitt mit 17,5 Monaten gerechnet werden, während Amtsgerichte deutlich schneller sind.

Schlusslichter (langsamste Länder): In Ländern wie Italien oder Griechenland können sich Verfahren über alle Instanzen hinweg oftmals auf bis zu 3 Jahre (ca. 1000 Tage) oder mehr ziehen.

Dauer nach Verfahrensart:

Strafrecht: Verfahren wegen schwerer Kriminalität oder Wirtschaftsstrafsachen sind oft sehr komplex und können EU-weit häufig ein bis zwei Jahre, in Ausnahmefällen sogar bis zu vier Jahre in Anspruch nehmen.

Verwaltungsrecht: Streitigkeiten mit Behörden dauern in der Regel länger als reine Zivilprozesse zwischen Privatpersonen. Hier liegt die Dauer in erster Instanz oft bei über 300 Tagen.

Europäische Gerichte: 

Sollte ein Fall direkt vor den EU-Gerichten in Luxemburg verhandelt werden (z. B. Vorabentscheidungsverfahren), muss mit folgenden Bearbeitungszeiten gerechnet werden:

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH): durchschnittlich ca. 16 bis 17 Monate.

Gericht der Europäischen Union (EuG): durchschnittlich etwa 16 bis 19 Monate.

Quelle: Europäische Union
EUGH-Sitzung mit fünf Richtern


Mittwoch, 20. Mai 2026

Ja, wenn es schön macht!


Wenn wir in unseren sprachlichen Rüpel-Jahren einen Geschlechtsgenossen beleidigen wollten, sprachen wir schon mal von einer "Hackfresse"*. Weil es in dieser Welt offenbar nichts mehr gibt, war es nicht doch geben könnte, las ich gestern vom "Looksmaxxing".
Das sei ein von Influencern beeinflusster Trend, die männliche Schönheit prägnanter zu machen. Mitunter geschehe das auch durch "Bonesmashing" also gezieltes zertrümmern von Gesichtsknochen, um - wie die Delinquenten es nennen, das Gesicht markanter zu machen und um dadurch das Erscheinungsbild zu mehr Männlichkeit zu "verformen".
Die komplette Anleitung
gibt es sogar bei
Amazon auf Lager
In meinem Alter geht wohl nichts mehr ohne "Flashback", denn mir fielen sofort mehrere Spitzen-Manager einer großen Versicherungsfirma ein, in deren "erlauchten Kreis" ich mal für Jahre als Berater sitzen durfte. Der Konzern rekrutierte die Führungskräfte offenbar bevorzugt aus sogenannten "Schlagenden Studentenverbindungen". Dementsprechend wirkten die Männer dieser Runde mit ihren zum Teil grotesken Schmissen über Nase und kahle Schädel eher als seien sie Versicherungsnehmer und wollten "einschlägige" Schäden ersetzt haben. Komisch, aber beim "Afterwork"-Umtrunk fielen sie nicht heldenhaft, sondern durch eine eher zum Fremdschämen veranlassende Einstellung gegenüber dem weiblichen Geschlecht auf. Ewig gestrig also!

Und genau da zeigen sich Parallelen zu diesem aktuellen Influencer-Wahnsinn. Der überzogene Anspruch nach männlicherem Aussehen birgt wohl auch ideologisch bedingte Verächtlichkeit gegenüber dem Geschlecht, dem man ja wohl eigentlich gefallen möchte. Der Gedanke dahinter: Die so erworbenen Männlichkeit soll nach der Alpha-Männchen-Methode die zu erobernde Weiblichkeit eher einschüchtern. Wie das Brusttrommeln brunftiger Gorillas.

Quelle: Luxemburger Wort

Entlarvend ist wohl dabei eine Rangliste; Hier das Zitat:
Die Influencer, die auf TikTok, Instagram und YouTube ihren männlichen Followern "Looksmaxxing" predigen, messen Attraktivität allerdings auf einer von ihnen erfundenen Punkteskala, mit der sie die jeweiligen Gesichtsproportionen bewerten. Wer in den unteren Stufen landet, ist demnach ein "Sub", oder "Untermensch".**

Wer junge, noch zu beeinflussende Männer in der Familie oder im Freundes- und Bekanntenkreis hat, sollte unbedingt den vollständigen Beitrag lesen:

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/looksmaxxing-maennlichkeit-100.html

Quelle: Wikipedia
Der Rücksturz in gestrige Tendenzen,
könnte mit dem Erstarken der Rechtspopulist*Innen 
einher gehen
*Eine "Hackfresse" ist ein derber, umgangssprachlicher Ausdruck für ein hässliches Gesicht oder eine unansehnliche Visage. Der Begriff setzt sich zusammen aus "Hack" (als Synonym für zerkleinertes Fleisch oder umgangssprachlich für "Hauen/Schlagen") und "Fresse" (derben Ausdruck für das Gesicht). 

**"Untermensch" ist eine Bezeichnung von Nazis für Juden. Solche Anklänge an rechtsradikale bis rassistische Denkmuster sind nicht zufällig, denn aus dieser Ecke kommt "Looksmaxxing", entstanden in den Echo-Kammern der frauenfeindlichen "Manosphere". Ihre Inhalte richten sich mit frauenverachtenden Aussagen besonders an junge Männer und Jugendliche, um Bilder einer starken Männlichkeit zu verbreiten.

Montag, 18. Mai 2026

Wenn zwei Mega-Egos im Zirkus Theater machen

 

Quelle: rausgegangen
Manchmal jagt der Kalender mir Schrecken ein. Das kann doch nicht sein, dass das "Circus-Theater Roncalli" heute den 50. Geburtstag seiner Premiere feiert. Am 18 Mai 1976 fand die erste Vorstellung dieses sagenumwobenen Kunst-Projekts auf der Hofgarten-Wiese in Bonn statt.
Zwei multitalentierte Kunstschaffende hatten sich für dieses Konzept zusammen getan, dass ehrgeizig mehr sein sollte als die traditionellen Dressur- und Artisten-Shows: Der ehemalige, die Zeitschriften-Gestaltung generell beeinflusst habende Art-Director der Österreichischen Zeitschrift "Profil", Bernhard Paul, und der Schauspieler, Sänger und als Kreativ-Dynamo sich stets neu erfindende André Heller.

Quelle: Circus Roncalli
Schon als Kind hatte Bernhard Paul 78
den Wunsch, einmal Zirkus-Direktor zu werden
Ich war für ein Männer-Magazin bei einer Sneak-Preview auf dem ersten Stellplatz für das farbenprächtige Zelt in München nahe den Pinakotheken, den sie später inoffiziell dann als Haltestelle Roncalli-Platz nannten. Da waren die beiden schon zerstritten und in einen für das junge Projekt beinahe ruinös langen Rechtsstreit verwickelt. Wie meist war Heller wohl unerbittlich bei den Bühnenbildern gewesen und hatte einen Teil der Darsteller mit sich genommen. Erst 1992 versöhnten sich die zwei Mega-Egos, als sich Heller bei Paul entschuldigte.

Quelle: Circus Roncalli
Neben Paul, der den Clown "Zippo" gibt,
tritt auch seine gesamte Familie
in die "Manege" von Roncalli 

Von der anfänglichen, bezaubernden Phantasie entwickelte sich Roncalli - zumindest in München - zu einem Must Have der Schickimickis. Woraus dann 2006 in logischer Folge unter Zuhilfenahme des von mir einst sehr geschätzten Jahrhundert-Kochs Eckart Witzigmann ein kaum noch zu bezahlender, aber dennoch sofort ausverkaufter Gourmet-Zirkus wurde.

Nach Korona wurde das Jahr der Wiederauferstehung 2022 überraschend zum erfolgreichsten in der Geschichte von Roncalli

Ab 25. Mai 2026 beginnt die neue Tournee mit 67 Veranstaltungen. Die vorweihnachtlichen Termine in Linz sind jetzt schon ausverkauft. Die Idee vom Circus Theater Roncalli lebt also!

Quelle: vonREISENundGÄRTEN
Bald wird er 80, aber noch immer
ist er von neuen Projekten
besessen. Wie das hier in dem von
ihm geschaffenen:
"ANIMA - die Rückkehr des Paradieses"
am Stadtrand von Marrakesch.
Oder...

Quelle: WELT
... er singt immer noch eigene Lieder
 und Chansons mit zeitkritischen Texten.
"Diesen Kapriolen-Dandy braucht die Welt!",
schrieb eine Deutsche Zeitung 2019


Freitag, 15. Mai 2026

Forrest Trump?

 Vor vierzig Jahren veröffentlichte Winston Groom (1943 - 2020) einen Roman, der durch seine Verfilmung berühmter wurde als "Vom Winde verweht" oder "Jenseits von Eden". Groom entlehnte die Literaturposse "Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch" (erschienen1668/69), in der Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen den Irrsinn des Dreißigjährigen Krieges thematisierte, und ließ seinen tumben Helden durch vier Jahrzehnte gegenwärtiger US-Geschichte stolpern: Forrest Gump.

Quelle: Wikipedia
Winston Groom 2014

Die Verfilmung gereichte Hauptdarsteller Tom Hanks und Regisseur Robert Zemeckis durch die sechs Oscars, die sie einheimste, zu nachhaltigerem Ruhm als dem Autor, der in der jahrelangen Hype um den Film eigentlich übergangen wurde. Nach deren Erfolg schrieb Groom vielleicht deshalb noch eine Fortsetzungs-Geschichte unter dem Titel "Gump&Co (1996). Damit hat er seinem Hauptwerk jedoch keinen guten Dienst erwiesen. Weshalb heute vielleicht nur noch Insider von dem Autor wissen und seine "seherischen Fähigkeiten" beim Wandel der Vereinigten Staaten umso mehr hervor heben.

Quelle: Osiander
Ob dem POTUS noch eine
neue Pingpong-Diplomatie reichen wird?
Erstmalig wurden in die Filmszenen historische Filmdokumente eingebracht, durch die sich Forrest Gump mittels einer damals neuartigen Technik bewegt, als hätte er sie so scheinbar dokumentiert erlebt. Es lohnt sich unter diesem Aspekt und angesichts der Deep-Fake-Möglichkeiten heute, den Film noch einmal anzuschauen. Aber auch wegen der damals aufgespießten "Verblendungen" des American Way of Life bekommt die aktuelle US-Politik einen Spiegel vorgehalten.

Ich jedenfalls hatte gestern durch den Auftritt des US-Präsidenten beim Staatsbesuch in China einen regelrechten Flashback zu der persiflierten Pingpong-Politik im Film. Als seien nicht drei Jahrzehnte seither vergangen. Nur mit dem Unterschied, dass der aktuelle US-Präsident langsam zum Regisseur und Hauptdarsteller seiner eigenen Satire wird.

Quelle: Tagesspiegel


Mittwoch, 13. Mai 2026

Kaum Klimawandel bei den Eisheiligen

Quelle: Servus

In den letzten Tagen waren die Feuilletons voll von Spekulationen, ob Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophie dem Klimawandel trotzen und ihrem Ruf als "Eisheilige" überhaupt noch gerecht werden könnten. Aber siehe da, sie können uns noch zittern lassen. Pünktlich halbierte Mamertus am 11. Mai die Plusgrade auf unter 10, gestern kam zwar nach nächtlichem Dauerregen und Schneefall in den Bayrischen Bergen noch ein wenig die Sonne durch, aber bis zur "Kalten Sophie" am 15. Mai bleibt es so "schattig" und nass wie die Bauernkalender dies seit dem Mittelalter warnend für die allgemeine Aussaat schon immer prophezeit haben. Als meine Frau und ich noch zwei Gärten am Haus im Grünen Gürtel von München zu bewirtschaften hatten, haben wir uns auch strikt an die Regel gehalten, neue Pflanzen erst nach dem 15. Mai zu setzen und bis dahin auch die Rasenflächen nicht zu mähen.
Quelle: Williz Wildes Wuseln

Trotzen die "Fünf Frostbeulen" - aus welchen höheren Weisungen auch immer - tatsächlich dem Klimawandel oder ist an dieser ominösen Wetter-Konstellation Jahreszeit bedingt tatsächlich etwas dran? Seit es Klima-Aufzeichnungen gibt, steht es um die Eisheiligen wie mit dem Wetter generell: Der Mai ist zur Mitte hin mal so, mal so. Eben so lala!
Bei allen Heiligen wäre es wirklich auch ein wahres Wunder einsteinscher Zeit-Verschiebung. Als nämlich die Kalender-Reform von 1582 von julianisch auf gregorianisch umstellte, hätten sich das Tun der "Eisheiligen" eigentlich um gut ein Dutzend Tage nach hinten verschieben müssen. Wären sie mit Bodenfrost noch Ende Mai gekommen, hätte man ihrer bestimmt nicht so schmunzelnd gedacht.

Bleibt noch die Gender-Frage: Müsste es nicht korrekt Eisheilig*innen heißen?