Mittwoch, 8. Juli 2026

Ein Halt der nachhallt

Wir sind heil angekommen. Das zählt! Früher - seit wir nicht mehr an einem Stück durchbrausen - haben wir die erste Etappe länger gewählt, damit wir nach der zweiten schon am Meer zu Mittag essen konnten.

Auf unserer Route über den Bernardino ist die Schweiz leider immer das teure Muss. Umso mehr hat es uns immer überrascht, wie unterschiedlich die Schweizer Gastfreundschaft ausfällt. Ausgerechnet in Luxus-Hotels wurden wir wegen des Buchungsservice, den wir benutzen, oft als Gäste zweiter Klasse behandelt und auch gern ums Frühstück betrogen. In Appartements sparte man auch am persönlichen Service durch das komplizierte Schlüsselbox-System.

Für diese Anreise suchte ich wegen des späten Termins zunächst wie immer zwischen Bellinzona und Chiasso, sah aber bei Altbewährtem - wohl wegen des Ferienbeginns - Preise, die ich mir bei bereits gemachten Erfahrungen einfach nicht mehr leisten wollte. Außerdem - wegen unserer Auto-Situation wollte ich meiner Frau keine allzu lange Fahrt zumuten. Was gibt's denn genau auf der Hälfte der Distanz zwischen München und Ligurien?

Da traute ich meinen Augen nicht: Im italienischen Winkel von Graubünden, am Ufer des Ticino stieß ich im Netz auf ein Hotel unter Indischem Management, zu dem ein Indisches Restaurant namens Jaipur gehört.

Mir schoss sofort das kürzlich abschlägig beschiedene Referendum um die Deckelung der helvetischen Einwohnerzahl durch den Kopf. Die ultrarechten Eidgenossen wollten ja derart gegen die ihrer Meinung nach zu hohe Migration vorgehen. Ist es in so einem angeheizten Klima sinnvoll,  Indien in der Schweiz aufzusuchen?

Aber es gab ja in meiner Erinnerung andererseits noch die Reise mit Heinrich Harrer nach Ladakh, auf der ich den damals zweithöchsten Rinpoche nach dem Dalai Lama bei seiner Erhöhung fotografieren durfte. Der hatte uns bei einer Audienz erzählt, wie fabelhaft die Schweiz 1961 den Vertriebenen des Chinesischen Überfalls auf Tibet geholfen hatte. Und noch heute birgt sie weltweit eine der größten tibetischen Exilgemeinden und mit Sicherheit deren größte Diaspora in Europa. Noch immer leben bis zu 8000 Tibeter in der Schweiz, die im Laufe der Zeit nicht dem Dalai Lama ins Exil nach Dharamsala in Nordindien gefolgt sind. Wenn sich ein Inder in dem kleinen, mittelalterlichen Dorf Grono so wohlfühlt, dass er dort ein Hotel betreibt, muss dieses schon etwas besonderes sein.

Wohl einige dutzend Male sind wir schon auf der anderen Seite an Grono vorbei gerast, ohne überhaupt von seiner Existenz zu wissen. Weil die Fürsorglichste aller meiner Ehefrauen mit ihrem neuen, noch nicht so vertrauten, fahrbaren Untersatz viel schneller unterwegs war, als erwartet, standen wir am frühen Nachmittag vor verschlossenen Türen. Unter dem indischen Zierrat an der Hausfront fand sich keine Klingel. Unser Klopfen bei Gluthitze hallte in Totenstille wider. Wir wussten ja noch nicht - wie Stammgäste - dass die dreistündige Mittagspause für Wirt und Personal eine Art heiliges Ritual ist.

Dass unser ungeduldiges Klopfen auf geheimen Wegen an das ruhend Ohr des Wirts gelangt ist, tat dessen Freundlichkeit aber keinen Abbruch. Er schleppte unser Übernachtungs-Gepäck in den ersten Stock, zeigte uns alles und führte uns dann in den Privatgarten, wo er uns an einem Tisch im Schatten einen eiskalten Weißwein und Grano Padano hinstellte, um auf dem Absatz kehrt in die Pause zu machen.

Vom mitteilsamen indischen Koch, der mit seiner traditionell anmutenden Frau in einem anderen Winkel des Gartens Siesta und Video-Chats in Urdu mit der Heimat machen wollte, erfuhren wir alles, was es zu unserer Bleibe zu wissen gab in fließendem Deutsch. Er hatte zuvor 16 Jahre in Berlin gekocht. Und weil wir ja in seinem Garten tranken, schaute auch der Eigentümer von Haus und Grund in Badekleidung mal bei dem komischen deutschen Paar vorbei. Der korpulent gemütliche Graubündener in unserem Alter begann gleich damit Sprachliches und Historisches zu ergänzen. Demzufolge verdankte das Hotel seinen unindischen, ladinischen Namen dem Fall des Baches Calanca in den Berg-Schrofen hoch über uns: "Calancasca" eben.

Khanna@albergocalancasca.ch

Die totale Ruhe von Grono ließ uns den frühzeitigen Weingenuss entspannt wegschlafen. Gerade noch rechtzeitig mit großem Hunger erlebten wir dann in den Abendstunden, wie das Dorf sich in eine lebhafte Nachbarschaft verwandelte, in der anscheinend jeder jeden kennt, grüßt und auch gleich auch ein paar Worte wechselt. Auch mit den deutlich als solchen zu erkennenden deutschen Touristen. Grüezi, Ciao, Buona Sera!

Das viergängige indische Menü mit dem Hauptgang Chicken Tandoori war absolut authentisch und schmeckte auch meiner Frau, die vorher ehr skeptisch war, überragend.

Alle Fotos: Claus Deutelmoser
Amuse Gueuile

Baked Onions
Diese Kombination aus Familiärem mit dem Kulinarischem tröstet insgesamt darüber hinweg, dass die preiswerten, sauberen, geräumigen Zimmer (mit Dusche aber ohne Toilette) nicht high end Luxus sind. Für uns war die Übernachtung in Grono jedenfalls ein Halt, der noch lange nachhallt. 
Chicken Tandoori

Naan mit Knoblauch und Koriander



Und zum Nachtisch ein kurzer
Verdauungsspaziergang durchs
malerische Grono









Ab heute geht es auf meinem Blog
"Briefe von der Burg" weiter.

Montag, 29. Juni 2026

Weshalb sich die "Briefe" verspäten

 Ich hätte ja nicht gedacht, dass meine "Briefe von der Burg" wegen der Verspätung so eine Sehnsucht nach den "Italienischen Momenten" auslösen. Obwohl ich seit dem letzten Oktober keine Zeile mehr aus Ligurien gepostet habe, sinken die monatlichen Zugriffszahlen seit April nicht mehr unter die 7000er-Marke. Ich verspreche, das Warten hat bald ein Ende.
Die fürsorglichste aller meiner Ehefrauen hat einen neuen fahrbaren Untersatz, und mein schlauer Sohn hat mir gestern einen stylischen Laptop vorbeigebracht: besseres Betriebssystem, schneller (als ob ich das in meinem Alter noch bräuchte), aber noch ein bisschen gewöhnungsbedürftig von der Tastatur, dafür kann ich alle Programm per Fingerabdruck aktivieren. Was habe ich mit dem alten in einem Jahrzehnt nur alles an Entwicklung bei den Computern und ihrer Software verpasst!

Jetzt beginnt wieder die Abnabelung vom Glashaus, in dem wir im zurück liegenden Dreivierteljahr von extremer Kälte bis zur Rekord-Hitze der letzten Woche alles besser überstanden haben als unser guter, alter Planet Erde, der von menschlichem Wahn und seismischen Extremen sowie kriegerischen Unmenschlichkeiten derart erschüttert wurde.
Fast könnte uns das schlechte Gewissen packen, dass wir immer noch derart unbeschadet zwischen unseren zwei privaten Welten hin und her reisen können. Aber Anflüge sind im Moment überwunden, in dem wir nach dem Lärm hier wegen aller offener Fenster, die Ruhe der Berg-Einsamkeit und den weiten Blick über die Täler wieder genießen. Alles richtig gemacht! Und für die Hitze, die in den Valle d'Olio die gesamte Zeit nicht annähernd so groß war wie hier, sind wir ja jetzt gewappnet.


Bei 38 Grad unter vollen Segeln auf Kurs Süd

Aber weil der Aufenthalt der übrigen Familie nun doch ohne unsere Ablösung vonstatten ging, müssen wir unser Haus wohl wieder komplett hochfahren wie meinen neuen Computer.

Wenn die Vorsehung uns gnädig gestimmt ist, wird es nach der üblichen Übergangswoche die "Briefe von der Burg" erst wieder ab dem 8. Juli geben. Bleibt mir also bis dahin weiter  gewogen.

Im Schatten der Piazza mit ihren Windkreuzen
ist eigentlich jede Temperatur auszuhalten

Freitag, 26. Juni 2026

Vom Durchstecken















Schon die glücklose Ampel hatte damit so sehr zu kämpfen wie keine Regierung zuvor. Nun ist es auch für die Merz-Administration quasi Standard: Alles, was noch an Reform in Gremien oder Klausuren diskutiert wird, dringt halbgar in die Nachrichten-Kanäle. Da werden dann öffentlich selbst Bruchstücke noch von politischen Besserwissern oder Experten in Talkrunden weiter verhackstückt.

Den Vorgang, der eigentlich zu nichts nutze ist, nennt die Nachrichten-Sprache Durchstecken. Die einen sagen, das sei ein  begrüßenswerter demokatischer Prozess. Andere verweisen auf die dadurch verlangsamten Reformen, oder längst fällige Schwächen in der Legislative zu beheben. Jüngstes Beispiel die Renten-Reform.

Die Verfassung sieht ja eigentlich vor, dass Gesetzentwürfe ins Plenum eingebracht und dort so lange erörtert werden, bis sie in dritter Lesung zur Abstimmung kommen.

Jetzt könnte man meinen, das Volk brauche das Durchstecken, damit es vor Küngeleien bewahrt wird; gewissermaßen als ein außerparlamentarisches Instrument. Tatsächlich aber dient Durchstecken allein den Seilschaften der Wichtigtuer: 






Da bekommt ein Hinterbänkler auf einmal von etwas Kenntnis, was ihm ein gewisses Gefühl von Wichtigkeit gibt. Das teilt er dann gerne mit einem Journalisten, der das generelle Verbreiten von Durchgestecktem nicht nur als die Karriere fördernd sieht, sondern ummäntelt die Veröffentlichung  auch noch als basispolitischen Akt zur Rettung der Demokratie.

Das wiederum befeuert Brennpunkte, obwohl Inhalte oft nicht mal einen Hauch brenzlich sind. Was wiederum solche Leuchtfeuer der Aufklärung wie Miosga, Maischberger, Illner oder Lanz sofort veranlasst, gewichtige Talk-Partner*innen ins Studio zu rufen, damit die Fackel der Aufklärung hinaus getragen werde zu ihrem Publikum, das gar nicht mehr weiß, wie es das alles verarbeiten soll.








"Nix G'wis woaß na net", fasst dieser alte bayrische Spruch wohl die meisten dieser Schlussfolgerungen treffend zusammen!

Mittwoch, 24. Juni 2026

Hundstage einen Monat zu früh?

Foto: Magdalena Panta



 Chewy der Familien-Hund

zum Thema der Woche:
 

Hundstsge sind eine hässlich schöne Plage!

Doch seit jeher stellt sich doch die Frage,

Wie ist die Hitze auf den Hund gekommen?

Habt Ihr je einen Leidenslaut vernommen?

Wir hecheln zwar mehr bei diesem Klima,

Aber ruhen doch mehr und findens prima,

Stöckchen holend in den Teich zu springen.

Wo Herrch*innen bald nach Atem ringen.

Weil Ihr so unter Hitze leidet, denkt ihr,

Da schickt man keinen Hund vor die Tür!

Und glaubt, die Hitze heißt wegen uns so.

Ein Irrtum aus römischem Sprachgebrauch

Dem folgten die dummen Germanen auch:

Im Sternbild "Großer Hund", der Sirius, 

- Und das ist kein astronomischer Stuss -

Geht im Juli/August mit der Sonne auf.

So nahm der "Hundsstern" seinen Lauf.

Jedoch ist da kein Klima im Firmament.

Den Wandel auf Erden habt Ihr verpennt!





Montag, 22. Juni 2026

Von Eliten und elitärem Denken

 Zweifelsfrei wird die künstliche Intelligemz auch Einfluss auf die gerade so durcheinander geratene Weltordnung ausüben. Kommt ja nicht von ungefähr,  dass Trump aus Angst, ihm könnte noch  größerer Kontrollverlust bei seinen digitalen Eliten drohen, jetzt schon deren Errungenschaften mit Exportverboten belegt.

Das zeigt aber auch, dass er nicht der hellste Stern im "Starsprangled Banner" ist,", wenn er glaubt, Datentransfer überhaupt noch reglementieren zu können.

Zum Beispiel haben sich "Palantier Technologies" iher rechtslastigen Gründer Peter Thiel


und Dr. Alexander Karp seit ihrer Gründung 2003 derart mit Krakearmen im Sicherheitsbedürfnis vieler Staaten festgesaugt, dass sich Apple und Microsoft sowie der in der KI allgegenwärtige Elon Musk schon sorgen müssten, bald zu den Abgehängten zu zählen. 

Nahezu alle Größen im Social-Media-Business leiten ihre rund um den Globus eingesammelten Daten auf Rechner in den Vereinigten Staaten. Man muss davon ausgehen, dass auch die Eliten der meisten übrigen Länder sich für die Kommunikation der gängigen Dienste bedienen, weil sich ja nicht jeder die "eigene Wahrheit" schön schreiben kann, wie der POTUS mit seinem "Truth Social".

Um ihre Texte oder Programme effektiver und schlagkräftiger zu machen, bedienen sich nicht nur Politiker, sondern zunehmend auch die Wissenschaften der Künstlichen Intelligenz. Andererseits aber erkennen forschende Analytker*innen dabei alarmierend etwas, was sie als KI-Halluzinationen bezeichnen.


Was könnte die Multliplikatinon von nur haarscharf daneben liegenden Interpretationen für Auswirkungen haben? Nur mal angenommen, auch solche Halluzinationen geraten unerkannt in den grundsätzlich von KI korrelierten Datenbestand für die Downloads argloser User: Bedeutete das dann, dass diese kulminiert unf rasend schnell zu einer sukzessiven Verblödung oder zumindest entgeistgten KI führten? Ich erinnere da an das simple Schachbrett-Theorem aus den Mathebüchern der Schulzeit: Am Anfang scheint der Deal dem Sultan günstig, das Weizenkorn auf dem ersten Feld dann auf dem jeweils nächsten nur zu verdoppeln. Für die so entstehende Menge, die auf dem 64sten fällig wäre, reichten dann aber alle Weizemernten der Welt nicht mehr.

Umgesetzt auf die Vetdopplumg desaströser, digitaler Daten bei jeder weiteren gutgläubigen Nutzung käme es wohl zum Erlöschen jeglicher  elitärer Einflüsse - sowohl im Denken als auch im Lenken. Geistes-Wissenschaften müssten ohne kühne Geister auskommen. Natur-Wissenschaften kämen zu dem Ergebnis, dass die Natur sowieso nicht mehr zu retten ist.

So wäen die am Ende übrig bleibenden KI-Eliten isoliert ihrem elitären Dasein überlassen. Elite erwächst eben nur aus dem Großen und Ganzen. Bloßes, elitäres Denken aber hat ohne unabhängig Mitwirkende noch nie zu wahrhaft wehrhaften Eliten geführt.

Freitag, 19. Juni 2026

Phänomen "Bares für Rares"

Darf ich mich als Zugehöriger zu dieser Altersgruppe überhaupt über das Senioren-Fernsehen lustig machen? Vielleicht verleiht mir das ja eine Legitimation, wenn ich mich wie bei den Anonymen Alkoholkern oute.

Hallooo, ich bin der Claus, 77 Jahre alt und habe bei der Hitze nichts besseres zu tun, als bei zugezogenen Vorhängen auf allen zu "erzappenden" Kanälen


Horst Lichter mit seinem Format "Bares für Rares" zu gucken. Dabei ist es mir piepegal, ob das noch Folgen sind, die in der Pandemie aufgezeichnet wurden oder deren Aktualität an dem veränderten Bart des Moderators zu erkennen sind. Ich bin schlichtweg süchtig!

Ich könnte als Entschuldigung vorbringen, dass mein mich lange Jare begleitet habender Laptop seinen Geist aufgegeben hat, aber das wäre eine krasse Lüge.

Tatsächlich bin ich immer aufs Neue fasziniert, wie mich dieses von Warner Bros. einfach gestrickte Konzept seit mehr als einem Jahrzehnt mit nimmt.

Ich war ja selber Sammler von schönen, seltenen und kurosen Dingen, deren vergänglicher Reiz mit jedem aufwendigen Umzug verblasste. Daher glaube ich nicht, dass  die Triebfeder, mit zu machen, allein das Veräußern der wundersamen Sachen ist. Was macht es schon für einen finanziellen Sinn,  ein altes Spielzeug für 100 Euro zu verkafen, wenn die Anreise nach Köln zuzüglich möglicher Übernachtungskosten ein Vielfaches verschlingt?

Geht es nicht eher ums Sehen und gesehen Werden? Aber bestimmt auch ums Personal, das jedem durch Expertise oder Erwerb einen krassen Promistatus beschert. Wenn sie nicht gar zu echten Kultfiguren aufsteigen, wie der gespielt prolliige Waldi, dessen Erstgebote mittlerweile zu einer eogenen "Währungseinheit" geworden sind.

Was animiert mich da eigentlich, da ich doch auch genügend hätte, was bei einer Haushalts-auflösung in nicht mehr allzu weiter Entfernung im Sperrmüll landete?

Ich fänd es viel zu mühselig, mich zu bewerben und dann womöglich anzureisen:

Ich bin fasziniert  vom Wissen der Expert*innen und vom oft verblüffenden Wertschätzung der präsentierten Artifakte. Es gibt keine Sendung, aus der ich nicht für unseren eigenen Bestand etwas lernte. Aber ehrlich, was für mich die Sendung auch so interssant macht, sind  die Menschen und heraus zu finden, weche Motive sie wirklich antreben.  "Bin ich im Fernsehen?" 

Wenn das Pharisäertum ist, dann bin ich natürlich einer.

Da sitze ich im Aquarium und genieße via Glotzophon die Artenvielfalt eines eunmaligen Menschenzoos. Geht's noch!

Aber "Bares für Rares" wie einen Menschezoo zu sehen, ist immer noch respektvoller, als der Blick unserer kolonialen Vorfahren auf "ihre Eingeborenen".

Hier ein Bild aus Wikipedia:


Mittwoch, 17. Juni 2026

Parteiräson

Wieso übersehen so viele Partei-Soldaten weltweit, dass die Räson, den Leitlinien ihrer Spitzen zu folgen, Schritt für Schritt, Abstimmung um Abstimmung, die demokratische Selbstreinigung verhindert?

Gibt es wirklich nicht einen oder eine unter Trumps  republikanischen Volksvetrter*innen mit Verstand oder zumindest Gewissen, gegen das mitunter absurde Regime von POTUS aufzustehen?

Soll heißen: Ist  denen denn garnichts  mehr peilich?

Imperator und Gladiator
Martial-Arts-Fan und MAGA-Macho
Quelle:faz.net


Offenbar gibt es den Widerstand aus eigenen Reihen nur noch im Mutterland der Magna Carta, wo Premier Starmer sich derzeit in erster Linie gegen Spitzenkräfte seiner eigenen Labour-Fraktion zu Wehr setzen muss.

Auch bei uns  werden ja von der Presse Spitzenkandidat*innen schon als Verlierer gesehen, wenn sie bei der Nominierung nur um die 80 Prozent der Stimmen auf ihren Parteitagen bekommen. Dabei liefert ein nicht vorhersehbares Abstimmungsergebnis - wie vor einigen Tagen bei der FDP - viel eher ein Signal innerparteilich intakter demokratischer Verhältnisse.

Was für ein Aufschrei hingegen, wenn bei den Christlichen - natürlich von außen - ein Kanzler oder Ministerpräsident plötzlich infrage gestellt wird.

Der Wunsch der Basis nach Platzhirschen ist mittlerweile derart eingewachsen, dass regierende "Einheitsparteien", geführt von Solisten, auch bei uns selbstverständlich werden.

Das allein mit der "Brandmauer" gegen die  braune Welle begründen zu wollen, könnte sich als fataler Fehler erweisen.


Das Ergebnis der Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg könnte beruhigen. Aber das möglicherweise dicke Ende kommt ja noch im Herbst. Was, wenn die AfD im Osten aus einer der Landtagswahlen mit absoluter Mehrheit hervor ginge?

Gegen deren absolutistischen Kader-Gehorsam muss ein strategisches Konzept einer soliden demokratischen Basis her, das auch verlangen könnte über den Schatten der jeweiligen Parteiräson zu springen

Aber argumentatives Nachmachen bis hin zur Homophonie geht gar nicht!

Da muss der CSU-Eurpa-Rechtsaußen Manfred Weber schon aufpassen, dass er auf seiner selbst erzeugten Schmierseife nicht in die braune Scheiße schliddert.