Montag, 19. Januar 2026

Keine Angst vor Zöllen

 

Quelle: Ökomenisches Heiligenlexikon

Es ist nicht zu erwarten, dass aus Donald zu Lebzeiten noch Matthäus wird. Jener Steuereintreiber Levi, der der Legende nach von Jesus zum Apostel berufen wurde und den sie "den Zöllner" nannten. Ich erinnere nur deshalb daran, weil Zölle beinahe so alt sind wie die Menschheit, die Handel treibt. Dass Donald Trump sie in der heutigen Zeit wie ein Raubritter einsetzt, zeigt nur einmal mehr, was er für einen Charakter hat. Wenn er jetzt seinen NATO-Partner, die gegen seine absurden Grönland-Gelüste sind, mit Zöllen droht, bedeutet das vorerst nicht das Ende des Nordatlantik-Bündnisses. Es zeigt vielmehr erstmals ein Zaudern, eine Art Hilflosigkeit in dieser Angelegenheit.

Denn Trump stößt seine erneuten Zoll-Drohungen just in dem Moment aus, in dem sich das Alte Europa mit dem Süden der "Neuen Welt" zur größten und wirtschaftlich mächtigsten Freihandels-Zone des Erdballs vereint hat. Das Mercosur Abkommen hat im Moment wegen der womöglich ungleichen Agrar-Struktur vielleicht noch viele Kritiker. Mittelfristig bietet es aber die Chance eines transatlantischen "Binnenmarktes", der die USA durchaus ausgrenzen könnte.

Quelle: top agrar
Dass ausgerechnet die europäischen Bauern dagegen sind, zeigt nur wie wenig sie bereit sind, sich ohne die gewaltigen Subventionen, die sie seit Jahrzehnten einstreichen auf die sogenannte "freie Marktwirtschaft" einzulassen, um ihre Betriebe zukunftssicher zu machen. Wie sehr sie auch in Sachen Bildung und zeitgleicher Digitalisierung hinterher trotten. Denn schon gibt es beispielsweise immer mehr Deutsche Jungbauern mit einschlägigem Studienabschluss, die das erkannt haben und mit ihren ererbten Betrieben durch das Belegen von Nischen und Anwendung neuester Agrar-Forschung nicht nur bloß Bio-Produkte, sondern dadurch auch ein anderes Kaufverhalten generieren. 

Wenn es bei der umweltgerechten, Giftstoff freien Produktion von Agrargütern anfänglich noch zu einem Gefälle käme, ist es an der Politik da für Beschränkungen oder Ausgleich zu sorgen. Die Angst vor einer Fleisch-Schwemme aus Südamerika ist sicher begründet. Schon jetzt geht aber der Rückgang im Konsum gerade bei uns mit einem höheren Qualitätsanspruch einher. Ich merke das als alter "Fleischfresser" am eigenen Ernährungsplan.

Quelle: Counter vor9
Cowboy gehütetes mit Antibiotika
gefüttertes Longhorn-Fleisch
kann "der Don" dann zollfrei alleine fressen


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