Freitag, 3. April 2026

Regelrecht regellos!

Wenn diese Überschrift meines heutigen Posts für manche Leserinnen und Leser keinen Sinn ergäbe, könnte es daran liegen, dass sich meine Schreibe mittlerweile schon wie eine aus alten Zeiten liest. Ich habe das "regelrecht" als verstärkenden Ausdruck für das folgende, genaue Gegenteil benutzt.
Ich kann es einfach nicht lassen, mich um Mitternacht immer wieder in die heillosen Diskussionsrunden zu zappen. Das "heillos" habe ich jetzt für "bringt ja nichts" verwendet, als verspräche sich einer wie ich von diesen mit dem Brustton des Allwissens vorgetragenen Statements irgendeine segnende Orientierung. Eher erlebt der Zuseher ein heilloses Durcheinander, weil es live Sitte geworden ist, den anderen nicht nur nicht ausreden zu lassen, sondern sogar eigene Ansichten in den Redefluss anderer Teilnehmender einzubringen.

Quelle: 123RF

Hör auf zu schwafeln, komm lieber auf den Punkt, Alter!
Tatsächlich sind zwei Sätze in all der "Babylonischen Sprachverwirrung" dieser Tage bei mir hängen geblieben:
"Wir müssen uns wohl von den Regeln, die bislang unser friedliches Zusammenleben geregelt haben, verabschieden."
Und:
"Wird es nach diesem Jahr jemals wieder möglich sein,  zu diesen zurück kehren zu können?"

Naiv wie ich bin, schossen mir sofort zwei Floskeln durch den Kopf.
Erstens: Die Zeit wird schon alles richten.
Zweitens: Die Geschichte wiederholt sich sowieso immer wieder. Egal, wer sie gerade schreibt.
Das könnte bedeuten, dass wer immer Regeln bricht, auf Dauer nicht damit durchkommt. Es wäre dann nur eine Frage der Zeit, bis die Menschen, die derzeit regelrecht unter dieser aufgezwungenen Regellosigkeit litten, den Frieden mit Nachdruck wieder einforderten. Aber ginge das denn überhaupt noch ohne neuerliche Gewalt?

Tatsächlich ist das erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg für den Bereich West-Europa einigermaßen gelungen. Für mehr als sieben Jahrzehnte. Ein historisch bislang einzigartiger Zeitraum für den Frieden. Im Osten hingegen haben die Menschen ihre Forderung nach Wiedererlangung solcher Regeln mehrfach mit ihrem Blut begleichen müssen, ehe sie bislang nur gerade mal drei Jahrzehnte etwas von den Segnungen hatten, die man Demokratie nennt. 

Quelle: Newsweek
Voller Angst: Tägliches Warten,
dass der Imperator
den Daumen senkt
In dieser Gegenwart ist nichts mehr "regelkonform". Und weil gleichzeitig - vom Westen wie vom Osten aus - jeder seine eigenen Regeln mit blutiger Gewalt über fremde Grenzen hinweg durchsetzen will, ist die Politik nur "gegenwärtig". Sie ist nicht auf Generationen ausgerichtet, die diese geschundene Welt vielleicht noch hätten heilen können, wenn ihnen jene Regeln für ein friedliches Zusammenleben noch vorgelebt und vermittelt worden wären. Stattdessen wird gerade der Mond angesteuert, um den es dann auch wieder Streit geben wird...
Quelle: Stern
Wenn der Zar lächelnd
Kriegsbericht erstattet,
gefriert der Baikalsee sogar
im Sommer
Denn es erkennt eigentlich niemand, dass gerade alle Kriege nicht nur Verbrechen gegenüber der Menschlichkeit, sondern in Zeiten des Klimawandel auch die größte Versündigung am Zustand unserer Erde sind.

"All we are saying is give peace a chance"
John Lennon und Yoko Ono bei ihrem Bed In 1969

Quelle: wikipedia


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