Montag, 23. März 2026

Kritik an der Politik Israels ist nicht gleichzusetzen mit Antisemitismus

Das, was die Partei "Die Linke" derzeit beschäftigt, hat eigentlich nichts mit latentem Antisemitismus zu tun. Vielmehr gilt ein Teil ihrer Mitglieder als gesichert pro palästinensisch und macht das sogar durch das Tragen der Kafiya deutlich. Wer bei uns in dem Konflikt des Nahen Ostens politisch Partei ergreift, geht von Haus aus das Risiko ein, in der Widersprüchlichkeit der Argumente zerfleddert zu werden. Wäre das so einfach, hielte dieser Zustand in der Region nicht schon seit dem Zweiten Weltkrieg mit wiederkehrenden, kriegerischen Unterbrechungen und Scheinfrieden unvermindert an. Fest steht, dass die Hamas mit ihrem Überfall auf Israel eine neue Härte der Unvereinbarkeit eingebracht hat. Israel aber durch die Vernichtung Gazas und jetzt mit dem Krieg gegen den Iran und den Libanon eine "Endlösung" anstrebt.

Quelle: TAZ
Allein der Verdacht, dass
in diesem Hotel im Libanon
die Hisbollah Unterschlupf
 gefunden haben könnten,
rechtfertigte für die Israelis,
dass auch Zivilisten, bei ihrem 
Angriff  zu Tode kamen

Ich habe Israel in einer Phase des Friedens Mitte der 1980er vom Mittelmeer bis zum Roten Meer bereist, als dort wieder Hoffnung auf einen ungefährdeten Tourismus aufkeimte. Ich war begeistert davon, was die Israelis diesem Gebiet abgerungen haben, das ja zu einem nicht geringen Teil aus Wüste besteht. Da ich mit jüdischen Mitschülern aufgewachsen war, hatte ich auch keine Mühe mich den religiösen Gebräuchen unterzuordnen. Aber schon damals spürte ich auch, dass vor allem Sabra, die Israelis der ersten Stunde, sich vom Wesen her über ihre palästinensischen Mitbürger stellten.

Ich habe diese lange Einleitung gewählt, damit man mir für diesen Post nicht unterstellen kann, ich sei ebenfalls latent antisemitisch eingestellt.

Quelle: DIE ZEIT
Ob es eine Amerikanische oder Israelische
Rakete war, die 176 Kinder und 14 Lehrer
in  der Mädchenschule von Minab tötete,
wird wohl niemals geahndet werden
Am Samstag sah ich in den Abendnachrichten, wie sich der Israelische Verteidigungsminister Israel Katz samt Gefolge durch einen Kindergarten bewegte, der von einer iranischen Rakete zerstört worden war. Zum Glück waren bei dem Einschlag keine Kinder zugegen. Es wurde auch sonst niemand verletzt. Dennoch sprach Katz vor laufenden Kameras von einem Kriegsverbrechen. Unterschiedlicher kann wohl keiner Raketen-Einschläge zwischen Gut und Böse - gerechtfertigt und frevelhaft - gewichten. Als der Krieg gerade begonnen hatte, wurde im Iran eine Mädchenschule bombardiert, in der wohl weit über hundert Opfer zu beklagen waren. Die Nachforschung ergab, dass der Schlag wohl auf einer fehlerhaften oder veralteten Geheimdienst-Information beruhte. Infolgedessen wurde er als Kollateralschaden bedauert, aber nicht als Kriegsverbrechen eingeordnet...

Quelle: Spiegel
Israels Verteidigungsminister
als potenziellen Kriegsverbrecher
zu bezeichnen, ist nicht antisemitisch

Mich stört, dass die Verantwortlichen in Israel, wie selbstverständlich bei ihrer Betrachtungsweise immer von zweierlei Maß ausgehen, aber bei jeglicher Vergeltung für sich in Anspruch nehmen, dieses Maß an Vernichtung erheblich zu potenzieren.

Als freier Bürger einer partiell noch freien Welt ist es mein gutes Recht, in freier Meinungsäußerung der Israelischen Regierung vorzuwerfen, dass sie nach Nachrichtenlage in den letzten Jahren mehrere Kriegsverbrechen oder Verstöße gegen das Völkerrecht begangen hat. Ich bin absolut gegen die Handlungen von Netanjahu und Katz. Aber deshalb bin ich noch lange kein Antisemit.

1986 nur bewaffnet mit der Kamera:
Ein friedliches Abenteuer mit
Sephi im Negev, und danach zum 
Tauchen ins Rote Meer

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