Darf ich mich als Zugehöriger zu dieser Altersgruppe überhaupt über das Senioren-Fernsehen lustig machen? Vielleicht verleiht mir das ja eine Legitimation, wenn ich mich wie bei den Anonymen Alkoholkern oute.
Hallooo, ich bin der Claus, 77 Jahre alt und habe bei der Hitze nichts besseres zu tun, als bei zugezogenen Vorhängen auf allen zu "erzappenden" Kanälen
Horst Lichter mit seinem Format "Bares für Rares" zu gucken. Dabei ist es mir piepegal, ob das noch Folgen sind, die in der Pandemie aufgezeichnet wurden oder deren Aktualität an dem veränderten Bart des Moderators zu erkennen sind. Ich bin schlichtweg süchtig!
Ich könnte als Entschuldigung vorbringen, dass mein mich lange Jare begleitet habender Laptop seinen Geist aufgegeben hat, aber das wäre eine krasse Lüge.
Tatsächlich bin ich immer aufs Neue fasziniert, wie mich dieses von Warner Bros. einfach gestrickte Konzept seit mehr als einem Jahrzehnt mit nimmt.
Ich war ja selber Sammler von schönen, seltenen und kurosen Dingen, deren vergänglicher Reiz mit jedem aufwendigen Umzug verblasste. Daher glaube ich nicht, dass die Triebfeder, mit zu machen, allein das Veräußern der wundersamen Sachen ist. Was macht es schon für einen finanziellen Sinn, ein altes Spielzeug für 100 Euro zu verkafen, wenn die Anreise nach Köln zuzüglich möglicher Übernachtungskosten ein Vielfaches verschlingt?
Geht es nicht eher ums Sehen und gesehen Werden? Aber bestimmt auch ums Personal, das jedem durch Expertise oder Erwerb einen krassen Promistatus beschert. Wenn sie nicht gar zu echten Kultfiguren aufsteigen, wie der gespielt prolliige Waldi, dessen Erstgebote mittlerweile zu einer eogenen "Währungseinheit" geworden sind.
Was animiert mich da eigentlich, da ich doch auch genügend hätte, was bei einer Haushalts-auflösung in nicht mehr allzu weiter Entfernung im Sperrmüll landete?
Ich fänd es viel zu mühselig, mich zu bewerben und dann womöglich anzureisen:
Ich bin fasziniert vom Wissen der Expert*innen und vom oft verblüffenden Wertschätzung der präsentierten Artifakte. Es gibt keine Sendung, aus der ich nicht für unseren eigenen Bestand etwas lernte. Aber ehrlich, was für mich die Sendung auch so interssant macht, sind die Menschen und heraus zu finden, weche Motive sie wirklich antreben. "Bin ich im Fernsehen?"
Wenn das Pharisäertum ist, dann bin ich natürlich einer.
Da sitze ich im Aquarium und genieße via Glotzophon die Artenvielfalt eines eunmaligen Menschenzoos. Geht's noch!
Aber "Bares für Rares" wie einen Menschezoo zu sehen, ist immer noch respektvoller, als der Blick unserer kolonialen Vorfahren auf "ihre Eingeborenen".
Hier ein Bild aus Wikipedia:


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