Wie im vergangenen Jahr ist es in München jetzt schon wieder heißer als bei der Rest-Familie, die von der Dachterrasse unseres Hauses in Ligurien täglich pure Lebensfreude im Family-Chat postet.
Natürlich sind wir neidisch. Vor allem auf die Ruhe. Denn bei 30 Grad müssen wir im Glashaus alle Fenster aufreißen.
In der kalten Jahreszeit hören wir bei geschlossenen Schallschutz-Fenstern so gut wie nichts vom Verkehr. Allenfalls ein leises Rauschen.
Jetzt lernen wir schmerzlich ,dass unsere Strsßenschlucht in den Abend- und frühen Nachtstunden zum Tal des Donners wird. Irgendwo am Nordende der längsten Straße Münchens haben offenbar Tuner von Autos und Motorrädern ihre immer noch erfolgreichen - und von diesem Multkulti-Viertel stets enorm frequentierten Werkstätten.
Und offenbar sind die Ampelschaltungen in einer Frequenz, Die unsere Kreuzung zu einer Art Startlinie für Beschleunigungs- und Lautstärke-Tests macht. Jedenfalls ist es kaum vorstellbar, dass derart lärmende Boliden durch den nächsten TÜV kommen.
Ich will hier als alter Depp nach einem Leben als Auto-Saulus nicht den Bremsen-Paulus geben, Dafür habe ich meine diversen Sportwagen viel zu sehr geliebt und oft verbotener Weise auch entsprechend ausgefahren. Aber wirkt der Fetisch Auto-Tuning kurz vor dem zwar noch einmal nach hinten verschobenen Verbrenner-Aus und Dank der Hormus-blockade verstärkten E-Trend nicht ein wenig ewig gestrig?
Gut, die E-Mobiltät verspricht kein lautes Rülpsen von aufgebohrten Auspüffen, aber möglicherweise eine Verbesseung der Atemluft. Nicht zu vergessen, dass bei weniger stylish in die Luft gepusteten Sprit auch mehr Netto vom Brutto auf der Debit-Card bleibt.
Und wer dann mit seinem jeweiligen fahrbaren Untersatz noch unbedingt auffallen möchte, kann ja immer noch zur Kunst an der Karosserie wechseln...



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