Mittwoch, 6. Mai 2026

Erschütternd!

Bei allem, was die Welt gerade in maximale Unruhe versetzt, vergisst man leicht, dass uns die Erde selbst mit ihren Erschütterungen heimsucht. Seit wir in Ligurien auf einem Felsenkamm leben, bin ich dort immer online mit dem Erdbeben-Monitor. Der ist zwar auch kein Schutz vor Erdbeben, aber ein halbwegs verlässliches Frühwarnsystem. Allerdings als unser Haus durch zwei kurze Erdstöße derart erschüttert wurde, dass die Kerzen aus den Leuchtern flogen, hatte ich vorher kein Signal bekommen. Der Computer war abgeschaltet (!?). Schäden am Haus gab es auch keine. Da haben wohl die Erdbeben-Anker, die unsere Außenmauern im inneren mit Stahlseilen durchziehen gut funktioniert.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es kaum ein größeres Gefühl der Hilflosigkeit gibt, als ein Erdbeben zu erleben. Zweimal hätte es mich erwischen können: In Zamboanga auf Mindanao in den südlichen Philippinen war ich gerade in einem Restaurant beim Mittagessen, als ich mit meinem Stuhl vom Tisch geschleudert wurde und zwei Meter versetzt bei anderen Gästen landete. Und dann war da noch der "After-Shock" nach dem großen Kalifornischen Erdbeben von 1996, der mich unweit von Disneyland in Anaheim mitten in der Nacht erwischte...

Quelle: Wikipedia
Seismographische Darstellung des Epizentrums
Immer wieder erinnert uns unsere liebe Erde, dass sie nur aus Schollen besteht, die hauchdünn auf einem brodelnden Meer aus Magma schwimmen. Und typisch für den Menschen ist, so ein Erdbeben möglichst schnell zu vergessen und Zerstörtes an selber Stelle wieder möglichst genauso aufzubauen.

Quelle: visit.gemona

Quelle: Venzone Torismo
Wer dieser Tage in Friaul durch die Städte Gemona, Venzone und Osoppo fährt, sieht kaum noch die Schäden, die heute vor 50 Jahren ein Erdbeben der Stärke 6,5 angerichtet hat und 989 Menschen das Leben kostete. Wer von den 2400 zum Teil Schwerstverletzen heute noch am Leben ist, wird wohl einmal mehr - aber vermutlich immer noch traumatisiert - Geburtstag feiern...
Quelle: Verliebt in Italien
Malerisch wie einst - auferstanden aus den Trümmern:
Gemona del Friuli

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen