Montag, 29. November 2021

Die Corona-Teufel sind los!

Wo?

Ab 1. Dezember randalieren sie täglich im Glashaus. 

Für wen?

Für alle Glühwein-Panscher, Flammbrot-Bäcker. Kerzenzieher, Krippen-Bauer, und Süßholzraspler deren Buden dicht gemacht - und natürlich für die jungfräulichen Teenies, die um ihren Auftritt als Christkindl gebracht wurden.

Wie lange?

Ultimativ bis zum Heiligabend in Isolation.

Worin?

Im ultimativen Krampus-Corona-Kalender (Krampus = Teufel oder urwüchsig rabiater Weg-Begleiter von Nikolaus und anderen rot berockten, blaunäsigen, älteren Herren im Dienste des Geschenke-Booms)

Quelle: pixabay


Freitag, 26. November 2021

Pandemisches Paradoxon

Quelle: pixabay.com
Vorestern ließ eine Stimme aus der neuen Opposition verlauten, die Ampelregierung käme mit ihren geplanten gesundheitspolitischen  Maßnahmen nicht vor die vierte Welle. Obwohl der Anlass wirklich nicht spaßig ist, waren die Bilder ulkig, die vor meinem inneren Auge auftauchten. Offenbar war der, der da gesprochen hat, kein Surf-Spezialist.

Vor der Welle ist man im Wellental und droht im nächsten Brecher untergestrudelt zu werden. Vielmehr gilt es, möglichst lange knapp unter dem Wellenkamm zu bleiben, um die Welle auszureiten; daher der alte deutsche Name "Wellenreiter". Die Metaphern, die die Pandemie in die Sprechblasen zaubert, sind aus meiner Sicht übrigens alle wenig zutreffend. Wie zum Beispiel die Forderung, die neue Regierung müsse das Volk nicht nur vor der fünften Welle schützen, sondern diese sogar vermeiden. Dass ausgerechnet die Parteien, in den von ihnen regierten Bundesländern nun unverblümt den Ampelisten/innen vorwerfen, sie seien eigentlich schuld, dass sich die Corona-Lage so zuspitze, ist nicht nur das Nachtreten schlechter Verlierer, sondern auch der Grund, weshalb sie nicht mehr am Regieren sind...

Das ist paradox, weil doch zunächst einmal die Politik vor den Volks-Verdummern und ihren immer noch protestierenden und verweigernden "Followern" geschützt werden müsste. Denn was hilft schon die G3-Regel, wenn es zunächst eigentlich darum gehen müsste das 3P-Verhalten der Ignoranten komplett einzudämmen?

So lange 3P (Party, Populismus und Protest) unbeeindruckt unter dem Deckmantel der Freiheit weiter machen darf, gibt es keine verlässlichen Maßnahmen, die die nächste Welle verhindern könnten. Die Arbeit der vom Volk Gewählten muss paradoxer Weise nun vor dem Wahn einer Minderheit beschützt werden. Dennoch brächte eine  generelle vom Staat verordnete Impfpflicht dem Sockel unserer Verfassung ein paar Risse bei.

Dreimal darf man raten, wem die in die Karten spielen!

Quelle: de.freepik.com


Mittwoch, 24. November 2021

Verwirrung und Verirrung in der Komfort-Zone

Unter dem Kadaver dieses verdursteten
Pferdes auf der Sinai-Halbinsel wird
eine der größten Süßwasser-Kavernen
unseres Planeten vermutet.
Da Wasser in der Zukunft eine teures Handelsgut wird,
könnten die Beduinen einmal sehr reich werden
Das Alter sei eine wunderbare Komfort-Zone, sagte neulich jemand in so einer Selbstdarsteller-Talkrunde der Öffentlich Rechtlichen, in die ich beim Zappen geriet. Da ich gleich weiter schaltete, hatte ich diesen Satz vermutlich aus einem sinnvollen Zusammenhang gerissen. Dennoch machte er mich furchtbar wütend.
Erstens: Wie definiert sich eine Komfort-Zone?
Zweitens: Ist es wirklich so toll, nicht mehr arbeiten zu können? Und drittens; Erleichtert einem Komfort tatsächlich das Warten auf den Moment, in dem man den Löffel abgeben muss?
Das häufige Prophezeien einer
Götterdämmerung hat die Weltbürger
wohl für die Einschätzung des Ist-Zustandes
abstumpfen lassen
Subjektiv betrachten lebe ich dann schon viel zu lang in einer Komfort-Zone, weil ich so früh mit dem Arbeiten aufhören konnte. Aber objektiv muss ich 
feststellen, dass ich mich mehr und mehr zu dem Sonderling entwickle, der ich partout nicht werden wollte. Täglich merke ich , dass ich zynischer und intoleranter werde. Was ein Akt der Hilflosigkeit ist, weil ich mich nicht mehr einbringen kann. Weil ich nichts mehr der Arglosigkeit, mit der unser Planet beschädigt wird, entgegen setzen kann. Deshalb ermüdet mich das "hätte, hätte Fahrradkette"(Was immer dieser Spruch an Sinn ergibt). Mein eigenes Wirken als Propagandist des Wohlergehens, als Katalysator des Vergnügens verpasst mir gerade jetzt in der Pandemie ein schlechtes Gewissen. Vor allem weil aus dem "Luxus und der Moden" ja enorm wachsende, wichtige Wirtschaftszweige geworden sind.: Zu viel Skifahren weltweit, zu viele Fernreisen, zu viel Gier nach Luxus und Statements. Ich habe sie mit Vergnügen bedient und im Rückblick Schuld auf mich geladen

Selbst solche paradiesischen Inseln wie Reunion und
Mauritius sind durch ausbeutenden Tourismus
nicht vor dem Untergang sicher
Natürlich hätte es ein anderer Berichterstatter
genauso gemacht. Es gibt für mich auch keine größeren Eiferer als jene, die vom Saulus zum Paulus mutieren. Aber durch mein erzwungener Maßen  heutiges Leben in Zurückgezogenheit mache
ich meine Sünden nicht wett. Was will
ich mit diesem Post eigentlich sagen?

Nicht mehr, als dass das Alter weniger eine Komfort-Zone ist, als ein Wartezimmer, in dem man in den Illustrierten seiner Erinnerungen blättert.
Wenn ich durch mein umfangreiches digitale Archiv
 scrolle, merke ich leider viel zu spät, dass ich neben
 meinem "Sucher-Auge"
Die Sonne nahe dem Äquator -wie hier -
unter dem Zuckerhut bei Rio
wird bald nicht mehr gefahrlos
zum Sonnenbaden taugen
beim Fotografieren auch häufiger das andere Auge hätte öffnen müssen, um genauer hin zu sehen. Da hilft auch das Tragen der Maske nicht, damit ich übersehe, dass mein Spiegelbild voller Irrungen und Verwirrungen ist.


Weil wir so gerne Garnelen verspeisen,
sind in den letzten vier Jahrzehnten
mehr als ein Drittel der Mangroven-Küsten
zerstört worden
Alle Fotos: Claus Deutelmoser



 






Montag, 22. November 2021

Sein eigener Mensch sein

Es kann vorkommen, dass jemand einen mehr als ein halbes Leben begleitet und dann doch nicht zu enträtseln ist:

Fourty Years Ago

In den ersten Minuten hatte er die Nabelschnur dreimal um den Hals gewickelt und hatte derart große, abstehende Ohren, dass man befürchten musste, er flöge gleich davon wie Walt Disneys fliegender Elefant Dumbo.
Dieses keine Luft Kriegen um dann nach beängstigend langen Momenten doch noch genügend Atem in den Lungen zu haben, um markerschütternde Schreie auszustoßen, behielt er bei, bis er erstaunlich schnell auf zwei Beinen die Freiheit suchte. Nur wenig später raste er todesmutig auf Ski den steilsten Buckelhang unseres Hausberges herunter. War da ein kommender Skistar unterwegs, der eine professionelle Ausrüstung brauchte? Offenbar nicht, weil er zu Beginn der zweiten Saison mitten am Hang Ski und Stiefel auszog und bei Eiseskälte meinte, man könne sich die Sch...ski da oben abholen...

Macht nichts. Dann würde er wohl Wissenschaftler werden, denn sobald er lesen konnte, speicherte er Geo-Daten und jegliches andere Wissensgut im Gedächtnis ab. Dennoch war er dann ein schwieriger Schüler, der durch Sturheit und Ungehorsam seine Lehrerinnen herausforderte und im letzten Grundschuljahr von seiner Klassenlehrerin trotz bester abgelieferter Arbeiten überall eine Note schlechter bekam. Eine pädagogische Ungerechtigkeit, die seine Eltern viel Geld kosten sollte, weil der Direx Schwierigkeiten an dem staatlichen Gymnasium  der Gemeinde prophezeite. Das hatte nämlich einen recht elitären Ruf.

Der Junge wurde einerseits Einzelgänger, andererseits war er Anlaufstelle für einen enormen Freundeskreis. Es konnte aber passieren, dass er mitten im Geburtstagtrubel verschwand, um in seinem Zimmer für sich allein zu spielen. Seine Zukunft als Nerd war in dem Moment fest geschrieben, in dem  er einen abgelegten PC  aus der Firma seines Vaters  bekam. Den beherrschte er nicht nur bald viel besser als sein gramgebeugter Erzeuger, sondern jonglierte mit den Anweisungen der Programme, die in jener Zeit noch überwiegenden in Englisch auf dem Bildschirm erschienen, dass er die Sprache so ganz nebenbei erlernte. Alles bestens! Learning by doing also?

Wie konnte es nur passieren, dass ihn da dann eine teure Privatschule wegen Leistungsverweigerung ausmusterte? Unbeugsamkeit und Renitenz sorgten auch für Hilflosigkeit und Unverständnis bei denen, die ihn liebten. Nicht nur Lehrer, die wegen seiner vielen Begabungen unverhohlen Sympathie für ihn bekundeten, sondern auch Eltern und Verwandte wurden nicht schlau aus ihm. Die drei zauberhaftesten Mädchen, die man sich als Jungmann nur vorstellen kann, ließ er aus - für andere - unverständlichen Gründen ziehen. Nur ein Verhältnis war an Innigkeit nicht zu übertreffen. Das zu seiner älteren Schwester, die von klein auf seine Schutzpatronin ist.

Und dann passierten einige Wunder hintereinander. Er, der gerne etwas mit Elan anfing, um es dann sausen zu lassen, machte in Eigeninitiative das Abitur ausgerechnet an jenem Gymnasium, das sein Volksschul-Direx für zu schwer eingestuft hatte. Mit niemandem redete die Direktorin bei  der feierlichen Zeugnis-Übergabe so lange wie mit dem, den sie in der Abi-Zeitung das "Phantom" nannten, weil er im Unterricht nur selten gesichtet wurde. Auch die journalistische Ausbildung mit den dazu gehörigen Seminaren absolvierte er, obwohl das Thema Sport nicht seines war. Seine textliche Begabung reichte ihm aber selbst nicht, um weiter zu machen. Er hielt sie für nicht gut genug, und wollte sie durch ein Studium mit Schwerpunkt auf amerikanische Literatur unterfüttern. Ausgerechnet er, der Schule ja ätzend gefunden hat.

Lernwillig war er eigentlich nur in seiner Liebe zur Musik. Neben dem ganze Auf und Ab seines Lebens bis dahin hatte er sich ohne speziellen Unterricht eine Reihe von Instrumenten selbst beigebracht. Allerdings den Unterricht bei einer renommierten Gesangslehrerin besuchte er verlässlich. Als er sich auf einer Probebühne mit Porgy&Bess zum Abschluss vor Publikum "frei" sang, hatten nicht nur Eltern Tränen in den Augen. Auch seine Lehrerin meinte gerührt: "Ihr Sohn ist einer Rampensau!"

Lampenfieber kennt er nun auch in dem Quartett nicht, mit dem er durch die Münchner Szene tourt, so die Pandemie es zulässt. Er hat sich zu einem beachteten Singer/Songwriter entwickelt, obwohl er sich immer noch - genau wie einst beim Schreiben - für nicht gut genug empfindet. Man könnte ihn für vulnerabel halten, aber er ist eben gar nicht narzisstisch,
Vermutlich ist er einer der wenigen Menschen, die es über vier Jahrzehnte unbeugsam schaffen, sein eigener Mensch zu sein.

https://www.youtube.com/watch?v=FiLb34khVaI

Bis zum heutigen Tag, an dem mein Sohn 40 Jahre als geworden ist,  werde ich nicht schlau aus ihm. Aber das macht nichts, weil ich ihn so sehr viel mehr liebe, als er  das vielleicht wahrhaben möchte.

Herzlichen Glückwunsch Boba!

https://wearehouseofleaves.com/

Freitag, 19. November 2021

Das Narren-Tief

Quelle: pixabay.com
Seit ich mit Schreiben mein Geld verdiente, überraschten mich in meiner Muttersprache durch anscheinend geheime Botschaften immer wieder auftauchende Modeworte oder  -Redewendungen. Seit 1977 kürt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GdfS) regelmäßig "Worte des Jahres". Im Laufe der Zeit kamen "Unworte" aber auch "Jugendworte" des Jahres hinzu. Letztere werden immer häufiger aus dem Englischen abgeleitet, was die Sprach-Forscher auf den Einfluss der Sozialen Medien zurück führen. Das Jugendwort für 2021 lautet "cringe", was ein Gefühl des Fremdschämens kurz beschreibt.

Die Sprache der Erwachsenen reagiert mehr tagesaktuell, und so setzen sich dann Worte durch häufige Verwendung in den Nachrichten im allgemeinen Gebrauch fest, die als historisch bedingt eingestuft werden können. Wie zum Beispiel 2020 "Crona-Pandemie" einerseits und "Corona-Diktatur" andererseits. Wer am Vormarsch des Rechtspopulismus und Querdenkens zweifelt, kann vielleicht durch solche gewählten Sprach-Ungeheuer wie "Rückführungspatenschaften, Klimahysterie, Anti-Abschiebungs-Industrie, alternative Fakten und Volksverräter" eines besseren belehrt werden. Die "Lügenpresse" hat sich sich ja bereits seit 2014 als Kampfschrei durchgesetzt. Alles auf diesem Link nachzulesen: duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Wort-und-Unwort-des-Jahres-Deutschland.

Was der Duden und die Sprachforscher nicht prämieren oder registrieren sind Sprach-Eitelkeiten der Politiker, Talkrunden-Teilnehmer und Intellektuellen, die nachgeplappert werden, ohne sie nach dem Sinn abzuklopfen. Was will mir beispielsweise jemand sagen, der folgendes geäußert hat? "Hier hat es wohl ein Stück weit einen Paradigmen-Wechsel gegeben..."

Dass "zwar" ohne folgendes Relativieren gebraucht wird - daran habe ich mich noch gewöhnen können, aber wer einen "Quantensprung" als gewaltiges Ereignis zitiert, übersieht dabei eindeutig, dass das Quantum in der Physik die aller kleinste Einheit ist  und daher ein Sprung von einem Quantum zum anderen zwar großes bewirken kann, beide aber dennoch "kleinst" bleiben. Ein Quäntchen Glück ist daher so klein, dass es in unmittelbarer Nähe durchaus mit einem Quantum Pech kollidieren könnte. Und was bedeutet schon ein "Quantum Trost" (007), um aus der Misere zu kommen, in der die Welt zur Zeit steckt?

Quelle: nachhilfe-team.de

Jüngster Fehl-Galopp wird mit dem uralten aber neu entdeckten und inflationär verwendeten Wort "narrativ" auf die Sprach-Umlaufbahn geschleudert. Da ich gerne erzähle, hätte man mich in einer vergangenen Sprachwelt als "Narrativen" bezeichnet. Denn narrativ bedeutete nichts anderes als erzählerisch Gedanken anzustoßen, was auch gewisse Hinweise auf einen fehlenden Wahrheitsgehalt einschließt. Mittlerweile ist diese Vokabel so oft missbraucht worden, dass sie im Deutsch des pseudo-intellektuellen Sprachgebrauchs zu dem geworden ist, was einem sprachlichen Anstoß zum Negativen gleichkommt..

Weil Fasching oder Karneval wegen der ungeheuren  Wucht der vierten Corona-Welle vermutlich ausfallen, hörte ich am 11. 11. allerdings nicht um 11Uhr11 in den Nachrichten den Satz: "Der Virus ist ein Narrativ der närrischen Zeit." Da hat der Sprecher als Narr wohl aus lauter Trauer zu tief ins Glas geschaut und so sinngemäß durchaus richtig ein "Narren-Tief "prophezeit.

Quelle: audible.de

Mittwoch, 17. November 2021

Wieder einmal ein Versuch über die Liebe

 Meine Mutter hat kurz nach ihrem bestandenen Abitur einen zehn Jahre älteren Mann - meinen Vater - geheiratet. Noch im hohen Alter erzählten sie voller Freude und Stolz, wie sie meinen Lieblings-Opa zu Beginn ihrer lebenslangen Liebe reingelegt hatten, um bevor sie verheiratet waren, gemeinsam übers Wochenende nach Holland fahren zu dürfen:
"Herr Assessor, Sie sind ja Jurist. Deshalb verlange ich, dass Sie meine Tochter so zurückbringen, wie Sie sie mitgenommen haben... Versprechen Sie mir das!"  Dieses Versprechen konnte mein Vater reinen Gewissens geben, weil meine Eltern die "Ehe schon vollzogen" hatten, ehe sie überhaupt ans Heiraten gedacht haben. Es könnte also eine Mär sein, dass sich unsere Vorfahren in punkto Sex stets keusch nach den Richtlinien der Gesellschaft verhalten haben...

O tempora, o mores!
Trotz ihrer eigenen recht liberalen Lebensweise, meinte meine Mutter angesichts des acht Jahre andauernden, relativ toleranten Prüfungsvorganges zwischen meiner Frau und mir, dass die Liebe in ihrer Jugend viel mehr Bedeutung gehabt hätte. Weil nämlich der dazu gehörende Sex nicht so spontan sondern mit vielerlei Risiken und Verboten belastet war. Man musste vorsichtiger und gewissenhafter sein. 

Heute, da wir selbst fast fünf Jahrzehnte verheiratet sind, die Pille hatten, dann  deswegen die kleinen Dramen beim Kinderkriegen durchlebten aber auch den Wandel im Darstellen des sexuellen Verhaltens, bin ich zumindest gewillt, ihr posthum in einigem recht zu geben.

Das Schweigen
Quelle: cinema.de


Quelle: movieplot.de
Ingemar Bergmanns und Michael Verhoevens  Filme "Das Schweigen" (1963) und "Paarungen"(1967) gerieten noch  wegen verhuscht dargestellter Sexszenen in den Bann der moralisch alles kontrollierende FSK (Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft). Viel heftigeres und intimer dargestelltes Kopulieren aller Geschlechter gelangt dieser Tage schon ins normale Abendprogramm der TV-Sender (Zum Beispiel Tatort 1178 "Die Kalten und die Toten" vom 14. 11.) Gleichgeschlechtliche Konflikt-Beziehungen gibt es auch quasi schon standardmäßig in den Soko-Serien des Vorabends.
 "Big Little Lies" ausgestrahlt auf Vox


Dass man mich nicht falsch versteht: Ich begrüße es, dass heutzutage alle Formen sexueller Ausrichtung und Neigungen öffentlich sind, aber ich denke, der Proporz stimmt längst nicht mehr. Mitunter könnte man nämlich ins Grübeln kommen, ob da nicht die Ausrichtung Mann mit Frau langsam ins Hintertreffen gerät. Und wenn es so wäre, wieso sich dann immer noch so viele mit dem "Outen" oder besser dem dazu Stehen so schwer tun. Das liegt daran, dass unsere Gesellschaft immer noch extrem doppelmoralisch ist, und das anders Sein unterbewusst abspeichert.

A propos Abspeichern: Dass viele, die zu viel arbeiten, heute die Bequemlichkeit vorziehen, sich Partner auf den einschlägigen Portalen im Internet zu suchen, ist verständlich. Aber wer vorher so lange chattet und Bilder austauscht, bis das ja noch virtuelle Gegenüber alles von einem weiß, beraubt sich nicht nur der Aufregung und Spannung vor dem ersten Date. Denn der Austausch birgt auch durch gezielte Fakes und spezielle Chat-Techniken enorme Gefahren. Da drohen dann  auf seichtem Terrain ganz andere Probleme: wie zum Beispiel Datenlecks,  Identitäts-Diebstahl bis hin, ein argloses Opfer von Kriminellen zu werden.

Das Suchen nach Liebe auf Apps ist immer häufiger keine Herzensangelegenheit
Quelle:news.de

Sonntag, 14. November 2021

Was, wenn Scholz doch nicht Kanzler wird?

Aus aktuellem Anlass ein Post am Sonntag, weil ja im Moment noch alles möglich ist:

 Es hat ja verdächtig lang gedauert, bis sich die beiden bei der vermeintlichen Suche nach Kanzler-Kandidaten gescheiterten Alpha-Männchen Söder und Habeck aus der Deckung wagen. Baerbock hat hinter den Erwartungen abgeschnitten, und Laschet wollte ja eigentlich ohnehin keiner, wie Söder in Nebensätzen hinterhältig anklingen lässt.

Während die Schwesterpartei CDU um eine neue Parteiführung ringt, stößt Robert Habeck mit seiner Warnung, die Ampel-Verhandlungen könnten scheitern, verdächtig vorzeitig das Tor auf für ein immer noch mögliches  Umschwenken zum Schwarz-Grün-Bündnis. Erfahrung mit dieser Farb-Kombination haben ja er und der grüne Übervater Kretschmann. Mal ehrlich - welchen Ministerposten wäre der grünen Spitzenfrau neben Scholz und Lindner denn von der Macho-Politik überhaupt zuzutrauen?

Habeck hat beim Skat um die Regierung nur einen Trumpf in der Hand, und er nützt die Stimmung, vermeintlich nicht umsetzbare Forderungen zur Klima-Politik zu stellen. Auch weil er weiß, dass SPD und FDP unter Leitung des erklärten Finanz-Experten Scholz und Mittelstands-Verteidiger Lindner  näher an der Wirtschaft sind. Habeck könnte darauf setzen, dass sich der neuerdings grüner und grüner erstrahlende Bayrische Ministerpräsident wieder als denkbarer Partner (der natürlich gerufen werden muss)  als immer noch möglich Kanzler in Position bringen könnte. Die Jung-Unionisten beider Lager hätte er dabei gewisse auf seiner Seite... Es sei denn der CDU-Schattengeist Friedrich Merz erscheint aktiv wieder im Vordergrund und grätscht in meine Spekulative.


Dass das Ganze gegen den vielfältig auslegbaren Wählerwillen verstieße, hat Macht-Politiker noch nie abgeschreckt und könnte aktuell mit dem pandemischen Ausnahmezustand entschuldigt werden. Habeck ist ja Schriftsteller und weiß vielleicht wenig von optischen Phänomenen bei der Mischung von Farben: Ein überwiegender Anteil Schwarz - selbst mit hellstem Grün vermischt - bleibt schwarz. Es ergäbe sich allenfalls ein schmutziges Grau... Beim Kretschmann-Spektrum glänzt ja Grün besonders gut auf Schwarz, aber das wird Söder mit seinen Führungsansprüchen sicher nicht zulassen. Gut möglich, dass es noch einmal spannend wird und Frau Merkel noch ihre 17. Weihnachtsansprache hält.

Noch nie war die künftige deutsche Politik so unberechenbar, und das in einer Zeit, in der es eigentlich im Hinblick auf die weiter steigenden Horror-Zahlen angeraten ist, schnell und tiefgreifend zu entscheiden. Aber auch das ist gut in der jetzigen Lage: Schon in den nächsten Tagen kann ja wieder alles anders sein.