Freitag, 23. Januar 2026

Da wo's Kapital vor kapitalen Lügen kapituliert

Quelle: facebook
Eine Botschaft im Schnee von Davos
Der größte und verlogenste Selbstdarsteller der "westlichen Hemisphäre" hat es wieder einmal geschafft. Das Davoser Wirtschafts-Forum, das ja per se schon länger unter der Kosten-Nutzen-Abwägung stehen sollte, hat der POTUS durch seine Erpressungs-Politik in Sachen Grönland kurzer Hand zu seiner Gala-Schau umgewandelt. Seine einstündige Selbstbeweihräucherungs-Rede hat er zudem, wieder einmal genutzt, um seine Sicht der einzig gültigen, nämlich seiner Wahrheit, weltweit zu verbreiten.: 
https://www.tagesschau.de/faktenfinder/faktencheck-trump-rede-davos-100.html.


Dass er erwägt einen Teil seiner angedrohten Strafmaßnahmen zurück zu nehmen, mag zwar bei den betroffenen Staaten erleichtert aufgenommen worden sein, aber wie Vize-Kanzler Lars Klingbeil kurze Zeit später feststellte, ist all dem nur dann zu trauen, wenn es schwarz auf weiß in Vereinbarungen stünde.

Quelle: daimotion
Egal, was Clown Pennywise anstellt
für ihn regnet es immer Dollars

Trump, dem die UN schon länger ein Dorn im Auge sind, wäre aber nicht "der Don" wenn er nicht gleich neue Pläne dabei gehabt hätte. Sein Friedensrat, "Board of Peace", verlangt von den "eingeladenen" Teilnehmern nicht nur eine Milliarde Dollar Beitrittsgebühr, sondern auch absolute Unterwerfung unter seine Interpretation der jeweiligen politischen Lage. Gut, dass Frankreich und Deutschland erstmal nein gesagt haben. Generell sollte geprüft werden, wer von den angeblich 60 Staaten, die beitreten wollen, von uns Entwicklungshilfe bezieht.
Die Ergebnisse des gestrigen EU-Sondergipfels werden zeigen, wie sehr Europas durchaus vorhandenes Kapital der gefährlichen Allmacht dieses US-Präsidenten auf lange Sicht widerstehen wird. Widerstand oder Kapitulation? Trump hat Macron für seine Weigerung dem "Board of Peace" beizutreten, gleich mal wieder 200prozentige Zölle angedroht...

Zumindest wäre das Davoser Wirtschafts-Forum eine gute Gelegenheit gewesen, die EU als gleichwertigen  Global Player darzustellen. Mit dem Mercosur-Abkommen und dem avisierten Freihandels-Abkommen mit Indien wäre das ein Pfund gewesen, mit dem man gegen die Teppichhändler-Mentalität Trumps hätte wuchern können. Aber was macht das Europäische Parlament? Es verweist den partiell bereits unterschriebenen Mercosur auf möglicherweise lange Bank an den EUGH. Diese erneut demonstrierte Uneinigkeit ist das denkbar nachhaltigste Zeichen von Schwäche für einen Kannibalen wie den US-Präsidenten. Ist Europa noch zu retten? Oder sollte es nicht gleich heißen: Rettet die Vereinten Nationen!!!


Quelle WarnerBros
Der Clown Pennywise
aus Stephen Kings Roman "Es"
https://de.wikipedia.org/wiki/Es_(2017)#Produktion

Mittwoch, 21. Januar 2026

Zu krank, zu faul, zu prekäre Städte-Bilder?

 In Bayern haben sie für Menschen eines bestimmten, ""Deutschen Charakters" einen treffenden Ausdruck der Häme: "Radlfahrer" treten nach unten und buckeln nach oben, während sie beim Lenken Schwierigkeiten haben, ihren Kurs zu halten.

Quelle: FreeImages

Nun bin ich weit davon entfernt, unseren Bundeskanzler Friedrich Merz einen "Radlfahrer" zu nennen. aber merkwürdig finde ich es schon, dass der Multimillionär und aufrechte Kapitalist das von ihm zu lenkende Volk mitten in der schwersten Weltkrise wieder einmal abgekanzelt hat: Wie weit hat sich der "Abkanzler" bei seiner globalen Omnipräsenz denn von den einfachen Leuten entfernt, wenn er bei den anhaltenden Zustimmungswerten der AfD auch noch deren Vokabular in Richtung Migranten übernimmt?

Dass er seit Regierungsantritt de facto eigentlich nichts erreicht hat, kann er nicht allein auf Donald Trump schieben, dem gegenüber er ja auch viel zu wenig Selbstbewusstsein zeigt. Die Führungsrolle wird ihm ja von den europäischen Duckmäusern nur angedichtet, damit die sich selbst im Windschatten des in jeder Beziehung zu dünnen Mannes vor trumpschen Pöbelstürmen schützen können.

Wann war Merz zum letzten Mal für seinen Grundbedarf einkaufen, und hat er je Probleme gehabt, Miete zu bezahlen? Wen meint er, wenn er von Faulheit oder kryptisch von zu wenig Arbeitsleistung spricht? Bei Massen-Entlassungen oder drohenden Betriebsschließungen wird in vielen Bereichen so hart gearbeitet, dass es immer häufiger zwangsweise zu Burn Outs oder Erschöpfung kommt. Und merkt der Mann nicht, dass die Angst, wo das alles hinführen könnte, dann eventuell noch verfügbare Reserven aufbraucht?
An der Situation meiner Kinder, die zur Zeit noch solide Jobs im mittleren Einkommensbereich haben, kann ich erkennen, dass es die derzeitigen Lebenshaltungskosten auf keinen Fall mehr erlauben, vom Netto etwas für Wohn-Eigentum abzuzweigen. Sie - wie ihre Altersgenoss*innen - werden seit einem Jahr ausschließlich mit schlechten Nachrichten bombardiert und Ängste um Rente bei gleichzeitigen Erhöhung der Beiträge für ihre Gesundheit und womöglich eines drohenden Pflegekosten-Defizits im Alter machen die Aussichten nicht wirklich rosiger.

So gerade noch wirkt der kleine Koalitionspartner als Hemmschuh für den totalen Abbau des Sozialstaates. Aber wenn die Ausgaben für die Rüstung weiter eskalieren und die Wirtschaft noch mehr subventioniert werden muss, wird fürs Volk nicht mehr viel übrig bleiben. Wo bliebe dann der Anreiz für das Individuum, doch mehr zu leisten, als bezahlt wird?

Quelle: Berliner Morgenpost
Wenn Friedrich Merz laut  seinen vollmundigen Ankündigungen ein besserer Kanzler werden will als sein Vorgänger, den er den "schlechtesten Kanzler aller Zeiten" nannte, dann bleibt ihm für echte Realpolitik nicht mehr viel Zeit. Die AfD wartet in diesem Super-Wahljahr ja schon darauf, ebenfalls Versprechungen zu machen, die nicht gehalten werden können.

Für 2025 liegen bereits erste Daten vor, die zeigen, dass rund 4,4 Millionen Beschäftigte Überstunden leisten, wobei die Mehrarbeit oft in Arbeitszeitkonten fließt, während 19 % unbezahlte Mehrarbeit leisten, besonders in Branchen wie Finanzwesen und Energieversorgung. 

Montag, 19. Januar 2026

Keine Angst vor Zöllen

 

Quelle: Ökomenisches Heiligenlexikon

Es ist nicht zu erwarten, dass aus Donald zu Lebzeiten noch Matthäus wird. Jener Steuereintreiber Levi, der der Legende nach von Jesus zum Apostel berufen wurde und den sie "den Zöllner" nannten. Ich erinnere nur deshalb daran, weil Zölle beinahe so alt sind wie die Menschheit, die Handel treibt. Dass Donald Trump sie in der heutigen Zeit wie ein Raubritter einsetzt, zeigt nur einmal mehr, was er für einen Charakter hat. Wenn er jetzt seinen NATO-Partner, die gegen seine absurden Grönland-Gelüste sind, mit Zöllen droht, bedeutet das vorerst nicht das Ende des Nordatlantik-Bündnisses. Es zeigt vielmehr erstmals ein Zaudern, eine Art Hilflosigkeit in dieser Angelegenheit.

Denn Trump stößt seine erneuten Zoll-Drohungen just in dem Moment aus, in dem sich das Alte Europa mit dem Süden der "Neuen Welt" zur größten und wirtschaftlich mächtigsten Freihandels-Zone des Erdballs vereint hat. Das Mercosur Abkommen hat im Moment wegen der womöglich ungleichen Agrar-Struktur vielleicht noch viele Kritiker. Mittelfristig bietet es aber die Chance eines transatlantischen "Binnenmarktes", der die USA durchaus ausgrenzen könnte.

Quelle: top agrar
Dass ausgerechnet die europäischen Bauern dagegen sind, zeigt nur wie wenig sie bereit sind, sich ohne die gewaltigen Subventionen, die sie seit Jahrzehnten einstreichen auf die sogenannte "freie Marktwirtschaft" einzulassen, um ihre Betriebe zukunftssicher zu machen. Wie sehr sie auch in Sachen Bildung und zeitgleicher Digitalisierung hinterher trotten. Denn schon gibt es beispielsweise immer mehr Deutsche Jungbauern mit einschlägigem Studienabschluss, die das erkannt haben und mit ihren ererbten Betrieben durch das Belegen von Nischen und Anwendung neuester Agrar-Forschung nicht nur bloß Bio-Produkte, sondern dadurch auch ein anderes Kaufverhalten generieren. 

Wenn es bei der umweltgerechten, Giftstoff freien Produktion von Agrargütern anfänglich noch zu einem Gefälle käme, ist es an der Politik da für Beschränkungen oder Ausgleich zu sorgen. Die Angst vor einer Fleisch-Schwemme aus Südamerika ist sicher begründet. Schon jetzt geht aber der Rückgang im Konsum gerade bei uns mit einem höheren Qualitätsanspruch einher. Ich merke das als alter "Fleischfresser" am eigenen Ernährungsplan.

Quelle: Counter vor9
Cowboy gehütetes mit Antibiotika
gefüttertes Longhorn-Fleisch
kann "der Don" dann zollfrei alleine fressen


Freitag, 16. Januar 2026

"Trumpnami" ohne Frühwahn-System

 

Quelle: unsplash

Donald Trump begründet seine Gier auf Grönland mit einer neuen Sicherheitslage im Nordatlantik. Der einzige, der generell im Atlantik für Wirbel sorgt, ist er selbst - und das unter fadenscheinigen Begründungen! Er droht dort ja unliebsamen Regierungschefs nicht nur mit seiner militärischen Stärke. Er entführt sie auch - wie im Fall Maduro. Am liebsten stößt er Beschuldigungen aus, für die er keine Beweise vorlegen muss, weil alle Länder mittlerweile Angst vor ihm haben. Er lässt sogenannte Drogen-Boote samt Besatzung ohne Inspektion abballern. Was einer Todesstrafe ohne Prozess gleich kommt. Er kapert Öltanker auf hoher See, bei deren Beschlagnahme in seinem Sinne die übrige Welt nur mit Geheimdienst-Informationen abgespeist wird. Das Öl, das er sich einverleibt, ist automatisch amerikanisch - ohne Rücksicht auf das Seerecht, das klare Grenzen für das setzt, was ansonsten Piraterie wäre.

Quelle: DIE ZEIT
Eine Base-Cap macht ihn nicht
zum guten Spieler

Der verurteilte Straftäter, Dauerlügner und Rechtsbeuger in Weißen Haus ist keinen Jota besser als Putin und Xi, denen er unterstellt, sie wollten Grönland für sich, während er doch die größte Insel der Welt ja nur für sich haben will, um auf Basis von Gold und seltenen Erde, Geschäfte für das unübersichtliche Firmen-Geflecht seines Clans an Land zu ziehen.
Wie aktuelle Umfragen belegen, hält auch ein Großteil seines Wahlvolkes Trumps Grönland-Gepolter für gar nicht gut. Auch weil das Ansehen der USA weltweit noch nie so schlecht war wie heute. Aber das kümmert den Mann nicht, der in seiner eigenen Wahrnehmungsblase lebt, und sich immer noch für den größten, besten und beliebtesten aller US-Präsidenten hält. Seine MAGA-Mantra kommt bei seinen Untertanen längst nicht mehr gegen die Inflation und die Gewinn-Gier seiner oligarchischen Steigbügelhalter an. Seine Idee, auch Staaten wie Kanada und Mexico den vereinigten Staaten einverleiben zu wollen, sorgen bei den einstigen Bündnispartnern für ernste Sorgen.

Quelle: 123 RF
Aber genau das macht ihn umso gefährlicher und unberechenbarer. Er will die USA von der Schutzmacht zur beängstigenden, alles unterwerfenden "Allmacht" wandeln. Er weiß, dass ihm bis zu den "Midterms" und dem Ende seiner Amtszeit und auch zu seinem eigenen Lebensende nicht mehr sehr viel Zeit bleibt. Was ihm helfen könnte, wäre eben eine globale Ausweitung der derzeit noch regional begrenzten Flächenbrände, die ihm erlaubte, das Kriegsrecht auszurufen. Die Verfassung ist ihm dabei schnuppe. Nach ihr richtet er sich ja auch im Inneren eigentlich schon jetzt nicht mehr aus.

Keiner der schlauen Fachleute, die in den Talkshows auftreten, konnte bislang plausibel erklären, wieso die Parlamente, die Abgeordneten und Senatoren, auf die die USA in der Vergangenheit das stolze Vertrauen auf die beste Demokratie der Welt aufbauten, zu allem schweigen. Es gab Dutzende von Handlungen, die bei Vorgängern längst ein Impeachment-Verfahren in Gang gesetzt hätten. Auch bei den "öffentlichen Hinrichtungen" durch seine ICE-Garde hätten Parlamentarier beider Lager doch aufschreien müssen. Sind denn die alle gekauft oder schlottern sie "nur" vor der primitiven Rachsucht des Präsidenten? Bei seinen grenzenlosen finanziellen Mittel ist es wohl auch denkbar, dass er von jedem wichtigen Politiker Schmuddel-Akten in der Hinterhand hat,

Quelle: Freepik
Bei der Sprunghaftigkeit des POTUS
käme der "Trumpnami" ohne Vorwarnung

Gestern sollte ja ein Gruppe aus beiden Lagern - also Demokraten und Republikaner zusammen - in Dänemark zu Sondierungs-Gesprächen erwartet werden. Hoffentlich dürfen die dann bei ungemäßen Ergebnissen als "Landesverräter oder Terroristen" überhaupt wieder in die USA zurück reisen.

Um das Bild von der veränderten Sicherheitslage im Nordatlantik noch einmal aufzugreifen: Bleibt Trump bei seinen Plänen widerrechtlichen "Landnahmen" und übt er sie gar mit Gewalt aus, könnte sich das im Atlantik zu einem Seebeben nie geahnten Ausmaßes auswachsen. Der "Trumpnami" könnte eine Woge erzeugen, gegen die der Untergang des sagenhaften Atlantis nur ein Jacuzzi,  ein Planschbecken-Brodeln, gewesen wäre.

Quelle: freepik

Mittwoch, 14. Januar 2026

Verwerfliche Gedanken, die nicht frei sind

Als bekennender Agnostiker habe ich Spaß an der Idee, die nicht stoffliche Seele des Menschen habe im Moment des Todes beim Entfleuchen aus dem Körper ein Gewicht. Über die fragwürdige Mess-Methode des Duncan MacDougal, der auf die ominösen 21 Gramm kam, die seither auch im Netz herumgeistern, habe ich ja in einem früheren Post geschrieben.

Heute treibt mich die Überlegung an, dass die Seele dann ja unmöglich so ein Einheits-Gewicht haben kann. Meinem Körper habe ich zwar in den Vergangenen Jahren erheblich Gewicht entzogen. Stattdessen belastet aber eine unkontrollierte Zunahme verwerflicher Gedanken womöglich das, was man bei mir als Seele ausmachen könnte. Bei der derart belastenden Masse ergäben sich vermutlich in dem Moment, in dem ich den Löffel abgäbe, einige Kilo. Auch viel zu viel um beispielsweise durch die Nase zu entweichen - wie die alten Ägypter dies bei ihren Seelen vermuteten.

Quelle: Vecteezy

Was mache ich mir überhaupt Gedanken über die Verwerflichkeit meines Denkens, wo Gedanken doch frei sein sollten? Wer weiß in dieser von KI bedrohten Zeit aber, wie lang noch, wenn es staatlich verordnete Gedankenlese-Programme gäbe? Und was ist an meinem, geheimen Denken im Vergleich zu deren "Realpolitik" dann so verwerflich?

Ein Bespiel:
Denke ich an all die autokratischen Super-Senioren, die gerade das alte Weltgefüge durchrütteln, indem sie Meinung unterdrücken und sich die Justiz zum willfährigen Werkezeug machen, dann käme mir vielleicht dieser Gedanke: Wo sind denn all die Attentäter und Killer, die täglich über den Bildschirm huschen, wenn sie in der wirklichen Welt gebraucht werden?

Oder:
Wenn ich lese, dass Putin seine Hyperschall-Rakete bis an die Westgrenze der Ukraine feuert, huscht dies durch meine Gedanken: Es wäre endlich an der Zeit , ihm mal mit dem "Taurus" eines vor den Latz zu ballern.

Aber es träfe ja nicht allein Putin und einige seiner Paladine. Die Verwerflichkeit beider Gedanken dringen eben immer sofort in mein Gewissen ein, von dem ich echt nicht weiß, wie es mit meiner Seele "connected" sein könnte. Aber es mahnt mich: Das geht doch nicht! Du als Pazifist trachtest Leuten, die du gar nicht kennst nach ihrem einzigen, unwiederbringlichen Leben?
Ich stammle zwar lautlos eine Art Widerrede: Es muss doch einen Grund haben, weshalb Töten erst an fünfter Stelle der zehn Gebote steht. Und überhaupt ist Pazifismus ein Luxus-Denken für Zeiten des Friedens.

Rette sich, wer kann! Das ist derzeit die Devise.

Einst tat noch Volksmund die Wahrheit kund. Aber ob Morgenstern oder "Taurus": Tot ist in jedem Fall tot. Ob jene, die sich wohl für unsterblich halten, je über die Verwerflichkeit ihrer Gedanken nachdenken?
Quelle; MDR

Quelle: Edition Staeck





Die Gedanken sind frei

Altes Volkslied

1. Die Gedanken sind frei,

wer kann sie erraten,

sie fliehen vorbei

wie nächtliche Schatten.

Kein Mensch kann sie wissen,

kein Jäger erschießen,

es bleibet dabei:

die Gedanken sind frei.


2. Ich denke, was ich will,

und was mich beglücket,

doch alles in der Still,

und wie es sich schicket.

Mein Wunsch und Begehren

kann niemand verwehren,

es bleibet dabei:

die Gedanken sind frei.


3. Ich liebe den Wein,

mein Mädchen vor allen,

sie tut mir allein

am besten gefallen.

Ich bin nicht alleine

bei meinem Glas Weine,

mein Mädchen dabei:

die Gedanken sind frei.

Quelle: Die Liederkiste


4. Und sperrt man mich ein

im finsteren Kerker,

das alles sind rein

vergebliche Werke;

denn meine Gedanken

zerreißen die Schranken

und Mauern entzwei:

die Gedanken sind frei.


5. Drum will ich auf immer

den Sorgen entsagen

und will mich auch nimmer

mit Grillen mehr plagen.

Man kann ja im Herzen

stets lachen und scherzen

und denken dabei:

die Gedanken sind frei. 

Montag, 12. Januar 2026

The Queen of Crime

Quelle: IMDb
Die große alte Dame der
 Kriminal-Literatur,
The Queen of Crime,
starb mit 85 Jahren
an einem Schlaganfall 
Heute vor 50 Jahren starb die erfolgreichste Schriftstellerin aller Zeiten: Agatha Christie. Sie schrieb 66 Kriminal-Romane und mit der "Mausefalle" das Theaterstück, das bis heute ununterbrochen aufgeführt wird. Keine Schriftstellerin wurde häufiger übersetzt und erreichte schon zu Lebzeiten eine weltweite Milliarden-Auflage. Roman-Verfilmungen wie "Der Orient-Express" und "Tod auf dem Nil" sind zu Film-Klassikern geworden. Auch weil das Fernsehen sie immer wieder ausstrahlt.

Ihre beiden Roman-Figuren: Der in London lebende, belgische Detektiv Hercule Poirot und die Hobby-Kriminologin Miss Marple waren Blaupausen für viele andere Krimi-Helden der Weltliteratur., aber keine erfuhr den Glücksfall einer Margarete Rutherford als Protagonistin. Selbst Jean Gabin in den Verfilmungen des legendären Kommissar Maigret aus den Romanen von Georges Simenon reichte da nicht ran.

Quelle: pinterest
Vorsicht vor der schrulligen Alten
mit dem kriminalistischen Verstand:
Margarete Rutherford als
unvergleichliche Miss Marple
Meine Frau gehört wohl zu den Wenigen, die beinahe Alle Christie-Romane nicht nur gelesen, sondern auch gesammelt hat. Nicht zuletzt, weil sie anfangs für den Verlag gearbeitet hat, der die deutschen Rechte ergattert hatte. Ich selbst bin vor allem Miss Marple in den Schwarz-Weiß-Verfilmungen mit der Rutherford verfallen. Gemessen an den Standard-Serien-Produktionen kann man auch heute noch schmunzeln über ihre perfide Hartnäckigkeit. Hingegen hat mir Poirot in Gestalt von Peter Ustinov weniger gefallen. Nicht, weil der nicht in der Rolle geglänzt hätte. Aber er war zu viel echter Gentleman.
Quelle: Wikipedia
Viel zu sehr
Gentleman:
Peter Ustinov

Quelle: Prime Video
Da war die
Verkörperung von
David Suchet schon
passender
Erst als ich via Guttenberg-Project die Christie auf dem Reader erstmals überhaupt und im Original gelesen habe, fiel mir auf, dass sie subtil darum herumgeschrieben hatte, dass sie mit dem "pomadigen" Detektiv Hercule Poirot wohl tatsächlich eine Figur geschaffen hatte, mit der sie selbst in natura niemals Tee getrunken hätte. 

Christies Plots waren stark strukturiert, und am Ende wurden die größten Verwicklungen oder Verstrickungen der Verbrechen immer detailliert aufgeklärt. Den vielfach geäußerten Vorwurf, sie hätte Kriminalfälle romantisiert, würde ich im Rückblick nicht mehr teilen. Vielmehr schriebe ich ihr heute zu, sie hätte aus der guten alten Zeit der Vorstellungen über Recht und Unrecht, den Glauben an das Gute manifestiert. Nicht zuletzt, weil selbst in dieser rauen, blutrünstigen Krimi-Gegenwart immer noch ihre Handlungs-Stränge entlehnt oder gar geklaut werden...
Quelle: ARTHAUS-Magazin
Wie hier im Orient-Express werden bei Agatha Christie
 von Hercule Poirot immer wieder alle
Verstrickungen und Täter in Anwesenheit
aller Protagonisten überraschend entwirrt


Freitag, 9. Januar 2026

Ist Entfolgen das neue Ghosten?

 Soll keiner glauben, ein Mann meines Alters könne sprachlich nichts mehr dazu lernen. Da stieß ich doch in einem der unsäglichen Messenger-Dienste, die ungefragt von einem Provider zur Verfügung gestellt werden auf eine Formulierung, die geradezu auf Donald Trump maßgeschneidert wäre: Die Ex-Ehefrau vom Schweinsteiger Basti hat den Weltmeister "entfolgt". Ich bin ja nicht begriffsstutzig, konnte mir meinen Teil gleich denken, aber wollte auch wissen, wie KI das definiert:

Entfolgen bedeutet, das Abonnement eines Profils oder einer Seite in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder X (ehemals Twitter) zu beenden, sodass dessen Beiträge nicht mehr im eigenen Feed erscheinen. Es ist das Gegenteil von "folgen" und wird durch Klicken auf "Nicht mehr folgen" auf dem Profil des Nutzers oder der Seite ausgelöst. Der Begriff ist eine deutsche Lehnbedeutung des englischen "unfollow". 

Quelle: Flaticon

Für Social-Media-Surfer scheint das neuerdings eine der härtesten Formen der Verachtung zu sein. Ist aber auch nicht tapferer als das gemeinhin schon seit jeher praktizierte Ghosten - also sich einfach nicht mehr melden, wenn einem ein Kontakt lästig geworden ist. Dennoch auch hier mal die KI-Erläuterung.

"Ghosten" (vom englischen ghost = Geist) bedeutet, den Kontakt zu jemandem plötzlich und ohne Erklärung abzubrechen, indem man nicht mehr antwortet, Nachrichten ignoriert und wie ein "unsichtbarer" Geist verschwindet, oft im Dating, aber auch in Freundschaften oder im Beruf. Es hinterlässt bei der betroffenen Person oft Verwirrung, Unsicherheit und viele unbeantwortete Fragen.

Quelle: freepik

Auf mich und meine Blogs bezogen: Müsste ich mir ernsthafte Sorgen machen?
Seit Jahren hat sich meine Follower-Zahl so absolut überhaupt nicht verändert, dass ich mich nun frage, ob die alle überhaupt noch leben oder nur vergessen haben, mich explizit zu entfolgen. Andererseits lässt die vom Provider zur Verfügung gestellte Statistik keinen Rückschluss darauf zu, wer mich alles ghostet.
Ich kann nur stolz berichten, dass der Dezember mit über 10.000 registrierten Zugriffen der Erfolgreichste für mein Geschreibsel war. Was mich einerseits stolz und dankbar macht, mich andererseits überlegen lässt, ob die trumpschen Posts auf "Truth Social"  und "X" nicht langsam für's Seelenheil seiner Fans "unfollowed" und "ghosted" werden sollten.

Hier der Ausweg für alle, die meinen Posts zu Donald Trump nicht mehr folgen wollen: