Das hat uns gerade noch gefehlt! Mitten in einer Phase, in der er uns nahezu täglich auf die Eier bzw. -Stöcke geht, bittet Donald Trump ausgerechnet uns, der seine Liebe zu Europa davon abhängig macht, wie sehr wir ihn fürchten, ehren, aber auch respektieren, als armer Nachbar, ihm mit Eiern auszuhelfen. Er klopft an die Türen derjenigen denen er nahezu alle früheren Ami-Segnungen verweigert - um einen Eier-Engpass zu überwinden, der sein again greates America in eine unerwartete Krise zu bringen droht.
Als seien wir nicht von der Vogel-Grippe betroffen. Dabei müssen wir doch schon jetzt im Vorgriff auf die Billion Schulden jedes Ei dreimal umdrehen, ehe wir es resigniert wieder zu den anderen zwei in den Eischrank zurück stellen, um eine Notreserve zu haben...
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Quelle: Berliner Morgenpost Ja, wenn er im Bio-Unterricht gepennt und wegen Ostern auf falsche Lieferanten gesetzt hat ist die Eierkrise eindeutig weißeshausgemacht! |
Ich erinnere mich noch gut daran, dass in meiner frühesten Kindheit ein Ei zum Frühstück ein Luxus war, den die Eltern nur Sonntags der Familie gönnten. Erst mit den Amis in der Münchner Nachbarschaft wurde das Frühstücks-Ei generell zur Regel, weil wir ja nicht schlechter dastehen wollten. Mir klingt immer noch der Ruf meiner Mutter in den Ohren, der von da an immer durchs Haus schallte, so wir uns unter einem Dach aufhielten: "Hart oder weich?"
Spiegel-Eier mit Speck - wie sie uns aus den Nachbarhäusern in die Nase stiegen, galten da in unserer Familie immer noch als Hauptmahlzeit.
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Quelle: Marley's Menue |
Was die US-Hotel-Gastronomie alles mit Eiern anstellte, wurde mir erst im Verlauf meiner vielen Reisen durch diverse Bundesstaaten klar. War es bei den ersten noch das verbal vorgetragene Angebot von: boilt, fried und dann sunny side up, over easy oder scrumbled. Gegen Ende meiner Reisen in den eigentlich unbezahlbaren Hotels gab es dann eine Menü-Karte für die angebotenen Eier-Specials. Meist mir der von Trump hätte stammen könnenden Lobpreisung "brought to its perfection". Und dann im "Tortilla Flat": uevos rancheros, tortillas bandidos,
Dann kam durch einen Berechnungsfehler die Eigelb-Cholesterin-Krise. Plötzlich bestellten gestandene Mannsbilder mit Colt an der Hüfte nur noch Omelette aus Eiweiß.
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Quelle: Technik-Museum online |
Im aktuellen Eier-Krisen-Trend sind nur noch die Veganer gut dran: Sie kommen mit ihrem aus Pulver hergestellten Rührei und dem wie Speck aussehenden Tofu-Scheiben ohne beunruhigenden Preisvergleich klar. Bei Straßen-Interviews in New York sagten einige, sie wollten sich Eier auch fürs Frühstück zuhause nicht mehr leisten. Kein wunder wenn ein Dutzend im Karton bis zu 13 Dollar 80 kostet. Auf dem Land wären sie noch für 48 Cent - also einen halben Euro zu haben.
Mit dem Preis unterscheiden sie sich bald nicht mehr von den Deutschen Preisen. Meine Schnellerhebung vom Freitag erbrachte Schwankungen von 0,27 € im Supermarkt bis 0,48 € für Bio-Eier vom Markt. Und frohlocken müssen wir deshalb noch lange nicht. Denn auch bei uns deuten sich durch die Massen-Keulerei wegen der Vogel-Grippe schon Engpässe an, die dramatischer werden könnten, wenn wir auch noch die Rednecks mit ihnen füttern, um gut Wetter für den Zoll auf die dringend benötigten Harleys und Bourbon-Whiskys zumachen. Aber Schwamm drüber, wir haben ja bei zusätzliche atomarer Ausgrenzung in München-Garching notfalls in unserer Nähe immer noch das Atom-Ei als "schnellen Brüter".
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Quelle: BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN |
Übrigens - wer's wissen will: Als bekennender Agnostiker beantworte ich natürlich die Frage, was zuerst da war: Die Henne oder das Ei? Eindeutig mit: die Henne. Das war nämlich der erste Akt der "Ehuhnzipation". Den Nachwuchs nicht lang im Pürzel mit herum schleppen, sondern ab damit - und gleich samt Brut-Container ins Nest!
Dazu noch mein ultimativer, hoffentlich nicht auf die Eier gehender, Anti-Eierkrisen-Tipp, der allerdings auch nicht das Gelbe vom Ei wäre:
Weniger Küken schreddern, mehr Hähnchen am Leben und Sex haben lassen, mehr natürliche Aufzucht und gezielterer Anti-Viren-Schutz - dann klappt es auch wieder mit mehr Eiern für den Nachbarn...
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Quelle: DIE ZEIT |