Wenn diese Überschrift meines heutigen Posts für manche Leserinnen und Leser keinen Sinn ergäbe, könnte es daran liegen, dass sich meine Schreibe mittlerweile schon wie eine aus alten Zeiten liest. Ich habe das "regelrecht" als verstärkenden Ausdruck für das folgende, genaue Gegenteil benutzt.
Ich kann es einfach nicht lassen, mich um Mitternacht immer wieder in die heillosen Diskussionsrunden zu zappen. Das "heillos" habe ich jetzt für "bringt ja nichts" verwendet, als verspräche sich einer wie ich von diesen mit dem Brustton des Allwissens vorgetragenen Statements irgendeine segnende Orientierung. Eher erlebt der Zuseher ein heilloses Durcheinander, weil es live Sitte geworden ist, den anderen nicht nur nicht ausreden zu lassen, sondern sogar eigene Ansichten in den Redefluss anderer Teilnehmender einzubringen.
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| Quelle: 123RF |
Hör auf zu schwafeln, komm lieber auf den Punkt, Alter!
Tatsächlich sind zwei Sätze in all der "Babylonischen Sprachverwirrung" dieser Tage bei mir hängen geblieben:
"Wir müssen uns wohl von den Regeln, die bislang unser friedliches Zusammenleben geregelt haben, verabschieden."
Und:
"Wird es nach diesem Jahr jemals wieder möglich sein, zu diesen zurück kehren zu können?"
Naiv wie ich bin, schossen mir sofort zwei Floskeln durch den Kopf.
Erstens: Die Zeit wird schon alles richten.
Zweitens: Die Geschichte wiederholt sich sowieso immer wieder. Egal, wer sie gerade schreibt.
Das könnte bedeuten, dass wer immer Regeln bricht, auf Dauer nicht damit durchkommt. Es wäre dann nur eine Frage der Zeit, bis die Menschen, die derzeit regelrecht unter dieser aufgezwungenen Regellosigkeit litten, den Frieden mit Nachdruck wieder einforderten. Aber ginge das denn überhaupt noch ohne neuerliche Gewalt?
Tatsächlich ist das erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg für den Bereich West-Europa einigermaßen gelungen. Für mehr als sieben Jahrzehnte. Ein historisch bislang einzigartiger Zeitraum für den Frieden. Im Osten hingegen haben die Menschen ihre Forderung nach Wiedererlangung solcher Regeln mehrfach mit ihrem Blut begleichen müssen, ehe sie bislang nur gerade mal drei Jahrzehnte etwas von den Segnungen hatten, die man Demokratie nennt.
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| Quelle: Newsweek Voller Angst: Tägliches Warten, dass der Imperator den Daumen senkt |
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| Quelle: Stern Wenn der Zar lächelnd Kriegsbericht erstattet, gefriert der Baikalsee sogar im Sommer |
"All we are saying is give peace a chance"
John Lennon und Yoko Ono bei ihrem Bed In 1969
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| Quelle: wikipedia |




















