Montag, 2. März 2026

Trügerische Erleichterung

Ein Regime, das unzufriedene, friedlich protestierende Bürger*innen radikal umbringen lässt, Kinder bei kriegerischen Auseinandersetzungen als "Minenhunde" vor die Front schickt und Andersgläubige foltert oder gleich zum Tode verurteilt, provoziert einen gewaltsamen Wechsel. - Aber der sollte eigentlich von einer intakten Weltgemeinschaft vollzogen werden.

Quelle: Tagesspiegel
Zwei Ego Shooter,
die gewiss nicht als
"moralischen Instanzen"
betrachtet werden können

Dass ausgerechnet zwei Autokraten mit ihrer Befehlsgewalt und überpowerten  Streitkräften diesen nun - wie angekündigt -  eingeleitet haben, verschafft nur eine trügerische Erleichterung. Zweifelsfrei haben sowohl Donald Trump als auch Benjamin Netanjahu völkerrechtlich einigen Dreck am Stecken. Ihre Rechtfertigungen und Narrative für diesen "Präventiv-Schlag" gegen den von Krisen durch die Herrschaft der Mullahs ruinierten Iran als Bedrohung für die Welt, hätten vermutlich auf Dauer nicht wirklich stand gehalten.

Quelle: The Guardian
Wer ihn und seine führenden
Handlanger so "mikroinvasiv"
killen konnte, hätte doch
keinen Krieg anfangen müssen.
Für wen also das Exempel?
Der US-Uno-Botschafter
ließ tief blicken, als er
von der falschen Moral der
Vereinten Nationen schwadronierte

Bislang haben die Gemeinschaftsaktionen der beiden Kriegstreiber jedenfalls nichts hinterlassen als Trümmer und noch mehr Tote. Bizarr wird das allerdings, gleich einen neuen Schah als Führer eines derart gebeutelten Staates quasi als CIA- Popanz in Stellung zu bringen. Sind denn alle so jung oder historisch unbedarft, dass sie vergessen oder nicht erfahren haben, wie der Vater Pahlevi das einst so reiche Persien nicht nur schamlos ausgebeutet hat, sondern auch durch seinen SAVAK unterdrücken ließ. Dessen Schergen waren dokumentiert auch nicht weniger brutal als die Revolutionsgarden. Aber wo waren damals die Öl-Profiteure? Die Ayatollahs konnten doch nur die Macht ergreifen, weil der Westen sie zuvor im Pariser Exil aufgepäppelt hatte...

Meist kommt nichts besseres nach, vermutet der altbayrische Volksglauben. Aber wann hätte der Glaube nicht immer auch den Schrecken im Gepäck gehabt?

Warten wir es ab, wie der Konflikt zwischen Afghanistan und Pakistan, der Ukraine-Krieg, sowie der Wiederaufbau von Gaza und Syrien weiter gehen. All die militanten Mullahs mit ihrem "Heiliger Krieg" sind ja nur bei oberflächlicher Betrachtung verschwunden.
Wir bleiben - wie hier schon beschrieben - nur weiter die einflusslosen Zaungäste des Horrors.

Quelle: DIE ZEIT
In Teheran warten sie auf das Ende.
So oder so wird es keines
ohne Schrecken sein