Freitag, 20. Februar 2026

Wer war Weißler?

Quelle: wikipedia
Eigentlich ein Treudeutscher
Lebenslauf - bis die
Nazi-Herrschaft begann:
Dr. Friedrich Weißler
(1891 - 1937)
als Präside der
Sängerverbindung Ascania 1911
Friedrich Weißler wurde am 20. Februar 1937 schwer gezeichnet in einer arrangierten Selbstmord-Szene aufgefunden, nachdem er wohl zwei Tage lang gedemütigt, getreten und über einen längeren Zeitraum weiter schwer misshandelt worden war. Sein offizieller Tod wurde auf den 19. Februar datiert. Der Ort des Verbrechens: Das KZ Sachsenhausen. Die Täter SA-Männer.

Weißlers Martyrium begann damit, dass er bei einem von ihm als Richter geführten Gerichtsverfahren 1933 einen SA-Mann mit einem Ordnungsgeld von 3 Reichsmark belegte, weil der verbotener Weise in seiner Uniform vor Gericht erschienen war. In der Folge wurde Weißler wenig später in seinem Büro überfallen, auf einem Balkon dem herbeigerufenen Pöbel präsentiert, der miterlebte, wie er gezwungen wurde, die Hakenkreuz-Fahne zu grüßen. Statt die Schergen zu bestrafen wurde Weißler am 4. August  1933 vom Dienst suspendiert. Begründung war eine zuvor ermittelte "jüdische Herkunft".

Dabei war schon Weißlers Vater, der bizarrer Weise den Vornahmen Adolf trug und Mitbegründer des Deutschen Notarvereins war, schon seit Ende des 19. Jahrhunderts bekennender Christ. Demnach hatte er seine drei Söhne, von denen Friedrich der jüngste war, evangelisch taufen lassen.
Dr. Friedrich Weißler war gewissermaßen ein Vorzeige-Untertan, der sich bei Beginn des Krieges freiwillig zum Militär meldete und sein Ende 1918 immer noch als Frontsoldat im Range eines Leutnants erlebte. Er gehörte als Burschenschaftler der Sängerverbindung Ascania an und trat später der Akademisch-Musikalischen Verbindung Akaria bei. Auch seine juristische Karriere war vorbildlich. Schon am 29. August 1932, im Alter von 41 Jahren erfolgte seine Ernennung zum Landgerichtsdirektor in Magdeburg.

Quelle: Christianity Today
Karl Barth
(1886 bis 1968)
Lange bevor andere zivilen Widerstand leisteten, arbeitete Weißler, der nach seiner Suspendierung unter anderem Leiter der Kanzlei der "Bekennenden Kirche" war, mit Karl Barth und Martin Niemöller zusammen. Dass er Mitverfasser einer Denkschrift war, die alle Makel des Nationalsozialismus anprangerte, wäre ihm vielleicht noch nicht zum Verhängnis geworden. Doch die diskret am 4. Juni 1936 in der Berliner Präsidialkanzlei überreichte Sichtweise der Kirchen-Politiker wurde durchgesteckt und erweckte mit einer Veröffentlichung in den Basler Nachrichten im Sommer der Olympischen Spiele das Interesse der Welt-Öffentlichkeit. Das mussten die Nazis gewissermaßen als Hochverrat betrachten. Ohne Sondergerichtsverfahren landete Weißler klammheimlich in Sachsenhausen...
Quelle: Society of Classic Poets
Pastor Martin Niemöller
(1892 - 1984)

 Seine Schweizer Nationalität schützte Karl Barth. Martin Niemöller überlebte nicht nur das KZ Dachau, sondern 1945 auch noch die Verschleppung nach Südtirol als Geisel eines SS-Sonderkommandos.

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