Montag, 16. Februar 2026

So lange es Narren gibt

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Wenn sein Post auf einen Rosenmontag trifft, steht es einem alten Narren wie mir wohl an, Bilanzen seines närrischen Treibens zu ziehen.
Allerdings muss ich mich vorher noch über die 250 000 närrischen Exil-Iraner wundern, die hier am Samstag auf der Theresienwiese dem Sohn des letzten Schahs wie einem Heilsbringer zu jubelten. Teils viel zu jung, um zu wissen, wie die Zustände in ihrem Land vor den Mullahs waren. So hatte ich einen gewaltigen Flashback auf den 2. Juni 1967, als ich diese Menschenmassen in den Nachrichten sah. Damals standen die jungen Deutschen im  geteilten Berlin gegen  die vom Regime inszenierten "Jubelperser" auf, um gegen den Staatsbesuch von Shah Mohammad Reza Pahlavi und dessen Unterdrückung seines Volkes zu protestieren. Der Student Benno Ohnesorg wurde im Zuge dieser Demos von dem eilfertigen Zivilpolizisten Karl-Heinz Kurras erschossen, was in der Folge eine Art Initial-Zündung für die 68er-Bewegung war. Kurras wurde später verdächtig, den Mord im Auftrag der DDR-STASI verübt zu haben, um diese destabilisierenden Unruhen in der BRD überhaupt erst zu erzeugen. Verurteilt wurde Kurras nie.
Quelle: wikipedia
Was dem SAVAK recht
 war, ist den
Revolutionsgarden billig


Wenn die Iraner sich heute nach einem neuen Shah sehnen, sollten sie daran erinnert werden, wie dessen Geheimdienst SAVAK (Sazman-e Ettela'at va Amniat-e Keshvar) damals die Bevölkerung terrorisierte. Einen neuen Shah zu inthronisieren, hieße doch den Teufel mit dem Beelzebub auszutreiben!

So lange es Narren gibt, kann sich auch das Böse immer wieder neu etablieren. Das ist eine Erkenntnis, die ich gewonnen habe. Sollten wir deshalb aber dem närrischen Treiben in schweren Zeiten abschwören? Carneval, Fasching und Mummenschanz sind doch die einzigen Gelegenheiten gewesen und sind es bis heute, in denen das "einfache Volk" sein kann, was es will und sich traut - verbrämt durch Humor - den mächtigen die Leviten zu lesen. Bei Hofe war das sogar die eigentliche Aufgabe des "Jesters"!

Der alte Narr: mal als
Bajazzo...

Im Elternhaus blieb
die Deko für alle
Altersgruppen bis zum
Kehraus
Die Eltern meiner Frau und meine waren noch so gepolt, dass sie beinahe jedes Jahr  zuhause eine Faschingsparty schmissen, und als meine Kinder im richtigen Alter waren, brachten wir sie zum großen Kinderfasching. Später als alle erwachsen waren, gingen wir alljährlich zum festen Treff mit Freunden und Bekannten beim "Tanz der Marktweiber" auf den Viktualienmarkt. Da konnten die Zeiten noch so triste gewesen sein - wir ließen die Sau raus. Ich gestehe, dass ich sogar auf meinen Reisen immer nach Dingen Ausschau hielt, die ich später für die närrischen Tage als Verkleidung nutzen konnte.

...mal als Hofnarr
im Selbstbildnis
Öl auf Leinwand
(siehe auch Bildergeschichten
Im Blog "Der Burgschreiber"
Also Helau und Alaaf! Habt einen schönen "Kehraus" und lacht darüber, wie die Amis unsere politischen Spitzen auf der SIKO einmal mehr wieder "auf die Schippe" genommen haben. Rubio! Wolle manem reilasse? Klatschmarsch! Ritzampom! Tatäää, Tatäää, Tatää!!!...

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