Mittwoch, 4. November 2026

Das Genre "Ragefiction"

Quelle: KinoCheck
Tyler Rake "Extraction 3": Einer allein gegen das Böse:
Möglich, dass sich Trump genau so sieht.
Bei Netlix
 Nachdem gestern die Wahlen zu den soganannten "Midterms" stattfanden, und die Demokraten wohl in beiden Häusern die Mehrheit errungen haben, beschäftigt mich diese Frage:
Ist es Donald Trump, der sich ja hartnäckig nicht für den Verlierer hält, dennoch gelungen, seine "Saat des Bösen"* so tief ins ,Land einzubringen, dass sie sich nachhaltig noch über die Folgejahre spalterisch auswirkt. Wenn er überhaupt einen Regierungswechsel zulässt, und nicht die Verfassung mit Dekreten kujoniert, um dem Beispiel seines Buddys Putin zu folgen: Als Präsident auf Lebenszeit an der Macht zu bleiben. Es ist möglicherweise noch nicht ausgestanden. Denn der Störenfried der Weltordnung hat ja noch zwei Jahre.
Quelle: Instagram
Ein von bösen Pharma-Gangstern
verursachtes Hirnkarzinom hindert
Navy Seal James Reece nicht daran,
wechselseitig mal gut, mal böse,
seine Abschussliste zu erfüllen.
Bei Amazon

Als exessiver Filme- und Serien-Konsument auf Streaming-Diensten stelle ich in jüngster Zeit nicht nur bei US-Produktionen eine Zunahme von Handlungen fest, die Blutrache ins Zentrum des Themas stellen. Das geht mit einem fiktiven gesellschaftlichen Verfall einher, indem beim Exzess der Gewalt, Ordnungskräfte entweder gar nicht vorkommen oder als obsolet betrachet werden müssen, weil sie korrupt sind, wenn sie sich nicht sogar aktiv am Verbrechen beteiligen. Und da solche Trump nahen Giganten wie Netflix, Amazon und Warner ja international produzieren, infizieren sie vielleicht auf Dauer auch unsere Produktionen.

Quelle: Instagram
"Polizeiruf 110" vom 1. November 2026:
Sie haben Namen
Der "Polzeiruf 110" aus Schwerin vom Sonntag und der "Stralsund-Krimi" - die letzte Rolle vom fabelhaften Alexander Held - haben bei mir düstere Ahnungen von einem noch düstereren Deutschland, dass nach Law&Order lechts hinterlassen.  Auch spanische, koreanische und französische Kriminalfilme - wie Montagnacht der im ZDF ausgestrahlte "Seelenfänger" besschreiben Zustände einer Welt, die zunehmend unwirtlicher wird. Allerdings meist noch mit einer Botschaft der Erleichterung durch Lösung der Fälle.

Quelle: hitchecker
Zwei Krimis, die den Deutschen Osten
so grau darsttellen, dass die
AfD sie einfaach bejubeln muss.
Beide in den jeweiligen 
Mediatheken
Bei den US-Serien wie "Tyler Rake" oder der gerade mit Staffel 2 fortgesetzten "Terminal List" wird Rache nicht nur als Handlungsstrang benützt, sondern auch der Staat stets als Verschwörer-Gemeinschaft oder Kriminelle Vereinigung dargestellt. Dadurch wird Rache zu einem veritablen Antrieb und zu einem vermeintlich angestammten Recht auf Rechtlosigkeit. Gerade so, wie uns die Verhältnisse immer wieder vom Wilden Westen je nach Einfluss der Regirenden in unterschiedlichen Perspektiven beschrieben wurden. Edel sei der Mensch hilfreich und amerikanisch witzelten in Anlehrnung an Goethes Hymnus "Der Göttliche" einst ein Kritiker, als die Amerikanisierung unseres Landes überhand nahm. Jetzt wäre eine günstige Zeit zur nachhaltigen Neuorientierung!
Sollte freie Forschung in den USA einmal wieder möglich sein, wäre das gewiss ein Thema: Krimis und Western im Laufe der Zeit im Hinblick auf die jeweilige Ausrichtung der Regierung zu untersuchen.

Da man jetzt schon mit Fug und Recht Donald Trump als einen der rachsüchtigsten Staatsmänner aller Zeiten bezeichnen kann, könnten spätere Denker den Mann, der den Sturm auf die Congress animierte, unbberechtigte Gebietsansprüche anmeldete und fadenscheinigste Argumente für kriegerische Handungen anführte, als Katalysator für eine besondere Kunstform - nämlich dem Genre "Ragefiction" - entlarven... 

*Zweimal unter dem selben Titel verfilmt haben der Streifen von 1985 nach dem Roman von Jeffery und das Umwelt-Drama von 2011 nichts miteinander zu tun.

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