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| Quelle: Google Poissons d'Avril |
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| Max Ernst: Ubu Imperator |
Es wird ja viel gerätselt, wieso Mitmenschen in unseren Breiten überhaupt andere am 1. April mit skurrilen oder erfundenen Geschichten in den April schicken.
Wer dem Brauch auf den Grund geht, erfährt wohl manches, das er noch nicht wusste. Es bedurfte zunächst der Hegemonie des "Heiligen Römischen Reiches" und seiner Kaiser, die im 16. Jahrhundert herrschten und einen "europäischen Raum" schufen, in dem es 1564 zu einer Kalender-Reform kam. Bis zu diesem Zeitpunkt begann das Jahr nämlich am 1. April.
Wieso dieser Jahrestag zunächst zu einem Unglückstag wurde, ist auf den Klerus zurück zu führen, der ja seit 1517 durch Martin Luthers Thesen der Reformation unterzogen wurde. Die Kirchengeschichte hatte kolportiert, dass der Verräter an Jesus, Judas Ischariot, sowohl am 1. April geboren war, als dann auch am 1.April verstarb.
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| Max Ernst: Der Gegenpapst |
Vermutlich auf zwei andere Vorkommnisse ist unser Brauch zurück zu führen, jemanden zum 1.April zu verkohlen, obwohl er später mit den Auswanderern auch in die ganze Welt gelangte:
In französisch beeinflussten Regionen - auch bis hinein in die Benelux-Staaten - heftet man, jenen die man necken will, einen aus Papier gebastelten Fisch, den Poisson d'Avril, unbemerkt an die Rückenpartie, damit er damit den ganzen Tage herum läuft und Leute hinter seinem Rücken lachen können.
In Deutschland war es wohl der Münztag-Fehlschlag von1530 in Augsburg. Wegen der Absage der Prägung zum 1.April standen zahlreiche Spekulanten als Narren da. Eher als weniger wahrscheinlich gilt der Verhör-Hammer, der auf die Mutprobe, ins Wattenmeer zu wandern - also "jemanden in den Priel schicken" - anspielte.
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Heute vor 50 Jahren starb Max Ernst, der Maler, Grafiker und Bildhauer, der bezeichnender Weise am 2. April 191 geboren wurde und der für mich der bedeutendste Avantgardist des Surrealen gewesen ist. Einen Teil seines dramatischen Lebensweges können Interessierte auch in meiner Buch-Empfehlung rechts nachlesen. Falls ich sie schon einmal abgegeben habe, verzeiht!
Die Mächtigen und die Weltgeschichte mögen dem in Brühl Geborenen manch bösen April-Scherz gespielt haben, aber seiner schiefen Sicht auf die Dinge konnten sie nichts anhaben.



